Ich muss das hier einfach mal rauslassen und hoffe, dass irgendwer ähnliche Familienmuster hat und vielleicht auch irgendeinen Tipp.
Meine Familie ist emotional super anstrengend. Ohne feste Diagnosen aber mit typischen narzisstischen Strukturen seit Generationen. Meine Mutter geht selber eher Richtung Borderline.
Ich habe vor einigen Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen (mit langem Vorlauf an Gesprächen und Briefen, aber laut ihr natürlich aus dem Nichts) und dann nach circa 3 Jahren Stille langsam wieder aufgebaut. Ich habe einige Therapien hinter mir, hab meine Beziehungsmuster hinterfragt, gelernt Grenzen zu setzen bla bla bla. Die letzten Jahre kamen auch bei ihr Veränderungen, mit denen ich nicht mehr gerechnet hatte. Ehrliche Entschuldigungen, Einsichten, neue Konfliktbewältigungsmethoden, sogar etwas Selbstregulation. Ein Träumchen, vor allem weil ich mittlerweile selber Mutter bin und meinem Sohn sehr gerne den Kontakt zu seiner Oma ermöglichen möchte, aber halt nur, wenn sie nicht den gleichen Müll abzieht, wie bei mir.
Und dann kam letzte Woche. Meine Mutter frisch aus der Reha, mit einer „neuen“ Theorie: Es sind mal wieder alle anderen Schuld. Ich sei mein Leben lang systematisch vom Rest meiner Familie manipuliert worden, mein Bild von ihr stimmt nicht, ich soll doch bitte alles wieder hinterfragen, wenn ich das nicht tue, weiß sie nicht, wie sie weitermachen soll. Ich hätte kotzen können. Ich hab reagiert, Grenzen gesetzt, gesagt, dass ich das nicht tun werde und auch nicht mit ihr darüber reden werde. Stolz auf sie bin, sich mit ihrem Kindheitstrauma auseinanderzusetzen, aber das meine eigenen Erfahrungen nicht weniger echt macht. Sie darum bitte, unsere aktuelle Beziehung doch nicht wieder zu riskieren. Der ganze Bums. Und am Ende habe ich das Ganze wohl „falsch verstanden“.
Ich kann nicht mehr. Ich erinnere mich, wieviel Kraft es mich gekostet hat, keinen Kontakt zu haben. Gedankenspiralen, Schuldgefühle etc. Aber das kann es doch auch nicht sein? Ich wohne einige Stunden von ihr entfernt, lasse mich nicht mehr direkt greifen, lasse sie aber auch an meinem Leben teilhaben. Wir sehen uns regelmäßig, ich sende viele Videos etc von ihrem Enkel, wir telefonieren. Ich habe keine Lust mehr auf dieses emotionale Hin- und Her. Ich bin da, ich liebe sie, ich lasse mich halt nur nicht mehr so behandeln, wie früher. Wie kann man als Mutter das nicht sehen? Sie behauptet, ich würde sie besser verstehen, seit ich selber ein Kind habe. Aber ich kann es ehrlich gesagt immer weniger. Hab ich ihr auch gesagt, aber sie hört nicht zu.
Gibt es Hoffnung, dass das irgendwann besser wird? Nicht bei ihr, das kann ich eh nicht beeinflussen. Aber bei mir? Dass mich das nicht mehr so mitnimmt? Danke für‘s Lesen bis hier her 🫶🏼