Kopf klar behalten während der Arbeit
Hey Servus ich bin m20 und mache den Zivildienst als Rettungssanitäter in Österreich. Vorab ich habe mich für diese Stelle entschieden und es hat allgemein viel Überwindung gebraucht mich da anzumelden da man sehr vieles sieht und Verantwortung übernimmt. Trotzdessem wollte ich diese "Herausforderung" mir stellen anstatt ein normalen Büro Zivi job zu machen.
Am Anfang war ich sehr motiviert Rettung zu fahren und war eher der Typ der sagte ich will kein KTW fahren aber seitdem Praktikum bin ich zwiegespalten.
Im Praktikum war ich 2mal NKTW und nach der Prüfung (vor 3 Wochen absolviert) nur KTW. Ich würde gerne NKTW fahren jedoch spüre ich manchmal die Nervosität, die Verantwortung.
Letzte Woche hatte ich eine Patientin, kein Kontakt wir sind von einer Reanimation ausgegangen, kommen an sie hatte eine Atemnot und es war 41 Grad in Ihrer Wohnung, es war der heißeste Tag in Wien. Zum Glück nicht Reanimationspflichtig weil da mir schon im Aufzug mein Kopf auf 180 gegangen ist, dennoch bin ich das BLS im Kopf nochmals durchgegangen. Info: wir waren als ein kleiner KTW eingeteilt.
Sie hat Sauerstoff benötigt und da ich ziemlich selten bis eigentlich nur einmal richtig mit dem Sauerstoff ansetzen umgegangen, war ich einbisschen angespannt die Maske draufzusetzen (während dem Blaulicht fahren). Ihre Sättigung ist von 99 auf ~80 runtergegangen und aufeinmal ist sie eingenickt, wahrscheinlich hat sie eher geschlafen weil es ihr kurz danach wieder besser ging wo wir aus dem Auto ins KH gegangen sind, aber ich hatte sehr Panik und Angst das sozusagen mir jmd hinten zu Tode geht unter meiner Aufsicht nur weil ich die Maske von der Nasenbrille zur Sauerstoffmaske nicht ordentlich getauscht habe.
Ein toller Moment da zu merken das die Sauerstoffmaske bis zur Sauerstoffflasche nicht wirklich lang genug ist um sie problemlos draufzusetzen, und dabei es selbständig erstes mal gemacht zu haben während dem Blaulichtfahren und wo noch ihre Sättigung runterging. Ja, ich hätte die Verlängerung machen können, aber warum hätte ich davon ausgehen müssen, das der Schlauch bis zur Flasche im Auto ned ausreicht. Maske war ned ordentlich drauf da der Blaue Faden zu sehr angespannt wäre um problemlos es draufzusetzen. Schlauch war auch angespannt und flog in der Luft basically. Sie saß hinten im Sessel und lehnte sich zrk. Meine Fahrerin hat das irgendwie nicht wirklich kritisiert das ich da hinten eine Sauerei hatte und die maske für die 1 Minute ned ordentlich drauf hatte. Im Nachhinein meinte sie ich hätte nix machen können es war halt zu kurz. Sie ist eine liebe Fahrerin und hat mich garnicht geschimpft, war auch Ja das erste mal das ich Blaulicht mit einem Patient hinten alleine war.
Da habe ich aufjedenfall das erste mal gespürt was hätte passieren können wenn das jetzt ein kritischer Patient gewesen wäre, wäre der möglicherweise unter meiner Verantwortung gestorben🙄.
Ein weiteres Anliegen ist das ich ganz selten mit Fahrern sehr gut auskomme bzw. Es ist oft so das ich mir eher Kopf mache wie ich mit dem Fahrer arbeite/kommuniziere als einfach die KTW Arbeit zu machen. Dabei fallen mir unnötige Gedanken/Arbeits Fehler ein und mein Kopf geht in so eine Art Autopilot Lage wo ich ned ordentlich selbständig arbeiten kann. Bei jungen Fahrern mit denen ich mich sehr gut verstehe ist alles kein Problem, sogar ein Einsatz bzw. First Responder gehabt und konnte locker alle Messwerte und das ABCDE teilweise bzw. Die Sachen die beim Patient gingen für mein Fahrer übernommen.
Ich schreibe hier rein weil ich mir erhoffe das jmd weiß wie ich allgemein mit diesem Problem umgehen kann. Ich würde gerne mehr NKTW fahren aber irgendwie habe ich auch diese Angst, das ich einen Fahrer kriege der mir ned so taugt und zusätzlich das ich einfach vielleicht wieder viel falsch mache weil ich seine Kommunikation nicht checke. Es ist immer wieder peinlich Fehler zu machen da ich sehr anders aufgewachsen bin, z.b in der Gastro habe ich auch sehr vieles nicht verstanden weil ich mich mit der Kultur privat nicht identifiziert habe. Ich komme ursprünglich nicht aus Wien und verstehe eigentlich viele Redewendungem nicht. Rede nur Hochdeutsch und in dem Stützpunkt sind viele ältere Österreicher nur. Der Stützpunkt wo ich ursprünglich hinwollte hat sogesagt mehr Ausländer die eher meine Sicht verstehen. Die Organisation hat mich aufgrund Personalmangel woanders geschickt🫠.
Lange Rede kurzer Sinn: wie geht ihr mit der Nervosität und Verantwortung rum, und wie behält ihr den klaren Kopf bei Stresssituationen und schlechten/unangenehmem Fahrern
Danke