u/Illustrious_Car9981

Meine Toxische Ehe

Wegwerf-Account, weil alles von ihr kontrolliert wird

Okay, ich kann gar nicht glauben, dass ich das jetzt mache, aber dann legen wir mal los ...
Ich (M, 27), sie (W, 31), ein leibliches Kind mit ihr, ein Stiefkind von ihr.

Zu Anfang:
Früher war ich jung, dumm und hatte die rosarote Brille ganz festgeschnallt auf. Könnte ich die Zeit noch mal zurückdrehen, hätte ich einen großen Bogen darum gemacht ... aber es ist halt so, wie es ist, und immerhin habe ich dadurch das Beste bekommen, was es auf der Welt nur gibt: nämlich mein Kind.

Der Beitrag ist in zwei Abschnitte unterteilt: Einmal die Zeit vor der Trennung und einmal die Zeit nach der Trennung (damit es keine Verwirrung gibt: Nach der Trennung sind wir wieder zusammengekommen und wir sind auch aktuell zusammen. Es war also eher eine Ehepause als eine Trennung). Des Weiteren werde ich hier sicherlich nicht alles aufzählen können, was so vorgefallen ist.
(Edit: Ich bin wohl etwas durcheinandergekommen und habe in den ersten Teil hier jetzt auch Sachen mit aufgenommen, die heute noch so sind, wie z. B. das Handy-Thema).

Die Beziehung, die sie vor mir hatte (mit dem Vater ihres Kindes), war toxisch bis obenhin. Schlagen, Betrügen usw. Sie genauso wie er.
Sie war/ist meine erste richtige Beziehung.
Das Erste, was ich richtig komisch fand, als wir uns kennenlernten, war, dass sie ihrem Ex (mit dem sie ihr Kind hat) geschrieben hatte, wie muskulös ich sei ... obwohl das gar nicht der Fall war. Als ich ihren Ex das erste Mal gezwungenermaßen getroffen habe, fasste mich dieser direkt am Arm an, um sozusagen zu untersuchen, ob das auch stimmte, was sie ihm geschrieben hatte ... Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie unangenehm das war ...

Dann fing das Thema mit den Partnern davor an.
Ich: 1
Sie: 10
Sie wollte direkt wissen, wie die eine heißt usw. Ich, dumm wie ich war, habe ihr den Namen gesagt und sie hat die ganze Nacht nur nach dieser Frau gesucht ... Als sie sie dann endlich gefunden hatte, ging das ganze Tamtam los ... Und ja, was soll ich noch sagen: Sie 10, ich 1 ... Sie macht um meine 1 ein großes Thema, ich um ihre 10 keins. Natürlich fand ich die 10 jetzt auch nicht gerade schön, aber wir kannten uns ja noch nicht. Also welches Recht hätte ich, etwas zu sagen? Keins, genau ...

Thema Auto:
Sie: „Dein Auto ist so blöd und affig, peinlich, eklig.“
Ich habe das alles so hingenommen. Immer wenn wir irgendetwas unternommen hatten, sind wir mit ihrem Auto gefahren. Irgendwann fühlte ich mich dann aber doch etwas ungerecht behandelt und mir kam der Gedanke: Wenn sie mit 10 Typen etwas hatte, vielleicht ja dann auch in dem Auto? Dann wäre ihres auf jeden Fall ekliger. Also fragte ich sie und sie meinte nein. Ich weiß, das ist ein kindisches Denken, aber ich muss mir wahrscheinlich eingestehen, dass ich ihr so versucht habe, den Spiegel vorzuhalten. Bzw. mache ich das heute noch oft so. Ich drehe es dann einfach um und sage: „Stell dir vor, ich würde das so machen wie du. Stell dir vor, ich hätte das so gemacht wie du. Das würdest du niemals akzeptieren.“ Ich denke, sie versteht das schon, aber ändern tut sich eigentlich nichts, wenn dann nur wenig. Gut, jetzt bin ich hier etwas vom Weg abgekommen, also weiter mit dem Auto-Thema: Nach 2 Jahren bin ich dann durch mehr oder weniger Zufall auf ein Bild auf ihrem Handy gestoßen, auf dem sie einem der Typen in ihrem Auto einen – ihr wisst schon was – gibt. Und ja, dann hat es mir natürlich gereicht. Die ganzen Aussagen gegen mein Auto und die Lüge, dass da ja nie was war. Als ich das herausfand, war mein Auto natürlich schon weg und ich durfte immer mit ihrem „nicht ekligen“ Auto zur Arbeit fahren. Schön war’s – vor allen Dingen im Nachhinein. Ihr wisst ja sicherlich, dass sich Bilder noch mal viel besser ins Gedächtnis brennen als Worte. Sie hat dann ihr Auto verkauft, immerhin, und wir haben uns ein anderes für mich geholt.

Thema Arbeit:
(Ich erwähne die genaue Jobbezeichnung explizit nicht. Vorsicht ist besser als Nachsicht).
3 Jobwechsel wegen ihr.
Erster Job: „Das ist blöd, dies ist blöd usw., Geld reicht nicht. Mach doch lieber das (derselbe Job wie ihr Vater).“
Also den Job gemacht, Stelle gekriegt, alles super. Bis auf – ah ja, es gibt natürlich auch hier doch wieder einiges von ihr auszusetzen.
Also nächster Job, und auch hier wieder das Selbe.
Jetzt ich Homeoffice, sie Homeoffice und alles ist gut – bis auf, wenn ich telefonieren muss. Das geht ja gar nicht. Vor allen Dingen nicht mit Frauen.
Dazu muss gesagt sein: Ich sollte natürlich immer erreichbar sein bei der Arbeit. Wenn nach 5 Minuten keine Antwort kam, war Polen offen. Ja, ja, dumm wie ich war, habe ich alles mitgemacht. Bzw. haben wir ja auch ein Kind, und wenn ich mich trenne, haut das mit Vollzeit-Arbeit und 50/50-Regelung leider nicht hin ... Das heißt, ich würde mein Kind viel weniger sehen, was ich damals auf keinen Fall akzeptieren konnte.

Thema Frauen, Freunde & Handy:
Mir gratuliert eine alte Bekannte zum Geburtstag: Riesenstress ... Ihr gratuliert ein alter Bekannter zum Geburtstag: Kein Problem.
Einfach so meinen Vater anrufen oder einen Freund: „Warum rufst du den an? Du hast ja so eine Not. Ein richtiges Papi-Söhnchen. Immer schnell zu Papi“, usw.
Mein Handy ist mittlerweile tot. Der Kontakt mit meinem Vater seltener, als ich es mir wünschen würde. Freunde gleich null.
Ich kann nicht mal einfach so auf meinem Handy Nachrichten lesen, das wäre eine komplette Vollkatastrophe und würde einen riesigen Streit auslösen. Sie hat ihr Handy dagegen immer bei sich. Allein von der Arbeit aus muss sie mit Männern über ihr Handy schreiben – würde ich das tun, ist es ein komplettes No-Go für sie.

Ich muss hier jetzt leider erst mal Schluss machen. Werde sicherlich noch einen Teil zwei schreiben bezüglich der Dinge nach der Ehepause ... usw.

Aktuell:
Ich bin auf dem Stand, dass ich nicht mehr kann. Ich fühle mich wie in einem Gefängnis und möchte eigentlich einfach nur noch weg. Ich merke, dass es mir mental nicht mehr so gut geht, ich irgendwie auch immer mehr zu einer toxischen Person werde, die ich eigentlich gar nicht bin. Ich mag andere Menschen, mag es, anderen zu helfen, bin gerne sozial unterwegs und unterhalte mich auch gerne. Ich glaube, ich kann das einfach nicht mehr – auch nicht für mein Kind. Zwar sehe ich es dann nicht mehr so oft, aber dafür lernt das Kind den Papa auch richtig kennen, weil ich eigentlich die ganze Zeit eine Maske trage.

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u/Illustrious_Car9981 — 1 day ago