u/Expensive_Poem8874

▲ 8 r/ADHS

ADHS in Kindheit mit ca. 8 diagnostiziert, Medikinet ca. 4–5 Jahre genommen, Behandlung mit 14/15 abgebrochen. Jetzt mit 27 sehr hoher Leidensdruck. (M)

Hey zusammen,

ich wollte mal meine Situation schildern, weil ich mich gerade wieder ernsthaft mit meinem ADHS beschäftige.

Bei mir wurde ADHS schon in der Kindheit diagnostiziert, ungefähr im Alter von 6 bis 8 Jahren. Ich habe damals auch mehrere Jahre Medikinet genommen. Dazu habe ich noch relativ viele alte Unterlagen: Arztberichte, Zeugnisse, Verlaufsberichte und sogar Tagebücher meiner Eltern aus der Medikinet-Zeit. In diesen Aufzeichnungen sieht man den Unterschied zwischen Tagen mit und ohne Medikament ziemlich deutlich.

Ich dachte lange, ich komme schon irgendwie klar. Rückblickend habe ich vieles wahrscheinlich verdrängt, kompensiert oder mir eingeredet: „Ich muss mich halt zusammenreißen.“

Inzwischen merke ich aber, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger geworden ist. Es betrifft nicht nur Konzentration oder Studium, sondern fast jeden Lebensbereich: unkontrollierbares Overthinking, Hyperfixation, innere Unruhe, Impulsivität, soziale Situationen, Beziehung, Geld, Alltag, Ängste, Zwänge, Schlaf und vieles mehr.

Ich hatte jeden Punkt erst ausführlich beschrieben und ein halbes Roman geschrieben, habe mich dann aber doch entschieden, das nicht zu posten.

Jetzt habe ich wieder einen Termin zur ADHS-Diagnostik bzw. fachärztlichen Einschätzung im Erwachsenenalter gemacht. Der Arzt ist auf ADHS spezialisiert und ich zahle die Diagnostik selbst. Er meinte, dass alles Weitere danach von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden kann.

Ich hoffe einfach, dass ich endlich wieder eine klare Einordnung und einen Behandlungsplan bekomme. Nicht wegen Produktivität, sondern weil ich mir wünsche, dass mein Kopf ruhiger wird und ich mich selbst steuern kann. Der Termin ist in 2 Monaten und ich denke jeden Tag daran und overthinke jetzt schon was alles schief gehen kann.

Hat jemand Erfahrung damit, nach einer Kindheitsdiagnose und langer Behandlungspause als Erwachsener wieder in Behandlung zu gehen? Was kann ich mir davon realistisch erhoffen?

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u/Expensive_Poem8874 — 4 days ago