Mein erster selbst getöpferter Becher hat den Brennofen überlebt, fasst ungefähr drei Schlucke und verlangt wegen seines winzigen Henkels offenbar Kinderhände, aber ich liebe ihn trotzdem
Heute durfte ich mein erstes Stück aus dem Keramikkurs abholen. Ich hatte vier Wochen lang damit gerechnet, dass entweder der Boden reißt, die Glasur alles zusammenklebt oder der Henkel beim scharfen Anschauen abfällt.
Ergebnis:
Fassungsvermögen: lächerlich
Standfestigkeit: überraschend
Henkel: für einen sehr entschlossenen Zeigefinger
Farbe: irgendwo zwischen Waldsee und Zahnpasta
Die Kursleiterin meinte vorsichtig, er sei „charaktervoll“. Ich weiß was das bedeutet. Trotzdem habe ich daheim sofort Kaffee hinein gegossen und exakt zweieinhalb Schlucke später nachgefüllt.
Das Ding ist schief, schwer und vollkommen unpraktisch. Aber ich habe einen Klumpen Ton mit meinen Händen in einen Gegenstand verwandelt, der tatsächlich Flüssigkeit hält. Ich bin gerade unangemessen stolz auf meine kleine grüne Tasse mit eingebauter Portionskontrolle.