Hallo,
ich muss einmal meinen Frust und Gefühlen Luft machen. Gegen Mitte des Jahres beende ich meine Fachweiterbildung für pädiatrische Intensivpflege. Aktuell befinde ich mich ein meinem letzten Außeneinsatz, den ich auf einer pädiatrischen Intensivstation machen muss und der ca. 7 Monate geht. Auch wenn die verbleibenden Dienste absehbar sind, merke ich immer mehr wie schlecht es mir geht und ein Teil von mir, möchte einfach nur noch abbrechen. Gleichzeitig weiß ich aber, dass das so kurz vor der Zielgerade dumm ist.
Zur Situation:
Ich bin seit 6 Jahren ausgelernt und arbeite eigentlich auf einer gemischt pädiatrischen-neonatologischen Station. Unsere Patienten sind trotzdem hauptsächlich aus der Neonatologie. Nun bin ich auf einer Station die hauptsächlich pädiatrische Patienten betreut und hierbei einen Schwerpunkt auf kardiologische Patienten gesetzt hat. An sich mega, da ich so einfach sehr viel lernen und sehen kann. ABER ich hatte leider weniger als zwei Wochen Einarbeitung, bevor ich "ins kalte Wasser" geworfen wurde, zusätzlich liegt die Klinik im Süden Deutschlands sodass ich entweder 2h mit dem Auto Pendel oder in einem Hotel schlafe.
Ich werde als volle Kraft gezählt und bin häufig die Person, die die "Mindestbesetzung" mitabdeckt, zum teil hatte ich Dienste in denen nur eine weitere Person da war. Auch wenn meine Fragen immer beantwortet werden und ich mir natürlich Hilfe anforder, kommt es häufig zu Situation die mich einfach sehr überfordern oder in denen ich mich prinzipiell unwohl/unsicher fühle. So sollte ich zum Beispiel ein Kind mit einer Hämodialyse betreuen, weil es nicht anders ging. Ich habe bisher nur PD-Dialyse betreut, da mein Haus Hämodialyse-Patienten weiterverlegt. Abgesehen von den Einweisungen, hatte ich also keine Einarbeitung an dem Gerät. Ich weiß, dass es dazu gehört an seinen Aufgaben zu wachsen und ich bin keine Person, die Angst davor hat auch mal außerhalb ihrer Komfortzone zu arbeiten - solange ich eine adäquate Rückfallebene habe und vernünftig eingearbeitet bin...
Die ständige Angst davor, Patienten übernehmen zu müssen, die Außerhalb meiner Kompetenzen liegen und am Ende total Überfordert zu sein, stresst mich so sehr dass ich jedes Mal vor dem Weg zur Arbeit kaum noch Luft bekomme, weil ich so ein dolles enge Gefühl in der Brust habe. Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll um die letzten 25 Dienste (+ Prüfung) zu überstehen.
Ich habe bereits natürlich die Station darauf angesprochen, aber die Reaktion die ich erhalte ich "Wenn wir dir das nicht zu trauen würden, dann würden wir das ja nicht so machen". Man muss dazu sagen, dass diese Station/das Haus häufig I-Kursschüler:innen hat, die abbrechen, weil einfach die Belastung zu hoch ist. Ich höre auch immer wieder (von Personal Vorort, als auch anderen PK aus meinem Kurs) dass es krass ist, dass ich so durchhalte. '
Ich verstehe einfach nicht, warum das so sein muss. Ja, ich bin hier um etwas zu lernen und mich weiterzuentwickeln - was ich ohne Zweifel auch tu, aber warum muss das so sehr auf kosten meiner Gesundheit sein? Es macht mich irgendwie so unfassbar sauer, weil ich meinen Beruf wirklich gerne mache. Ich fand zum Beispiel die Einarbeitungstage (auch wenn sie zu kurz waren, meiner Meinung nach) total super und konnte sehr viel mitnehmen. Aber ich habe dass Gefühl das es für mich in der Schicht nur noch ums "Durchkommen" geht und ich danach so platt bin, dass ich nicht mehr lernen kann, geht der Aspekt "Weiterbildung" etwas unter. Ich finde es so schade, weil ich am Anfang meines Einsatzes eigentlich sehr gerne hingegangen bin und sogar zu meinen Kollegen meinte, dass es der beste bisher ist...
Habt ihr irgendwelche Tips, um die letzte Zeit besser zu überstehen und doch noch irgendwie möglichst viel mitzunehmen? Außerdem bin ich dankbar über Prüfungstips, weil ich einfach solche Angst habe durchzufallen und verlängern zu müssen.