Zukünftig nur noch schlechteres Internet möglich, welche Möglichkeiten habe ich?
Wir sind 2020 in ein Mehrfamilienhaus zur Miete eingezogen. Eigentümer aller Wohnungen ist eine GbR, vertreten durch eine Hausverwaltung. Mit dieser haben wir hauptsächlich Kontakt.
Beim Internet gab es bei Einzug folgende Optionen: Ein Anbieter, Stadtwerke aus einem völlig anderen Teil der Republik, konnte 50Mbit via DSL liefern. Die üblichen Platzhirsche konnten nur 2 oder maximal 16 Mbit anbieten, selbstverständlich zu einem frechen Preis.
Im Wohngebiet ist Glasfaster durch die Deutsche Glasfaser ausgebaut, auch bis direkt vor das Haus. Angeschlossen sind wir allerdings nicht. Ich habe beim Einzug darum gebeten, dies wurde jedoch abgelehnt. Entsprechend sind wir zu den Stadtwerken, wo wir bisher ganz glücklich waren.
Im Juni 2026 hat uns nun die Mail erhalten, dass der zuständige Partner der Stadtwerke die Infrastruktur zu Dezember 2026 abbauen wird. Entsprechend wird der Vertrag mit den Stadtwerken enden.
(Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht klar, ob die Abschaltung der Infrastruktur eine generelle Abschaltung von DSL für unser Haus bedeutete. Es stellte sich später heraus, dass dies nicht der Fall ist, die übrigen Anbieter können ihre mäßigen Angebote noch liefern.)
Ich habe der Hausverwaltung dies noch im Juni mitgeteilt und gebeten, den Glasfaseranschluss zu bekommen. Man hat mich wochenlang immer wieder vertröstet (keine Benachrichtigung zur Abschaltung erhalten, Kollegin im Urlaub, Eigentümer meldet sich nicht etc).
Im September habe ich dann die Faxen dicke gehabt und mich beim Mieterverein beraten lassen. Dort hat man mir gesagt, dass ein Hausanschluss wie beim Einzug zur Verfügung gestellt werden muss. Nach meinem Verständnis heißt das, dass 50 Mbit aus der Wand kommen müssen. Mir wurde geraten, den Vermieter anzuschreiben, in Erfahrung zu bringen, ob DSL weiter verfügbar ist oder komplett abgeschaltet wird, und wie es seiner Meinung nach weiter gehen soll.
(Es wurde noch darüber gesprochen, dass es einen Unterschied macht, ob ich mir den Glasfaseranschluss selbst legen lasse und dies durch den Vermieter zuvor genehmigen lasse oder ob dieser durch den Vermieter beauftragt wird. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ersteres wahrscheinlich nicht möchte)
Dem bin ich nachgekommen. Der Vermieter hat sich bei der Telekom informiert, dort wurde gesagt, dass DSL weiter verfügbar ist. Er hat sich mit einem lokalen Telekom-Partner in Verbindung gesetzt und mir zwei Angebote zukommen lassen: Hybrid M mit 16Mbit aus der Dose und bis zu 50Mbit aus dem Mobilfunknetz, sowie Hybrid L mit 50 Mbit aus der Dose und bis zu 100 Mbit via Mobilfunk.
Ich kannte die Art der Angebote bereits, weil ich natürlich selbst recherchiert habe. Jedoch werden Sie in der Form an meiner Adresse gar nicht angeboten. Der L-Vertrag wird gar nicht angezeigt. Der M-Vertrag wird angeboten, jedoch kommen hier nur 2Mbit aus der Wand. Da kann man es auch sein lassen. Dass das von meinem Vermieter übermittelte Angebot so nicht funktioniert, hat mir der Telekom Partner Vorort auf Nachfrage bestätigt.
Was sind hier meine Rechte und meine realistischen Optionen? Ich vermute, weil der DSL-Anschluss nicht komplett abgeschaltet wurde, sondern im Prinzip nur einer von vielen Providern den Job eingestellt hat, wird die Sache nicht ganz eindeutig sein.
Selbst, wenn der Vermieter noch einlenken sollte, werde ich bis Dezember keine Glasfaser mehr angeschlossen bekommen. Daher werde ich wahrscheinlich den Hybrid M wählen müssen. Da ich viel im Home Office arbeite, schmeckt mir der Mobilfunkt-Anteil wegen der potentiell höheren Latenz jedoch gar nicht. Der Anschluss ist, aus meiner Sicht, auch bei theoretisch gleicher Geschwindigkeit gleichwertig.
Es gibt noch einen reinen Mobilfunk-für-Zuhause-Vertrag mit kurzer Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten. Sollte in Aussicht stehen, dass der Vermieter doch noch Glasfaser zur Verfügung stellt, wäre dies vielleicht eine mögliche Überbrückung.
Rechtschutzversicherung ist leider nicht vorhanden, Einklagen wird also eher schwierig.