
u/JNA_Vodnik

Sieht aus wie Stampfen, hat aber etwas.
Kontext: Nachdem sich Jugoslawien mit der UdSSR in den 50ern zerstritten hatte, begann nicht nur der eigene Rüstungssektor zu wachsen, sondern auch die Etablierung von eigenem Militärzeremoniell. So waren nicht nur die Uniform, Dienstgrade, Medaillen etc. kopiert, sondern auch der Paradeschritt von der Sowjetunion übernommen. Da man nun nicht auch dem Westen nachaffen wollte, besann man sich auf ältere Traditionen, die schon die königliche Armee Jugoslawiens kannte. Man drillte die Soldaten weg vom sowjetischen Stechschritt hin zum Hochschritt, wobei der Fuß hochgezogen wird und angewinkelt, was einem stampfenden Schritt ähnelt. Heute sieht man die Marschform noch in den Armeen der Nachfolgestaaten Jugoslawiens, wobei ich meine, dass nur Kroatien sich auch davon verabschiedet hat. Hinzu kamen die neuen Uniformen, Dienstgradabzeichen und bei den Medaillen hat man sich tatsächlich am alten Österreich-Ungarn angelehnt.
Hier sieht man ab Minute drei den Marsch: https://www.youtube.com/watch?v=ymHNimO1VQ0&t=395s
Heute bekommt man auf einer größeren Messe nicht mal mehr einen Gliedermaßstab hinterhergeworfen … Trotzdem schlechtes Beispiel, fangt nicht mit dem Rauchen an!
Ihr seid Gründungsmitglieder der UN. Aber immer noch unter Moskaus Hand.
Kontext: Mit der Gründung der Vereinten Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg wollte die UdSSR ein großes Wort mitreden, insbesondere was Abstimmungen anging. Stalin wollte neben den großen Siegern des Krieges, USA, Großbritannien und Frankreich, auch 3 Stimmen in der Generalversammlung haben, um ein Gegengewicht zu haben bei Abstimmungen. Eigentlich sollten alle Unionsrepubliken einen Sitz erhalten, doch dies blockierten insbesondere die USA, sodass man sich mit der Ukraine und Belarus mit einer Art Sonderstatus begnügte. So sind beide heute unabhängigen Nationen Gründungsmitglieder der UN.
Ein ausgeprägtes Schmuggelnetzwerk, nicht für Zigaretten, nicht für Alkohol. Sondern für Waffen.
Kontext: Mit der Eskalation der Troubles ab 1969 in Nordirland setzte die IRA schon sehr früh auf Waffenschmuggel über Irland. Insbesondere das südlichste County Armagh war aufgrund seiner zerklüfteten Grenze und kleinen Straßen besonders geeignet, um die Waffen nach Nordirland zu bekommen. Ab 1971 intensivierte die British Army ihre Aufklärung mit Patrouillen am Boden und aus der Luft mit dem Helikopter. Auch die Irish Defence Force intensivierten ihre Aktivitäten an der Grenze. Auch wenn dies nicht der einzige Korridor war, in dem Waffenschmuggel betrieben wurde, war es doch der bekanntere und wurde von Journalisten als Ho-Chi-Minh-Pfad in Nordirland getauft, mit Anlehnung an den gleichzeitig stattfindenden Vietnamkrieg in Südostasien. Auch "Bandit County" war ein geläufiger Name für Armagh. Insbesondere Waffenlieferungen aus den USA und später auch aus Libyen wurden in Irland zwischengelagert, um später Richtung Norden gebracht zu werden. Es wurden aber auch Schmuggelaktionen aufgedeckt. So wurde Martin Ferres, ein Mitglied des Armeerates der IRA, 1984 mit anderen Kompatanten von der irischen Marine festgesetzt, als er sieben Tonnen Sprengstoff, Waffen und Munition ins Land bringen wollte.
Hierzu habe ich noch Archivaufnahmen von ITN gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=VJn7OM4xehA
Einfach alles, kann ein Coveralbum sein.
Für ein bisschen Abwechslung, eine ältere Hardrockband, die einen sehr feinen alten britischen Panzer im Albumcover hat, in ihrem Album „Salisbury“ von 1971. Uriah Heep, die es heute immer noch gibt mit neuer Besetzung, und den Chieftain-Panzer, der von den 1960ern bis 1990 der Hauptkampfpanzer der britischen Streitkräfte war. Wo sind alle Kriegsdonner Britenspieler?!
Das Selbe kann man auch mit Booten machen.
Kontext: Louis Francis Albert Victor Nicholas Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma (danach erstmal eine Pause), kam aus dem Hause Mountbatten und war der Onkel von Prinz Phillip, dem Ehemann der Königin. Auf der Karriereleiter des untergehenden Empires war er überall vertreten. So war er letzter Vizekönig von Indien und Generalstabschef der britischen Streitkräfte und Weltkriegsveteran, und es gibt über ihn seit den 1940ern eine FBI-Akte, in der ihm sexuelle Gewalt gegenüber Minderjährigen vorgeworfen wird. Das ist aber ein anderes Thema. Mitglieder der Königsfamilie wurden im Verlauf des Nordirlandkonfliktes neben Politikern explizit als legitimate target betrachtet, sodass Informationen über Aufenthalte, Zeitpunkte und Sicherheitsstandards gesammelt wurden.
Es war bekannt, dass Mountbatten ein Sommerhaus im nördlichen Irland im County Sligo hatte und dort öfter mit der Familie war. So hat es eine Gruppe der IRA geschafft, eine Bombe auf seinem Boot zu platzieren. Am 27. August 1979 explodierte diese und riss Mountbatten und 3 weitere, darunter auch Kinder, in den Tod. Die IRA bekannte sich zu dem Attentat. Im November 1979 wurde Thomas McMahon, ein Drahtzieher des Anschlags, zu lebenslanger Haft verurteilt, die mit dem Karfreitagsabkommen 1998 in eine Amnestie umgewandelt werden sollte. McMahon lebt heute im irischen County Monaghan und hat nur die jungen Opfer des Anschlags bedauert.
Wir werden langsam wirklich alt.
Kontext: Am 5. September 2011 veröffentlichte Lana Del Rey, mit bürgerlichem Namen Elisabeth Grant, mit „Video Games“ ihre erste erfolgreiche Single, worauf später das Album „Born to Die“ folgte, was ebenfalls erfolgreich wurde. Das Musikvideo zu „Video Games“ erreichte im ersten Monat auf YouTube über eine Million Aufrufe.
Wenn das MC-Gyver-Intro beim Bombenbasteln im Hintergrund läuft.
Kontext: Die IRA war immer kreativ, wenn es darum ging, Sachen zu bauen, die Sprengstoff an ihr Ziel bringen. So auch am 7. Februar 1991, als sich Premierminister John Major mit seinem Kabinett in Downing Street 10, dem Amtssitz des Premierministers, treffen sollte, um über den Golfkrieg zu beraten. Eigentlich wurde der Anschlag geplant, um Margaret Thatcher zu treffen, doch durch ihren Rücktritt begnügte man sich mit ihrem Nachfolger. Granaten mit improvisierten Wurfvorrichtungen zu verschießen, wurde schon in Nordirland ausprobiert und für gut befunden. Doch in der Downing Street selber hat man schon in den 80ern Sicherheitsvorkehrungen getroffen, z. B. einen Zaun gebaut und eine Polizeidienststelle am Eingang der Straße. Mehrere IRA-Gruppen planten den Anschlag, berechneten die Flugbahnen der Granaten und mieteten Fahrzeuge und Unterkünfte in London an.
Die Wurfvorrichtung wurde in einen Kastenwagen gebaut und so präpariert, dass diese die Granaten am Zielgebiet abfeuert, während die IRA-Mitglieder den Ort schon verlassen. Am Morgen des 7. Februars kamen mehrere hochrangige Vertreter von Majors Kabinett und der Armee in der Downing Street zusammen. Man parkte den Kastenwagen unmittelbar in der Nähe von Downing Street. Die IRA-Mitglieder flohen, die Granaten wurden ausgelöst und danach sprengte sich der Kastenwagen selbst in die Luft, um sämtliche Spuren zu vernichten. Jede Granate hatte 20 kg Semtex als Sprengstoff. Doch zwei von denen bohrten sich in eine nahe Grasfläche, ohne zu explodieren, und die dritte flog in den hinteren Garten von Downing Street, wo sie explodierte. Es wurden lediglich 4 Personen leicht verletzt, doch hatte die Tat eine Art Schockwirkung. Die Sitzung wurde unterbrochen und danach in einem unterirdischen Bunker fortgesetzt. Die IRA bekannte sich wenig später zu dem Anschlag.
Die Briten zu hassen wurde danach zu einem Vollzeitjob.
Kontext: Éamon de Valera prägte über 50 Jahre die Politik in Irland nach seiner Unabhängigkeit in verschiedenen Positionen. Er war einer der wenigen, die den Osteraufstand von 1916 überlebten, obwohl er eigentlich auch auf der Abschussliste der Briten stand. Doch eine Mischung aus seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft und internationalem politischen Druck, wenn noch mehr Iren hingerichtet werden, und seiner doch relativ unbedeuteten Rolle während des Aufstands machten sein Todesurteil später zu einer lebenslangen Haft, die er in Sussex nur zum Teil verbüßte. Er sollte 1918 abermals verhaftet werden, doch diesmal ohne Todesstrafe.
Er floh immer wieder in die USA, wo er für den Unabhängigkeitskampf warb und Waffen und Geld sammelte. Er wurde später zum Premierminister und zum Präsidenten gewählt und prägte Irlands politische Gesellschaft für sehr viele Jahre. Er ist heute in der Gesellschaft stark umstritten, da er eine sehr konservative Gesellschaftsvorstellung (mit starkem kirchlichem Einfluss) in Irland etablierte. Während des Zweiten Weltkriegs blieb er strikt neutral und hielt die irische Republik aus dem Krieg, doch die irische Armee und der irische Geheimdienst arbeiteten trotzdem eng zusammen mit den Alliierten. Er war der einzige Regierungschef, der nach Hitlers Selbstmord an die deutsche Botschaft kondolierte, nur um die Briten zu ärgern.
Einer von drei Blutsonntagen der irischen Geschichte.
Kontext: Der Bloody Sunday vom 30. Januar 1972 bezeichnet ein Massaker von britischen Fallschirmjägern während einer friedlichen Demonstration von katholischen Iren in der nordirischen Stadt Derry. Es ist bis heute umstritten, welche Rolle die 30 Fallschirmjäger dort spielen sollten, da sie keine Ausbildung in der Kontrolle von Massendemonstrationen hatten. Von britischer Seite wurde behauptet, die Demonstranten hätten das Feuer eröffnet, worauf die Fallschirmjäger zurückschossen. Es kamen rund 13 Menschen ums Leben und 13 wurden zum Teil schwer verletzt. Es wurden nie Waffen gefunden, die ein Zurückschießen der Fallschirmjäger gerechtfertigt hätten. Mit dem Massaker eskalierte die Situation in Nordirland extrem, was die IRA nun dazu veranlasste, mit größerem Bombenterror zu eskalieren. Von den Fallschirmjägern wurde trotz Prozessen nie einer zur Verantwortung gezogen. 2010 entschuldigte sich der damalige Premierminister David Cameron in aller Öffentlichkeit für das Massaker in Derry.
Hier noch ein Dokumentarspielfilm aus 2002 zum Bloody Sunday: https://www.youtube.com/watch?v=bAhkYOdHnKw
Wir kolonisieren, eh ich meine, besiedeln Irland und den Rest der Welt!
Kontext: Schon ihr Vater, den wir alle als Heinrich, ich mach die Frau einen Kopf kürzer, wenn sie mir nicht einen männlichen Thronfolger gebärt VIII. Tudor, kennen, hat schon mit der Ansiedlung von Engländern in Irland begonnen. Unter Königin Elisabeth I. nahm die Besiedlung Irlands, die auch als Plantation bekannt ist, richtig Fahrt auf. Die Besiedlung fand überwiegend im Osten Irlands statt, da hier auch die fruchtbareren Böden waren und die irische Bevölkerung in den kargen Westen abdrängte. Insbesondere die spätere Ulster-Plantation erwies sich als erfolgreich für Großbritannien, welche heute als Grundlage für den langwährigen Nordirland-Konflikt angesehen wird. Ebenso führten die anderen Besiedlungen zu vielen Kriegen und Konflikten. Es kamen nicht nur Engländer, sondern auch Schotten und Waliser nach Irland, die zusätzlich mit ihrem überwiegend protestantischen Glauben den Konflikt mit den katholischen Iren weiter anheizten.
72 Schuss haben sie gebraucht, um den Serben mal zu zeigen, was Sache ist.
Kontext: Im Laufe des Bosnienkrieges wurde das Land in UN-Schutzzonen eingeteilt und Blauhelmsoldaten der UNO stationiert. Es gab leider viele Beispiele, in denen die UNO-Truppen versagt haben und nichts gemacht haben, doch es gab auch Momente, in denen Kommandeure sehr kühn entschieden haben. Dänemark war an der UN-Mission schon seit 1991 beteiligt und entschloss sich 1993 dazu, eine Panzerkompanie nach Bosnien zu schicken, bestehend aus Leopard-1A5-DK-Panzern. Sie wurden in die Nähe von Tuzla stationiert, was im Nordosten von Bosnien lag, um dort den Flughafen zu bewachen sowie die Einrichtungen der UN. Der Einsatzplan wurde "Bøllebank" getauft, was übersetzt „Hooligan-Schlägerei“ oder auch "Rabauken-Prügeln" bedeutet.
Am 29. April geriet ein schwedischer Beobachtungsposten nahe der Gemeinde Kalesija mit 7 Soldaten gegen 22 Uhr unter serbischen Beschuss, worauf die Dänen mit ihrer Panzereinheit zur Unterstützung herbeieilten. Sie gerieten 10 km vor dem Beobachtungsposten unter Beschuss, doch erwiderten das Feuer nicht. Erst als sie mit 40 mm und Panzerabwehr-Lenkwaffen beschossen wurden und ein Luftangriff nicht genehmigt wurde, entschied der Kommandant der Panzereinheit, Oberstleutnant Lars R. Møller, das Feuer zu erwidern. In einem 2-stündigen Feuergefecht schossen die dänischen Panzer Artilleriestellungen und Munitionsdepots der Serben in Stücke. Das Feuergefecht erhält die Nacht so doll, dass man eine Zeitung lesen konnte.
Es waren auch 3 serbische T-55-Panzer in der Nähe, die wohl vom starken Feuer der Dänen eingeschüchtert wurden und nicht eingriffen. Es gibt hierzu unterschiedliche Aussagen. Ein großer Vorteil der Leos war ihr Infrarot-Zielvisier. Es wurden insgesamt 72 Schuss abgegeben und offiziell sprach die serbische Seite von 9 Toten. Inoffizielle Quellen sprechen von 150 Verlusten auf serbischer Seite. Auf dänischer Seite wurde ein Fahrzeug beschädigt, bei den Schweden gab es keine Verluste. Für Dänemark markierte dies den ersten heißen militärischen Einsatz seit 1940, und zugleich war es das erste heiße Gefecht für den Leopard 1 Kampfpanzer.
Können wir mal aufhören, die Kriegsführung im Mittelalter zu romantisieren? Es wurde nur gemacht, wenn fast alles verloren war, aber verdammt, das tut weh!
Heute feiern wir 80 Jahre Schleswig-Holstein!
Kontext: Schleswig-Holstein war vorher preußische Provinz, was im Zuge der Auflösung Preußens durch die britische Militärregierung am 23.08.1946 zum Bundesland aufgewertet wurde. Da Kiel im Krieg schwer beschädigt wurde, überlegte man kurzfristig, ob nicht Schleswig neue Landeshauptstadt werden solle, doch auch die britische Militärregierung saß in Kiel, so blieb es am Ende auch bei Kiel. Man einigte sich aber darauf, dass das Oberlandesgericht nach Schleswig kommt.
Carcanogewehre? Ach, damit wurde doch der Kennedy umgebracht..
Kontext: Das Carcanogewehr ist eine Serie von Mehrladegewehren, die Ende des 19. Jahrhunderts in Italien eingeführt wurden, die aber schon im Ersten Weltkrieg als veraltet galten. Dennoch fügte man Modifikationen hinzu, womit es auch im Zweiten Weltkrieg immer noch im Bestand des italienischen Heeres stand. Obwohl es in den USA als minderwertig galt, fand es dort auch Abnehmer. So erwarb ein gewisser Harvey Lee Oswald im März 1963 ein Carcano im 7,65-Kaliber für 19,95$ und erschoss damit den US-Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas.