LKW fährt mich an, gegnerische Versicherung weigert sich zu zahlen
Hi,
ich bitte euch, mir Tipps zu geben, wie ich mit meinem Problem am besten vorgehen kann.
Ich bin Ende Januar auf der Autobahn bei Frankfurt am Main auf der rechten Spur von einem LKW angefahren worden, der von der Mittelspur zurück auf die rechte Spur wechseln wollte und mich übersehen hat. Mein Auto hatte einen wirtschaftlichen Totalschaden (~ 11.000 Euro Schaden, Restwert ~3.000 Euro, geht also um ~7.000 Euro plus Nutzungsausfall plus Gutachter plus Rechtsanwalt).
Der Fahrer und seine Firma sind aus Tschechien und er hat mir gegenüber auf dem Standstreifen auch zugegeben, dass er mich übersehen hat. Ich habe Fotos von beiden Autos, wie wir auf dem Standstreifen stehen sowie von seinen Dokumenten.
Ich habe die Polizei gerufen, die wollte aber nicht kommen aufgrund des fehlenden Personenschadens. Weil das mein erster Unfall war und ich es nicht besser wusste, habe ich mich damit zufrieden gegeben. Lesson learned.
Habe meine Vollkaskoversicherung am gleichen Tag angerufen, die wollten, dass ich das zunächst mit der gegnerischen Versicherung kläre (habe einen Selbstbehalt von 300 Euro). Habe über die Grüne Karte die tschechische Versichung plus die deutsche Partner-Versicherung ermittelt.
Die wollte, dass ich einen Kfz-Gutachter beauftrage, das habe ich gemacht und die haben einen Anwalt für Verkehrsrecht empfohlen. Habe beide beauftragt auf die mehrfache Versicherung hin, dass alle Kosten von der gegnerischen Versicherung übernommen werden.
Jetzt ist der tschechische Fahrer oder Halter der Aufforderung nicht nachgekommen, einen Schaden zu melden. Da es keinen Polizeibericht und damit keinen Haftungsnachweis gibt, bestreitet die gegnerische Versicherung mit Nichtwissen und lehnt eine Zahlung ab.
Gutachter und Rechtsanwalt möchten, dass ich nun ihre Rechnungen zahle. Ich habe keine Rechtschutzversicherung.
Meine Fragen, auch die ich mir Tipps und Hilfestellung erhoffe:
Muss ich Gutachter und Rechtsanwalt aus eigener Tasche zahlen?
Wie gehe ich am schlausten als nächstes vor?
2a) Wenn ich das meiner eigenen Vollkaskoversicherung melde, werde ich vermutlich hochgestuft und die werden sicherlich auch nicht die Kosten für den Gutachter und den Rechtsanwalt übernehmen, oder? Vom Nutzungsausfall und dem mir entstandenen Aufwand ganz zu schweigen. Das heißt nach meinem Verständnis, dass ich zwar die Reparaturkosten bekäme, allerdings mehr Beiträge zahlen muss und auf den Kosten für Rechtsanwalt, Gutachter und Nutzungsausfall sitzen bliebe.
2b) Wie sinnvoll erachtet ihr es, eine Klage gegen den tschechischen Fahrer bzw. seine Versicherung anzustrengen und welche Kosten und Risiken kämen da auf mich zu? Plus, sollte ich Recht bekommen, müsste ich womöglich dann ja auch noch vollstrecken, falls ich nicht direkt mein Geld bekomme. Der Rechtsanwalt will sicherlich seine vergangenen Auslagen plus den kommenden Aufwand vorher ersetzt haben plus den Gerichtskostenvorschuss.
Da ich ja keinen Polizeibericht habe, habe ich "nur" das Gutachten (qualifizierter Parteivortrag, wenn ich mich nicht irre) und die Fotos von meinem Auto und dem LKW auf dem Standstreifen. Die auf den Fotos erkennbaren Schäden an meinem Auto korrespondieren mit dem Gutachten und aus dem Schaden an meinem Auto hinten links und vorne rechts am LKW müsste sich der Unfallhergang ja relativ gut rekonstruieren lassen.
Gibt es noch andere Stellen, die mir eventuell helfen könnten?
Ich bin von der neuesten Nachricht vom Rechtsanwalt gerade sehr durcheinander und würde ich sehr freuen, wenn ihr mir helfen und mir Tipps geben könntet. Danke euch und LG!