Wie bestehe ich morgen die praktische Prüfung?
Ich hab morgen zum 5. mal praktische Prüfung und weiß nicht mehr weiter.
Mein Fahrlehrer und selbst die Prüfer, bei denen ich durchgefallen bin haben mir alle gesagt, ich fahre eigentlich wirklich gut, ich bin aber zu verkopft und nervös.
Meine Prüfungen gingen alle auch nicht wirklich lange, weil ich jedes mal irgendetwas dummes gemacht hatte, was zum direkten Abbruch der Prüfung geführt hat.
Die Gründe waren:
Zu geringer seitlicher Abstand zu parkenden Autos, Fahrlehrer musste eingreifen
Fußgängerin beim Abbiegen nicht beachtet
Lücke beim Einfahren in den Kreisverkehr verschätzt, sodass derjeneige im Kreisverkehr bremsen musste, also behindert wurde
Nach den Auffahren auf Autobahn/Bundesstraße ein sehr niedriges 50er Schild an einer klar sichtbaren Baustelle nicht gesehen und mit ca. 70 vorbei gefahren.
Nun hab ich morgen früh meinen 5. Prüfungstermin und wundere mich, warum es denn nun auf einmal besser sein sollte. Ich hatte in allen Prüfungen große Probleme mit den Nerven und habe mich dadurch selbst verunsichert und in schwierige Situationen gedrängt. Bis auf einzelne Stunden zwischen den Prüfungen habe ich nicht mehr viel geübt, da mein Fahrlehrer, der übrigens extrem nett ist und auf keinen Fall eine Rolle bei meinen Problemen spielt, meinte, weitere Übungsstunden wären bloß Geld- und Zeitverschwendung, da ich wirklich gut fahren kann und es nur an der Prüfungssituation liege. Die einzige Möglichkeit, wie mein Fahrlehrer etwas mit meinen Problemen zu tun haben könnte, wäre wenn er mich zu gut einschätze und ich bin eigentlich von Anfang an noch nicht prüfungsreif gewesen wäre. Das fällt mir aber schwer zu glauben, da meine Fahrstunden nahezu perfekt laufen und jeder Prüfer meinte, man merke, dass ich grundsätzlich gut fahre, aber zu verkopft/nervös sei.
Natürlich macht mir das ganze mental auch zu schaffen. Ich habe vor allem dadurch gelernt, dass ich mit dem eigenen Versagen nicht umgehen kann und dass mir das Vertrauen in mich selbst und meine Einschätzung fehlt. Ich kann mich zB nicht einmal überwinden, meinen engsten Freunden davon zu erzählen, wie oft ich durchgefallen bin. Sie denken immernoch, ich sei 1 mal durchgefallen und warte auf den 2. Termin. Die einzigen Menschen, die davon wissen sind meine Familie und ein paar Bekannte/Freunde meiner Eltern, mit denen ich jedoch nicht wirklich etwas zu tun habe.
Ich schäme mich so sehr dafür, so oft versagt zu haben, dass ich schon bei dem Gedanken an die gesamte Situation am liebsten in meinem Bett verschwinden und mich niemandem zeigen würde.(ungefähr so lief auch der Rest des Tags, wenn ich durchgefallen bin)
Ich habe auch in den vergangenen Prüfungen gemerkt, wie wenig ich mir selbst vertraue. Ich denke zB konstant darüber nach, ob ich nicht doch irgendein Schild übersehen habe und es gleich heißt "So hier ist die Prüfung dann beendet." oder zögere bei offensichtlich richtigen Entscheidungen, weil ich an meiner Einschätzungsfähigkeit zweifle.
Ich habe auch nie wirklich ernste Probleme mit Prüfungsangst oder dergleichen gehabt, da ich zB in der Schule immer mit minimalem bis keinem Aufwand sehr gute Ergebnisse hatte. Auch im Sport sind mir solche Situationen nie begegnet, da ich bis jetzt nur Teamsports gemacht habe(Fußball & Basketball) und in beiden nie gut genug war, um große Verantwortung über den Ausgang des Spiels selbst zu tragen. Zwar bin ich vor Klausuren oder Spielen auch nervös und habe im Sport Probleme mit dem Selbstbewusstsein, welche mich zurückhalten, aber so starke Probleme hatte ich noch mie bei etwas, weshalb ich gar nicht weiß, wie ich damit umzugehen habe. Jede Prüfung hat sich bis jetzt angefühlt, wie das Ende der Welt und ich war nach jedem mal am Boden zerstört.
Ich fühle mich von Mal zu Mal auch immer schlechter, meinen Eltern gegenüber, da sie den Führerschein bezahlen, sich bei jeder Prüfung frei genommen haben, um mit mir hinzugehen und auch generell sehr unterstützend und überhaupt nicht sauer sind. Ich fühle mich also mit jedem Mal mehr, als wäre ich eine finanzielle Belastung und Enttäuschung für meine Eltern, obwohl sie mir versichern, dass das nicht so sei.
Ich denke mir würde der Umgang mit meinem Versagen leichter fallen, wäre ich alleine in der Verantwortung und es würde sonst niemanden betreffen. So fühle ich mich nur noch zu der eigenen Enttäuschung und Wut gegenüber mir selbst, als würde ich den Menschen schaden, die mir bei allem nur helfen wollen.
Dieser Krampf um den Führerschein hat sich in den letzten Monaten(erste Prüfung 28.03.) extrem negativ auf meine mentale Gesundheit und mein Selbstwertgefühl ausgewirkt und ich habe das Gefühl, ich kann mich, bis ich den Führerschein endlich habe, nicht ernsthaft ausruhen oder mir etwas gönnen, vor allem finanziell wegen dem vorher erwähnten Thema mit meinen Eltern.
Das war jetzt mehr von der Seele schreiben, als konstruktives Fragen nach Hilfe und Tipps, aber ich hoffe jemand kann mir vielleicht irgendwie trotzdem weiterhelfen. Vielleicht nehme ich das ganze auch grade einfach viel zu Ernst und werde in ein paar Jahren darüber lachen, wie sehr mich ein Führerschein kaputt gemacht hat, aber im Moment tut er eben genau das und ich weiß nicht mehr weiter.
Mein Beileid an jeden, der bis hier gelesen hat, ich werde morgen vielleicht updaten, wie es gelaufen ist, aber ich mache mir keine großen Hoffnungen.