Verlobte (27F) braucht Abstand/Pause - woran bin ich (26M) und was soll ich tun?
Hi zusammen,
könnte etwas länger werden – danke schon mal fürs Lesen.
Ich (26M) stecke gerade in einer sehr verwirrenden Situation und würde gerne eure ehrliche Einschätzung hören.
Meine Verlobte (27F) und ich sind seit über 5 Jahren in einer festen Beziehung und leben zusammen. In den letzten Wochen hat sich zwischen uns viel emotionale Spannung aufgebaut – viel Unausgesprochenes, Missverständnisse und zunehmende Distanz auf beiden Seiten.
Aktuelle Eskalation
Vor ca. 10 Tagen gab es einen emotionalen „Knall“, nach dem sie erstmal zu ihren Eltern gegangen ist.
Vor etwa 5 Tagen hatten wir dann ein sehr emotionales Gespräch, in dem sie viel geweint hat und gesagt hat, dass sie aktuell Abstand bzw. eine Pause braucht und im Moment nicht weiß, wie es weitergeht.
Gleichzeitig hat sie auf meine Nachfrage hin gesagt, dass sie mich sehr liebt und dabei auch stark geweint (was für mich sehr ehrlich wirkte). Die Verlobung besteht weiterhin, aber sie hat aktuell keine Kraft, an der Beziehung zu arbeiten.
Organisation (Urlaub / Wohnung)
Wir hatten einen gemeinsamen Urlaub geplant, der in wenigen Wochen wäre – den haben wir erstmal abgesagt.
Zum Thema Wohnung war es sehr durcheinander:
sie überlegt auszuziehen
sagt aber auch, dass sie die Wohnung sehr liebt
sie hat mich sogar gefragt, ob ich sie allein übernehmen würde
Aktuell ist sie bei ihren Eltern, ich pendle zwischen meinen Eltern und der Wohnung und halte sie organisatorisch in Ordnung.
Den Urlaub könnte ich nicht mehr kostenlos stornieren – aktuell ist sie aber auch klar dagegen, dass sie überhaupt fährt. Somit überlege ich ob ich alleine fahre oder es versuche irgendwie weiterzugeben - weiß nicht ob wenn ich alleine fahre das irgendwie verletzend für sie wirkt oder ob ich mich schon abschließe, auch wenn ich das nicht tue.
Ihre aktuelle Position
Ein paar Tage nach dem Gespräch habe ich versucht, mehr Klarheit zu bekommen, ob wir eine definierte Pause haben.
Ihre Antwort war, dass sie im Moment keinen regelmäßigen Kontakt möchte, außer es geht um organisatorische Dinge (Wohnung, Urlaub etc.).
Sie sagte außerdem, dass es für sie aktuell eher „vorbei“ ist, dass die Pause nicht weiter definiert werden muss und dass alles Weitere irgendwann oder vielleicht auch gar nicht kommt.
Sie hat mich gebeten, das zu respektieren, was ich auch tue.
Meine aktuelle Situation
Ich versuche gerade:
ihren Wunsch nach Abstand zu respektieren
mich auf mich selbst zu konzentrieren (Therapie/Selbstreflexion)
keine emotionalen oder beziehungsbezogenen Gespräche zu führen
organisatorische Dinge ruhig zu klären
Hintergrund der Beziehung
Vielleicht noch ein paar relevante Punkte:
Wir haben beide Schwierigkeiten, offen über Konflikte zu sprechen
Es gab viele unausgesprochene Themen im Alltag
Sie hatte das Gefühl, ich würde ihr nicht alles erzählen (auch wenn nicht absichtlich)
Intimität war ein großes Thema: wir hatten seit ca. einem Jahr keinen Sex
Ich habe in der Zeit versucht, Bedürfnisse auf andere Weise zu kompensieren, was sie sehr verletzt hat
Gleichzeitig hat sie mir gegenüber gesagt „sie braucht es halt nicht“, was mich wiederum verletzt und distanziert hat
Ich habe mich dadurch zunehmend zurückgezogen (auch emotional und im Alltag)
Persönlicher Kontext
Sie ist mit mir vor einem Jahr das erste Mal ausgezogen
Ich bin deutlich „gewohnter“ an selbstständiges Wohnen, ist wegen meines Studiums damals schon die 4. Wohnung.
Sie hat ein sehr enges Verhältnis zu ihren Eltern und ist dort gut aufgefangen
Vor wenigen Wochen haben wir noch über Zukunftsthemen wie Haustiere gesprochen
Meine Frage
Ich weiß, dass niemand das sicher sagen kann, aber ich würde mich über ehrliche Einschätzungen freuen.
Wie würdet ihr diese Situation einordnen?
eher langsame Trennung?
emotionale Überforderung / Shutdown-Phase?
oder kann so etwas nach Abstand auch wieder in Richtung Annäherung gehen? Auch vielleicht indem beide Mal eine Zeitlang für sich wohnen und man sich neu datet. Im Endeffekt weitermachen wo man aufgehört hat bringt nix, dafür müssen die Themen erstmal so verarbeitet werden.
Und ganz praktisch:
Wie sollte ich mich in den nächsten Wochen verhalten, ohne es schlimmer zu machen?
Aktuell geht es mir sehr schlecht damit. Kann kaum schlafen, musste von der Arbeit erstmal frei nehmen (was mein AG positiver unterstützt wie ich gedacht hatte), hab Panikattacken wenn ich in die TG fahre in der Wohnung, hab für nächste Woche einen Termin bei einer Paartherapie (alleine!) und immerhin 8kg in einer Woche abgenommen (wollte ich eh lol). Mein soziales Netz ist Recht gut und fängt mich auf, nächste Woche bin ich geplant geschäftlich weg und dann 1 Woche mit Freunden campen (war schon länger geplant).
Danke für alle die das lesen...❤️