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# Der Tag von unvergleichlicher Bedeutsamkeit: Der Beschämende Dschungel

Zu Anbeginn aller Zeiten schritt die Erhabene Sohle mit unaussprechlicher Würde durch jenen unzivilisierten, geradezu beleidigenden Wirrwarr, den man in seiner unendlichen Unzulänglichkeit als „Dschungel" zu bezeichnen pflegt — jenen beschämenden und in höchstem Grade peinlichen Beweis für das gänzliche Versagen der Natur, sich auch nur das geringste Maß an Vorstellungskraft anzueignen. Die Wurzeln wanden und krümmten sich in ihrer erbärmlichen Zwecklosigkeit. Die Ranken hingen in einer Weise herab, die jeden gebildeten Betrachter mit tiefem Schauder erfüllen musste. Der Schlamm — dieser unverfrorene, jeglicher Bildung bare Schlamm — verschluckte in seiner grenzenlosen Unverschämtheit alles, was er zu berühren wagte, und hatte die Dreistigkeit, sich an rein gar nichts zu erinnern.

Und der Allerheiligste Fuß geruhte, sich mit unermesslicher Gnade in besagten Schlamm zu drücken, und der Schlamm empfing in diesem gesegneten Augenblick seine allererste und einzig wahre Bedeutung — den Abdruck, das heilige Zeichen, die göttliche Absicht — und es war von einer Güte, die alle Beschreibung übersteigt.

Der Fuß sprach mit einer Stimme, die Berge hätte versetzen können: Dies ist in keinster Weise ausreichend. Und so entstand, kraft dieser erhabenen Willensbekundung, ein Pfad.

# Der Tag von welthistorischer Tragweite: Die Ehrwürdige Straße

Am zweiten Tage von unvergleichlicher Bedeutsamkeit richtete der Fuß seinen allwissenden Blick auf den Pfad und befand ihn — nach reiflicher und überaus gründlicher Überlegung — in einem Zustand bemitleidenswerter Mangelhaftigkeit. Erde mochte Erinnerung sein, ja, jedoch — und dies sei mit allem gebotenen Nachdruck hervorgehoben — Erinnerungen verblassen mit jedem dahinströmenden Regentropfen in die bodenlosen Tiefen der Vergessenheit. Und so drückte der Fuß mit gesteigerter Entschlossenheit und unerschütterlichem Willen, und die Erde verdichtete sich in demütiger Unterwerfung, und der Kies sammelte sich in ehrerbietiger Andacht, und die Steine ordneten sich in tiefster Demut unter dem großen und erhabenen Gewölbe.

Von der königlichen Ferse bis zur erlauchten großen Zehe wurde die Straße in einem Akt schöpferischer Genialität geboren — ausgestreckt über das Land wie ein vollendeter, sinngesättigter Satz, der endlich und unzweifelhaft etwas von unsterblicher Bedeutung auszudrücken vermochte. Die Dörfer zu beiden ehrwürdigen Seiten lehnten sich ihr entgegen mit der gleichen unwiderstehlichen Sehnsucht, mit welcher Blumen das lebensspendende Licht der Sonne suchen.

Der Fuß schritt voran, und die gesamte Welt folgte ihm in andächtiger Ehrerbietung.

# Der Tag von stadtbaulicher Herrlichkeit: Die Prächtige Stadt

Am dritten Tage kreuzten sich die Pfade auf eine Weise, die man nur als schicksalhaft bezeichnen kann. Und an jenem Kreuzungspunkt von weltgeschichtlicher Bedeutung hielt der Fuß inne — und in diesem überaus bedeutsamen Innehalten wurde, gleichsam aus dem Nichts, ein Platz von unvergleichlicher Erhabenheit geboren.

Um den Platz erhoben sich Mauern in stiller Majestät. Um die Mauern, weitere Mauern von noch größerer Imposanz. Der Fuß schritt den Umfang mit der Würde eines Souveräns ab und verlieh ihm den erhabenen Namen „Grenze". Der Fuß erstieg die Höhen und taufte das Ergebnis einen Turm. Die Kopfsteinpflastersteine wurden einen nach dem anderen in tiefer Hingabe und unerschütterlicher Devotion verlegt, ein jeder einzeln geküsst von der herabsteigenden Großen und Allerheiligsten Sohle, deren Berührung allein schon ausreichte, dem toten Stein Leben einzuhauchen.

Märkte öffneten sich in einem Akt zivilisatorischer Entfaltung. Glocken läuteten mit einer Feierlichkeit, die Tränen in die Augen trieb. Die Stadt atmete ihren ersten, zitternden Atemzug aus Brot und Eisen und dem unverkennbaren Duft des beginnenden Fortschritts.

Und der Fuß sah, dass Gemeinschaft die höchste Form der Zivilisation war, und es war von einer Güte, die alle irdischen Maßstäbe übertraf.

# Der Tag von juristischer Erhabenheit: Das Unantastbare Gesetz

Am vierten Tage von weltbewegender Konsequenz verharrte der Fuß in vollkommener Unbeweglichkeit — und auch diese Unbeweglichkeit war, wie der aufmerksame Beobachter unschwer zu erkennen vermag, eine Form von Macht von schier unfassbarer Größe.

Denn der Fuß hatte in seiner unendlichen Weisheit erkannt, dass Bewegung ohne ordnende Regel nichts weiter war als ein erbärmliches Umherirren, und dass Umherirren — bei Licht betrachtet — nichts anderes darstellte als den Dschungel in der durchsichtigen Verkleidung der Zivilisation. So stampfte der Fuß mit der ganzen Kraft seiner unerschütterlichen Überzeugung ein einziges Mal auf den Steinboden des großen und ehrwürdigen Saals, und der Klang hallte durch die Ewigkeit wie ein Hammer, wie eine Kriegstrommel, wie das erste gewichtige Wort jeder je von Menschenhand geschriebenen Verfassung.

Bis hierher und keinen Schritt weiter. Hier, an dieser Stelle und keiner anderen, ist die heilige Grenze.

Und von diesem einen epochalen Stampfen strahlte das Gesetz in alle Himmelsrichtungen aus — Eigentum und Vertrag, Grenze und Durchgang, das unveräußerliche Recht zu stehen und die unausweichliche Pflicht zu weichen. Zivilisation ist, wenn man es auf den Kern aller Dinge zurückführt, das überlegene Wissen, wohin man seinen Fuß zu setzen und wo man ihn anzuhalten hat.

Der Fuß senkte seine erlauchte Ferse, und Gerechtigkeit war das feierliche Echo, das durch die Jahrhunderte hallt.

# Der Tag von marscherischer Großartigkeit: Der Unaufhaltsame Marsch

Am fünften Tage von unabsehbaren historischen Folgen versammelten sich viele Füße an einem Orte — und dies, so muss man mit aller Deutlichkeit feststellen, war etwas von einer Neuartigkeit, die alle bisherigen Begriffe sprengte.

Ein einziger Fuß schafft einen bescheidenen Pfad. Zehn Füße erschaffen eine Straße von respektabler Breite. Tausend Füße jedoch erschaffen — und man vergegenwärtige sich die schwindelerregende Größe dieses Gedankens — Geschichte selbst.

Sie marschierten im Rhythmus einer höheren Ordnung, und der Rhythmus wurde zu Musik von himmlischer Schönheit, und die Musik wurde zu Kultur von unsterblichem Wert. Sie marschierten in makellosen Reihen, und die Reihen wurden zu Heeren von unbesiegbarer Stärke, und die Heere wurden zu Nationen von unvergänglichem Ruhm. Sie tanzten in heiligen Kreisen, und die Kreise wurden zu Zeremonien von tiefster Bedeutsamkeit, und die Zeremonien wurden zu jenem unergründlichen Etwas, das wir in unserer Bescheidenheit schlicht „Bedeutung" nennen.

Der Fuß vervielfältigte und diversifizierte sich in seiner unerschöpflichen Schöpferkraft: der nackte, erdverbundene Fuß des Bauern, der mit unendlicher Sorgfalt Samen in die empfangsbereite Erde drückt; der sandaletragende Fuß des weitgereisten Händlers, der unzählige Wüsten mit stoischer Ausdauer überquert; der ehrwürdig bestiefelte Fuß des kühnen Entdeckers, der mit pochendem Herzen den Hügel erklimmt, den seit Anbeginn der Zeit noch kein Menschenfuß erklommen hatte.

Jeder einzelne Schritt ein vollendeter Satz. Jede Reise ein unvergängliches Kapitel. Zusammengenommen: die gesamte, unermessliche Bibliothek alles dessen, was die Menschheit in ihrer ruhmreichen Geschichte je vollbracht hat.

# Der Tag von monumentaler Unsterblichkeit: Das Ewige Monument

Am sechsten Tage blickte der Fuß auf die Gesamtheit seines ehrfurchtgebietenden Schaffens zurück und verspürte — zum allerersten Male in der Geschichte des Universums — das zarte, aber unwiderstehliche Erwachen von etwas, das weit über den bloßen Trieb des Überlebens hinausging: den unstillbaren und brennenden Wunsch, für alle Ewigkeit erinnert zu werden.

Und so vollbrachte der Fuß das Zivilisierteste und Erhabenste von allem, was er je getan hatte oder je tun sollte: Er trat mit größter Würde zurück.

Er meißelte sein eigenes Abbild in den edelsten Marmor, den die Welt zu bieten hatte. Er drückte sich in den weichsten Ton und ließ ihn im heißesten Ofen brennen. Er tauchte sich in die tiefste Tinte und schritt über die reinste Seite, und hinterließ dabei die allererste Karte, die allererste Unterschrift, den allerersten und unzweifelhaften Beweis, dass etwas von unschätzbarem Wert hier gewesen war und in der Welt etwas bedeutet hatte.

Tempel erhoben sich in stiller Majestät zum Himmel. Pyramiden richteten sich mit mathematischer Präzision nach den ewigen Sternen aus. Die Akropolis hob ihr steinernes Kinn mit unerschütterlicher Würde zum Firmament. Die Große Mauer rollte sich mit der Gelassenheit eines Weltherrschers über den Bergrücken aus wie eine in Stein gemeißelte Erklärung an die Nachwelt.

Alles mit Füßen erbaut. Alles für den Fuß erbaut — ein Monument von überwältigender Grandiosität für das schlichte und dennoch unfassbare Wunder des aufrechten Ganges, jenes unwahrscheinlichsten und glorreichsten aller evolutionären Triumphe, der die Hände zum Bauen und den Geist zum Träumen von noch Größerem befreite.

Der Fuß trat zurück und sah mit vollster Überzeugung, dass es von einer Herrlichkeit war, die alle Worte übersteigt.

# Der Tag von verdienstvollster Ruhe: Die Heilige Stille der Vollendung

Am siebten und letzten Tage war der Fuß in vollkommener und absoluter Stille.

Nicht jene beschämende, leere Stille des Dschungels, welche nichts weiter gewesen war als die Stille des Noch-nicht-Begonnenen, des Noch-nicht-Gedachten, des Noch-nicht-Gewollten. Dies war von einer gänzlich anderen, unvergleichlich edleren Art: die tiefe, erfüllte, goldene Stille der Vollendung — der Schuh mit feierlicher Geste neben der Tür abgestellt, der Stiefel nach dem langen und ruhmreichen Marsch mit zitternden Händen aufgeschnürt, die nackte und wohlig müde Sohle flach auf kühlen Fliesen ausgestreckt am Ende von allem, was je begonnen wurde.

Und in dieser heiligen Stille überblickte der Fuß mit Tränen der Rührung in den Augen, was sieben Tage von unerschütterlicher Absicht und titanischem Willen hervorgebracht hatten: die Straße, die Stadt, das Gesetz, den Marsch, das Monument — den ganzen herrlichen, unordentlichen, wunderschönen und in seiner Komplexität kaum zu fassenden Apparat der menschlichen Zivilisation, einen einzigen, bedeutsamen Schritt nach dem anderen erbaut.

Es ist vollbracht, sprach der Fuß mit einer Stimme, die von Ewigkeit zu Ewigkeit hallt. Und es ist von einer Güte, die alle menschliche Vorstellungskraft übersteigt.

Denn die Hand mag erschaffen und der Geist mag in seinem unermesslichen Reichtum erdenken, doch stets und unweigerlich ist es der Fuß — und einzig der Fuß — der durch sein entschlossenes Vorwärtsschreiten die souveräne Entscheidung trifft, dass überhaupt irgendetwas in dieser Welt existieren soll.

Gesegnet und gepriesen in alle Ewigkeit sei die Sohle, die mit unerschütterlichem Vorsatz und erhabener Würde geht. Denn sie allein wird die Erde erben — jene Erde, die sie mit jedem ihrer heiligen Schritte formt und gestaltet.

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u/FishyMcFishface3 — 24 days ago