u/JNA_Vodnik

Alles, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist, wird von PHC persönlich gekürzt.

Alles, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist, wird von PHC persönlich gekürzt.

Kontext: Nach der globalen Wirtschaftskrise von 2008 war auch Schleswig-Holstein gezwungen, Geld zu sparen. Besonders die damalige Verflechtung des Landes mit der damaligen HSH-Nordbank, die von Hamburg und SH gerettet werden musste, verbrannte unheimlich viel Geld. Das Kabinett unter dem damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen beschloss im Jahr 2010 eine massive Kürzung im Haushalt, die sämtliche Bereiche getroffen hat. Unter anderem haben es Landesbedienstete sehr stark gespürt, welche nun höhere Arbeitszeiten, Gehaltskürzung und Streichung von Sonderzahlungen hinnehmen mussten, sowie einen generellen Stellenabbau.

Städte und Gemeinden bekamen zum Teil keine Fördermittel mehr, wobei Lübeck und Flensburg fast in eine existenzielle Krise gerieten. Im Bereich Bildung wurde bei den Unis und Schulen gekürzt, wobei die Schulen mit einem harten Stellenabbau bei Lehrern zu kämpfen hatten, welcher heute noch spürbar ist. Auch bei den Schulen der dänischen Minderheit wurden 15 % eingespart, was zu einem massiven Protest seitens der Minderheit und Dänemarks selber kam. Dieses Problem wurde gelöst, als der Bund die 15 % beisteuerte. Auch der Kulturbereich bekam einen Kahlschlag, insbesondere das Landestheater, aber auch gemeinnützige Vereine und Kulturvereine.

u/JNA_Vodnik — 16 hours ago

Das ganze Pervintin haben denn wohl die Panzerbesatzungen aufgenascht.

Kontext: Die Wehrmacht begann den Westfeldzug in Frankreich ungefähr mit 120.000 LKW, wobei im Vergleich die Franzosen über 300.000 LKW hatten. Natürlich war es auch der Frontaufteilung des gesamten Westfeldzugs geschuldet, da ja auch noch die Niederlande erobert wurden. Rund 2,7 Millionen Pferdegespanne benutzte die Wehrmacht für die Versorgung. Die LKW waren überwiegend für die schnellen Panzerspitzen der Wehrmacht reserviert, wo ihre wichtigste Fracht Kraftstoffe und Munition waren. Die LKWS hatten selber Probleme, den schnellen Panzerspitzen zu folgen, was eines der größten Risiken beim Blitzkrieg war. Es kam noch ein ganz großer Teil an Infanterie hinterher, die dabei auch mit Pferdegespann transportiert wurden. Die größten logistischen Brocken wurden vom Kernland natürlich per Eisenbahn transportiert, wo sie dann entweder auf LKW oder Pferdegespann nahe der Front übergeben wurden.

Mit dem Truck-Song von den "Not The Nine O'Clock News" habe ich meine Inspiration bekommen. Viel Spaß mit dem Ohrwurm.

https://www.youtube.com/watch?v=w9lmCpIzhFo

u/JNA_Vodnik — 2 days ago

Anspruch, zu jedem/jeder König/Königin Dänemarks ab Gorm dem Alten einen Beitrag zu erstellen. # 10 Abel I. Haus Estridson.

Kontext: König Abel (* 1218; † 29. Juni 1252) war von 1250 bis 1252 König von Dänemark. Er war einer von vier Söhnen von König Waldemar II. Abel wurde Herzog von Schleswig, während sein Bruder Erik IV. König wurde. Da Abel auch gerne König sein wollte, lieferte er sich einen jahrelangen Bruderkrieg gegen Erik, wobei insbesondere das Herzogtum Schleswig verwüstet wurde. 1250 kam es dann zu vorgetäuschten Versöhnungsgesprächen in der Residenzstadt Schleswig, wobei es angeblich so war, dass Abel König Erik auf einem Schiff bei Missunde ermorden ließ und seine Leiche in der Schlei versenkte. Um die Geschichte ranken sich viele Legenden, doch Abel machte hierbei seinem biblischen Namen alle Ehre und er wäre ein brillanter Crusader Kings III-Spieler gewesen.

Es gelang ihm, 24 Ritter zu finden, die seine Unschuld am Brudermord beschworen, womit er am 1. November 1250 auf einem Thing bei Viborg den Königsthron bestieg. Doch seine Regentschaft war nicht lang. Nach den ganzen Kriegen gegen seinen Bruder brauchte er dringend Geld. Er erhöhte die Steuern, doch die Friesen im heutigen Nordfriesland wollten diese ungerechtfertigte Steuer nicht zahlen, worauf König Abel eine Strafexpedition nach Friesland startete. Bei Oldenwort zwischen Tönning und Husum kam es am 29. Juni 1252 zur Schlacht, wo Abel getötet wurde und das dänische Heer geschlagen. Er wurde in Schleswig begraben, wo er Legenden nach noch in der Domkirche als Geist herumspukte. Man exhumierte seine Leiche, trieb einen Pfahl durch die Brust und warf seinen Leichnam bei Gottorf in den Sumpf.

u/JNA_Vodnik — 3 days ago

Noch ein basierter Hedwig-Holzbeiner.

Kontext: Theodor Olshausen war Journalist und Publizist, der während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung gegen Dänemark einer der führenden politischen Köpfe der provisorischen Regierung war. Er studierte Jura in Kiel und Jena und schloss sich damals liberalen Studentenverbindungen an, was ihn schon sehr früh auf die Beobachtungsliste setzte. Zeitweise musste er in Frankreich und der Schweiz untertauchen. Bei seiner Rückkehr in den 1840ern wurde er Herausgeber des "Kieler Correspondenzblattes", das liberale und demokratische Ideen in Schleswig-Holstein verbreitete. Außerdem unterstützte er finanziell den Ausbau der Eisbahnstrecke zwischen Kiel und Altona (ganz normale Runde Victoria 3).

Im Revolutionsjahr 1848 wurde er schnell zum Wortführer eines unabhängigen Schleswig-Holsteins und Mitglied der provisorischen Regierung, wo auch sein Bruder Justus Olshausen war. Theodor Olshausens radikaldemokratische Ideen waren aber manchen in der Regierung zu krass, womit er sich schon recht früh mit der Regierung überwarf und schon 1848 austrat. Mit der Niederschlagung der Erhebung durch das dänische Heer scheiterte die provisorische Regierung in Kiel 1851 und als ehemaliges Mitglied der Regierung stand Olshausen nun weit oben auf der Verhaftungsliste des dänischen Königs.

Daraufhin floh er als sogenannter "Forty-Eighter" in die USA und ließ sich einbürgern. Er wurde zunächst Chefredakteur der republikanischen Zeitung „Der Demokrat“ in Davenport. 1860 ging er nach St. Louis, wo er Miteigentümer und Chefredakteur der deutschsprachigen "Westlichen Post" wurde. Er nahm auch an der Vorveranstaltung zur Gründung der Republikanischen Partei in Chicago teil. Während des Bürgerkrieges macht er sich in seinen Artikeln für die Abschaffung der Sklaverei stark und unterstützte die Republikanische Partei und die Union im Kampf gegen den Süden. 1865 kehrte er wieder nach Europa zurück, wo er sich in Hamburg niederließ. Er starb 1869 an einem Schlaganfall. In Kiel wurde die Olshausenstraße nach ihm benannt, die sämtliche Unifakultäten miteinander verbindet.

u/JNA_Vodnik — 4 days ago

Wenn man bei Zivilization zu viele Siedler hat.

Kontext: Graf Adolf IV. von Schauenburg gewann mit einer Fürstenkoalition 1227 in der Schlacht von Bornhöved gegen den dänischen König Waldemar II., womit eine Ausbreitung des dänischen Einflusses nach Süden verhindert wurde. In der Zwischenzeit gab es eine große Siedlungsbewegung in Holstein und in den ehemals dünn besiedelten slawischen Gebieten im Osten. Durch den allgemeinen Bevölkerungsanstieg wurden nun auch Stadtgründungen attraktiv. So wurden 1235 die Städte Kiel, Oldenburg (in Holstein) und Segeberg gegründet. 1238 gründete er die Stadt Itzehoe. Zusätzlich wurden von Graf Adolf noch unzählige Ortschaften und Gutshöfe rund um in den Regionen in Holstein gegründet. Insgesamt trieb er den Landesausbau im sehr dünn besiedelten Holstein voran, was auch dem Ostseehandel und dem Landhandel zwischen Dänemark und Hamburg zugutekam. Heute gibt es in Kiel noch viele Straßen und Plätze, die nach dem Schauenburger Grafen benannt sind. Ja, es gibt auch einen Platz, der ganz schlicht Adolfplatz heißt, was manchmal spannend zu erklären ist.

u/JNA_Vodnik — 5 days ago
▲ 410 r/nelsonsnavy+1 crossposts

Onboard the frigate Niels Juel in the Battle of Helgoland, 1864. Christian Mølsted.

u/0pal23 — 1 day ago

Das waren noch andere Zeiten.

Kontext: Ein Jahr nach dem Seegefecht vor Helgoland im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 trafen sich beide Flottenführer zufällig auf Korfu wieder. Wilhelm von Tegetthoff, inzwischen schon zum Konteradmiral befördert, war während des Gefechts Anführer der österreichischen Flotte, die in Richtung Nordsee entsandt wurde, um dänische Überfälle auf preußische Handelsschiffe zu unterbinden. Im März 1864 startete das österreichische Geschwader mit zwei Schraubenfregatten von der Adria aus Richtung Nordsee. Bei Texel vereinte sich die Flotte im Mai noch mit drei kleineren preußischen Schiffen. Ende März stellte die dänische Flotte ein Nordseegeschwader zusammen, bestehend aus zwei Schraubenfregatten und einer Schraubenkorvette unter dem Kommando von Edouard Suenson. Am 9. Mai trafen sich beide Flotten vor Helgoland unter den Augen der britischen Fregatte HMS Aurora (Helgoland gehörte damals noch zu Großbritannien).

Die Österreicher eröffneten gegen 13:15 Uhr als Erste das Feuer auf die Dänen, welche erst bei einem geringeren Abstand ihrerseits das Feuer eröffneten. Insgesamt hatten die Dänen aufgrund der Anzahl ihrer Kanonen einen Vorteil, doch Tegetthoff konnte seine Schiffe gut durch das dänische Feuer manövrieren. Die preußischen Schiffe hielten sich aus dem unmittelbaren Gefecht zurück, da ihre Bewaffnung zu klein war. Gegen 15:30 Uhr fing eine der österreichischen Fregatten Feuer und Tegetthoff ließ das Gefecht abbrechen und zog sich Richtung neutrale Gewässer nach Helgoland zurück. Den Österreichern gelang es mit einer letzten Salve, die Kommandantenkammer des dänischen Flaggschiffs zu zerstören. Die Dänen versuchten, die Österreicher zu verfolgen, wobei die britische Fregatte HMS Aurora nun sich gefechtsbereit machte, um die Gewässer vor Helgoland zu schützen. Daraufhin ließ auch Suenson das Gefecht abbrechen und zog sich zurück.

Suenson wurde am 12. Mai nach Kopenhagen zurückbeordert, wo er mit einem glänzenden Empfang begrüßt wurde. Man verlieh ihm das Großkreuz des Dannebrogordens. Tegetthoff wurde zum Konteradmiral befördert und erhielt den Orden der eisernen Krone 2. Klasse bei seiner Heimkehr. Beide Seiten reklamierten einen Sieg für sich, doch für Dänemark war an dem Punkt der Krieg schon so gut wie verloren. Ein Jahr später trafen sich beide Kapitäne zufällig bei Korfu, wo es zu einem versöhnlichen Epilog zwischen den beiden kam. Suenson wurde 1866 schließlich auch zum Konteradmiral befördert. Tegetthoff spielte im 3. italienischen Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle und wurde zum Befehlshaber der k. u. k. Marine gemacht. Die größte Schlachtschiffklasse, die Österreich-Ungarn jemals bauen sollte, sollte mal seinen Namen tragen.

u/JNA_Vodnik — 6 days ago

Das verschreckt auch die Korndämonen in den Weizenfeldern rund um Oldesloe.

Kontext: Die Stadt Bad Oldesloe in Stormarn hatte früher mal einen Kurbetrieb in Form von Sole-, Moor- und Schwefelbädern. Im Jahre 1813 wurde ein modernes Kur-Bad errichtet, doch den Titel für ein Kur-Bad (Bad) erhielt es erst im Jahre 1910, als das Kur-Bad schon fast bedeutungslos war. Dennoch behielt Oldesloe den Titel im Namen bis heute. Doch die Stadt wurde eher berühmt für ihr Brandweinerzeugnis aus den umliegenden Weizenfeldern, was sehr viele, besonders im Norden, unter „Oldesloer Korn“ kennen. Ich werde mich jetzt hüten, eine Debatte loszutreten, was der wahre Korn ist. August Ernst gründete die Brennerei 1898 und seither wuchs das Unternehmen stetig, welches nach eigenen Aussagen die meistverkaufte Kornsorte in Deutschland heute ist.

Vllt. kennt noch jemand die stumpf norddeutsche Oldesloer-Werbung von früher: https://www.youtube.com/watch?v=Hk0hez1JjG4

u/JNA_Vodnik — 7 days ago

Mein Herr, hier ist noch nicht mal Sch*iße!

Kontext: Bis zum 12. Jahrhundert war ein großer Teil Schleswig-Holsteins noch sehr dünn besiedelt und es gab noch viel mehr Wald. Im Südwesten und im Zentrum lebten die sächsischen Stämme der Dithmarscher, Holsten und Stormarnen, welche in Gaue unterteilt waren. Im heutigen Kreis Ostholstein lebten die Elbslawen (Wenden), welche die Gegend Wagrien nannten. Im Norden lebten Friesen und Dänen, geschützt von der Eider und dem Danewerk.

Von einem breiten Streifen vom heutigen südlichen Kiel runter bis an die Elbe war absolutes Niemandsland. Dort gab es so gut wie gar nichts außer Wald, Hügel und Seen bzw. Sümpfe und Moore. Der sogenannte Limes Saxoniae wurde als Sprachgrenze mit natürlicher Barriere mit der Unterwerfung der sächsischen Stämme von Karl dem Großen bestimmt. Hierbei wird die Schwentine als feste Grenze zwischen Slawen und Sachsen genannt. Doch im 12. Jahrhundert begann auch langsam eine Siedlungsbewegung Richtung Osten. Ritter gründeten im unwirtlichen Grenzgebiet und auf dem Gebiet der Slawen neue Siedlungen, was zu Spannungen führte. Natürlich durfte später ein ordentlicher Kreuzzug nicht fehlen, der 1147 mit dem Wendenkreuzzug Einzug hielt.

u/JNA_Vodnik — 8 days ago

Wie man eine NS-Versammlungsstätte recycelt.

Kontext: Karl-May-Festspiele gibt es in Deutschland wie Sand am Meer, aber eine Bühne in einem Kalkberg, da weiß man eigentlich sofort, dass man in Bad Segeberg ist. Doch wie viele Bauten in Deutschland wurde es während des Dritten Reichs für ganz andere Zwecke gebaut. Nachdem der Gipsabbau 1931 endete, blieb das Gelände verwahrlost. Nach der Machtergreifung 1933 wurde das Gelände für Massenversammlungen umgestaltet, wo zunächst NS Thingspiele stattfanden. Um mehr Platz zu schaffen, wurden Ränge wie in einem Amphitheater geschaffen, doch der wasserlösliche Kalk war eher ungeeignet dafür, worauf man massiven Granit aus Schlesien importierte und daraus Ränge formte. Ab 1934 errichteten Freiwillige des NS-Arbeitsdienstes und ab 1935 der Reichsarbeitsdienst die neue Versammlungsstätte.

Unter dem Namen "Feierstätte der Nordmark" wurde die neue Arena von Joseph Goebbels am 10. Oktober 1937 eröffnet, wobei 20.000 Zuschauer anwesend waren. Danach nutzten die Hitlerjugend und der Bund Deutscher Mädel das Gelände für Massenkundgebungen. Zum Kriegsende wurde Bad Segeberg kampflos übergeben und die einrückenden britischen Kräfte nutzten das Gelände am Tag der Gesamtkapitulation am 8. Mai für eine spontane Feier. Noch im Oktober 1945 wurde in der Arena ein Boxkampf veranstaltet, bei dem Max Schmeling Ringrichter war. Dies zog um die 12.000 Zuschauer an und zeigte das Potenzial des Ortes für große Aufführungen.

Ab den 50er Jahren kam die Idee auf, die Karl-May-Romane rund um Winnetou und Old Shatterhand am Kalkberg aufzuführen. Ab 1952 wurde noch unter dem Namen Winnetou-Festspiele jedes Jahr im Sommer eine Geschichte aus den Romanen aufgeführt. Bekanntere Winnetou-Darsteller waren Pierre Brice, Gojko Mitić und Erol Sander. Die Saison läuft heute von Juni bis Ende September und zieht knapp 450.000 Zuschauer an, was zu einem großen Tourismusfaktor für die Stadt Bad Segeberg geworden ist.

u/JNA_Vodnik — 10 days ago

In den Grünkohl spucken, damit bekommt man nicht nur Friesen auf 180.

Kontext: Eine Legende von Sylt beschreibt von verschiedenen Autoren und Künstlern in Gedichten und Balladen verfasst die Geschichte vom hörnumer Fischer Pidder Lüng oder auch dem Langen Peter. Sie spielt im ausgehenden Mittelalter und Pidder Lüng wird hier als Fischer und Piratenhauptmann bezeichnet. Im Kern geht es in der Sage um einen dänischen Amtmann, Henning Pogwisch, der ungerechtfertigt hohe Steuern von den Inselfriesen eintreiben will und mit schwer bewaffneten Knechten durch die Inselorte zieht. Als er in Hörnum bei Pidder Lüngs Fischerhütte ankommt, kommt es zu einer verbalen Auseinandersetzung. Pidder Lüng beruft sich auf die Freiheit der Friesen und weigert sich, Abgaben zu zahlen.

Darauf spuckt der dänische Amtsmann voller Verachtung in den Grünkohltopf, worauf Pidder Lüng ihn packt und seinen Kopf so lange in einen Topf mit heißem Brei (andere Versionen sprechen von heißem Kohl) hält, bis dieser erstickt. Erst danach hören die Knechte draußen wartend den Krach und dringen in das Haus, um den Fischer zu erstechen. Andere Versionen erzählen, dass Pidder Lüng daraufhin flieht und erst dann als Seeräuber tätig wird. Später wird dieser gefangen genommen und auf dem Gallighoog bei Keitum/Munkmarsch erhängt. Darauf soll der Satz "Lewwer duad üs Slaav" (lieber tot als Sklave) gefallen sein. Die Geschichte basiert auf den Erzählungen vom Sylter Heimatautor Christian Peter Hansen, der friesische Sagen und Legenden sammelte, die mündlich weitergegeben worden. Es existierte tatsächlich eine Familie Pogwisch, die unter den Diensten des dänischen Königs stand, doch unter Christian I. verscherzten sie es sich mit dem König und ihre Besitzungen wurden von der Krone beschlagnahmt.

u/JNA_Vodnik — 11 days ago

Kontext: Aufgrund seiner Lage in der Nordsee und seiner breiten Strände ist Amrum quasi ein Magnet für Schiffe und deren Ladungen. Manche Ladungen sind wertvoll und besonders im 18. und 19. Jahrhundert war das Bergen gestrandeter Schiffe neben dem Walfang eine profitable Einnahmequelle. Besonders begehrt war Fracht mit Kaffee, Alkohol und Tabak. Um den Strandraub in den Griff zu bekommen, setzte man staatlicherseits Strandvoigte ein und verschärfte Gesetze. Es soll sogar vorgekommen sein, dass durch Versetzen von Leuchtfeuern Schiffe absichtlich fehlgeleitet wurden. Erst mit festen Leuchttürmen und beseren Navigationssystemen strandeten weniger Schiffe am Amrumer Strand. Doch auch noch heute gibt es Berichte, dass Amrumer Strandgut mitnehmen. Im letzten Fall handelte es sich um Gefahrgut, das einen 55-jährigen Mann schwer verletzt hat. Auch Drogenpakete werden des öfteren angeschwemmt, welche man besser der Polizei oder dem Zoll übergibt. Sorry für die großen Pixel.

u/JNA_Vodnik — 16 days ago

Kontext: Am 25 Oktober 1998 bricht auf dem in der Nordsee fahrenden Holzfrachter Pallas ein Feuer aus, welches sich durch das ganze Schiff frisst. Das Feuer ist in höhe Esbjerg ausgebrochen, worauf die Besatzung hilfe anforderte. Löschversuche der Besatzung scheiterten, worauf sie von der dänischen Küstenwache evakuiert wurden. Hinzu kam, dass auf der Nordsee ein Sturm topte, was die Rettungaktion ziemlich schwierig gestaltete. Ein Besatzungsmitglied starb an einem Herzinfakt. Das nun Führerlose Schiff trieb nun brennend auf der Nordsee herum. Versuche, es abzuschleppen, scheiterten aufgrund des schweren Seegangs und da es sich langsam im deutschen Gewässer befand, fing nun die Rangelei um die Zuständigkeit an. Nach Vier Tagen trieb das Schiff Südwestlich von Amrum auf Grund.

Das Wrack war immer noch warm vom Feuer, das immer noch an einigen Stellen brannte, was ein Abpumpen des Schweröls an Bord schwierig machte. Aufgrund der Beschädigungen passierte es, dass 240 Tonnen Schweröl ins Wattenmeer liefen, was eine der größten Ölverschmutzungen im Nationalpark verursacht hatte. Bis zu 16.000-8.000 Wasservögel starben elendig an den Stränden auf Amrum. Es gab für solche Katastrophen Gerät und Schiffe, um die Ölpest einzudämmen, welche dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Cuxhaven unterstellt waren, doch die Zuständigkeiten zwischen Bundesbehörden und Ländern waren bei solchen grenzübergreifenden Katastrophen zu dem Zeitpunkt nicht klar geregelt. So konnte das Feuer auf dem Schiff erst am 19. November 98 vollständig gelöscht werden und damit begonnen werden, das restliche Schweröl vom Schiff zu pumpen.

Insbesondere zu Beginn, funktionierte die Koordination zwischen deutschen und dänischen Behörden nicht, wer wann wie wo die Pallas abschleppen sollte in einen sicheren Hafen, um dort die Brandbekämpfung einzuleiten. Auch die Sensationsgier war grenzenlos, so veranstaltete man damals noch die beliebten Butterfahrten rund um das Wrack der Pallas. Konsequenz der Katastrophe war die Gründung des Havariekommandos als Bundesbehörde mit Hauptsitz in Cuxhaven, das für havarierte Schiffe in Nord- und Ostsee heute zuständig ist. Zudem wurden Ölwehren entlang der Küstengebiete gegründet, die im Ernstfall dem Havariekommando unterstellt sind und vorwiegend auf Liegenschaften des Technischen Hilfswerks stationiert sind. Diese sind hauptsächlich für die Reinigung der Küstenstreifen verantwortlich. Das Wrack wurde teilweise abgebaut und der Rest mit Sand und Steinen verfüllt. Bei Niedrigwasser kann man Teile des Wracks heute noch sehen.

u/JNA_Vodnik — 17 days ago

Kontext: Da jeder irgendwie jeden Tag über das römische Reich nachdenkt und dies denn auch quellenkritisch nachprüft, wird man um Theodor Mommsen nicht herumkommen. Sein Monumentalwerk über das Römische Reich wird bis heute als Quelle herangezogen. Geboren wurde 1817 im kleinen beschaulichen Garding im heutigen Nordfriesland, was zwischen Husum und St. Peter-Ording liegt. Sein Geburtshaus steht dort noch immer. Sein Vater war Pfarrer und bekam kurz darauf eine Stelle in Bad Oldesloe, worauf die Familie umzog. Er studierte später Jura in Kiel und war Zimmergenosse von Theodor Storm. Mit seinem Jurastudium konzentrierte er sich fortan auf das römische Recht und die alte Geschichte. Nach ein paar Auslandsaufenthalten in Europa und Lehrtätigkeiten an Schulen wurde er 1848 Professor für Jura in Leipzig.

Wegen der Beteiligung am Mai-Aufstand 1849 verlor er aber sein Lehrstuhl wieder. Nach Aufenthalten in Zürich und Breslau bekam er 1861 einen Lehrstuhl an der Akademie der Wissenschaften in Berlin, wo er bis 1885 Vorlesung hielt. Doch er konzentrierte sich mehr auf die Forschung und hat mit seiner Arbeit das Gebiet der Altertumskunde quasi großgemacht. Er sammelte im großen Stil systematisch lateinische Schriften, stellte strenge Maßgaben für Quellenkritik und Systematik auf und verband interdisziplinär Fächer wie Jura, Geschichte und Philologie. Für seine Geschichte über das Römische Reich bekam er 1902 den Literaturnobelpreis. Er war außerdem politisch aktiv, zuerst als Abgeordneter im preußischen Landtag, später im Reichstag, wo er auch mit Bismarck aneinandergeriet. Außerdem war er führender Gründer des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus Er starb 1903 in Berlin.

u/JNA_Vodnik — 17 days ago

Kontext: Während des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 gab es auch kleinere Schauplätze mit kleineren Scharmützeln. So hatte die dänische Armee überall in den Herzogtümern versprängte Kontingente, so auch auf Fehmarn. Doch am 15 März griffen 160 Preußen unter Führung des Hauptmanns Xaver Edmund Karl von Mellenthin in den Morgenstunden die restlichen Dänen an. Es kam zu einem kurzen Feuergefecht mit zwei toten. Zuvor wurden die Preußen von einem Fischer Namens Friedrich Stüben von Heiligenhafen über den Sund nach Fehmarn gelotst. Als Lohn erhielt er von den Preußen 10 Mark als Ehrensold und ein Pferd.

u/JNA_Vodnik — 19 days ago

Kontext: Die Idee, bei einem Dorf ein Musikfestival für Heavy Metal zu veranstalten, kam ziemlich spontan bei einem Gaststättenbesuch der Gründer Thomas Jensen und Volker Hübner im Jahre 1989. Beide wohnten in Wacken und waren selbst Musiker, vorwiegend für Rockmusik und Heavy Metal. Die Idee war so simpel wie einfach, man nahm die nahe gelegene Kiesgrube, baute ein paar Bühnen auf, verkaufte Getränke und es sollte Möglichkeiten zum Campen geben. Spielen sollten kleine regionale Heavy-Metal-Bands. Das erste Wacken-Festival 1990 wurde von knapp 800 Fans besucht. Vieles wurde noch in Eigenleistung aufgebaut und bewirtet. Eintritt kostete damals 12 Mark. 1991 waren es schon 1300 Besucher und mit Jahren wurde das gesamte Festival immer größer und breiter. Internationale Stars kamen nach Wacken und es wurde zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt. Thomas Jensen und Volker Hübner wurden 2019 vom Ministerpräsidenten Daniel Günther (auf ihn trifft man auch auf Wacken) mit dem Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Ich bin selber kein Festivalgänger, daher wird es hier andere geben, die viele coole Anekdoten dazu in die Kommentare schreiben können.

u/JNA_Vodnik — 20 days ago

Kontext: Flensburg war mal eine sehr wichtige dänische Stadt, bis sie 1864 zu Preußen kam. Flensburg war nach dem Fall von Berlin im Mai 1945 sogar noch Reichshauptstadt für 6 Wochen unter der Dönitz-Regierung, bis diese von den Briten am 23. Mai verhaftet wurde.

u/JNA_Vodnik — 21 days ago

Kontext: Ende 1757 erhielt Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel den Oberbefehl über die westliche Preußische Armee und deren Kurhannoveranischen Verbündeten. Sein Auftrag war die französische Armee so gut es ging hinter den Rhein zu drängen. Dabei sollten die Niederlande, die im Krieg neutral geblieben waren, als zusätzlicher Puffer dienen, um die Franzosen weit aus Westfalen und den Gebieten des Niederrheins zu verscheuchen. Seine Armeen suchten schon bei Rees eine Überquerung des Rheins, doch noch lag weiter nördlich Kleve, was von den Franzosen gehalten wurde.

Um sie zu überraschen entschied man sich bei Herwen kurz die Niederlande zu durchqueren um den Rhein zu überqueren und es wie ein versehen aussehen zu lassen, als wenn man sich verlaufen hatte. Diese Nacht-und-Nebel-Aktion lief vom 2. auf den 3. Juni 1758. Die Niederlande waren ziemlich irritiert doch es wunken sofort Kompensationsgelder und sie ließen die Sache auf sich beruhen. Zuvor zahlte Großbritannien großzügige Subsidien an Preußen in der größe von 3,6 Millionen Talern. Kleve konnte kampflos genommen werden und die Franzosen insgesamt weiter zurückgedrängt werden. Die erste größere Schlacht erfolgte dann am 23. Juni bei Krefeld wo es Herzog Ferdinand gelang in Unterzahl die Franzosen zu besiegen.

u/JNA_Vodnik — 21 days ago