Geburtsbericht natürliche Geburt in Beckenendlage (positiv)
Da ich selbst während der Schwangerschaft auf der Suche nach Geburtsberichten von Beckenendlage-Babys war und nur wenig gefunden habe, möchte ich meinen hier gerne teilen:
Unsere kleine Maus war im Bauch sehr aktiv. In der 28. SSW lag sie noch mit dem Köpfchen nach unten, hat sich dann aber entschieden, dass der Popo nach unten bequemer ist. Ich habe vieles ausprobiert, um sie zum Drehen zu bewegen (Moxen, Akupunktur etc.). Eine äussere Wendung wäre möglich gewesen, der leitende Arzt in der Klinik meinte jedoch, die Chancen seien sehr gering, da sie bereits fest mit dem Popo im Becken sass. Wir haben uns deshalb dagegen entschieden, auch weil mein Gefühl mir sagte, dass unsere Maus genau so liegt, wie es für sie richtig ist.
Ich hatte eine tolle Beleghebamme, die mich zusammen mit dem leitenden Arzt beruhigen konnte und meinte, einer natürlichen Geburt stehe grundsätzlich nichts im Weg (Gewicht des Babys, mein Becken etc.). Der Plan war also, abzuwarten, bis Wehen einsetzen, und dann in der Klinik zu schauen, wie wir uns fühlen und wie das CTG ist. Bei zu viel Stress für das Baby hätte es jederzeit einen Kaiserschnitt gegeben. Zudem gab es keine Option für PDA oder andere Schmerzmittel, da diese die Wehen hemmen und dadurch gefährlich werden können, da der Kopf in Beckenendlage sonst zu lange nicht geboren wird und die Versorgung beeinträchtigt sein könnte.
Am 9.05.2026 am Abend sassen wir draussen bei schönem Wetter mit zwei Freunden bei einem Brettspiel. Plötzlich merkte ich ein seltsames Gefühl im Unterleib und spürte, wie Flüssigkeit auslief. Meine Fruchtblase war geplatzt.
Ich ging sofort auf die Toilette und mein Partner schickte die beiden Freunde nach Hause. Wir waren beide völlig aufgeregt, weil wir wussten, dass unser Baby nun bald kommen würde – zehn Tage vor dem ET.
Wir meldeten uns bei unserer Hebamme, die meinte, sie komme in den nächsten Stunden vorbei. Beim CTG waren die Herztöne unseres Babys gut, aber ich hatte noch keine Wehen. Wir sollten uns erst einmal ausruhen, also machten wir es uns zuhause bequem und vereinbarten für den nächsten Morgen einen Termin mit einer weiteren Hebamme.
Gegen Mitternacht setzten plötzlich regelmässige Wehen ein, etwa alle vier Minuten, die schon deutlich veratmet werden mussten. Wir riefen die Hebamme wieder an, und sie meinte, wir sollen ins Spital gehen.
Das taten wir dann auch. Gegen 1.30 Uhr fuhren wir los, und bereits im Auto wurden die Wehen sehr intensiv. Im Spital angekommen ging es direkt in den Gebärsaal, wo die Hebamme schon wartete. Die Wehen waren noch nicht ganz regelmässig, aber stark.
Ich verbrachte lange Zeit in der Badewanne. Mein Partner brachte mir kalte Tücher, die Hebamme massierte meinen Rücken. So vergingen etwa zwei Stunden. Dem Baby ging es durchgehend gut, CTG und Ultraschall waren unauffällig.
Nach der Badewanne wurden die Wehen heftiger, und der Muttermund war etwa drei Zentimeter geöffnet. Kurz darauf hatte ich sehr starke Schmerzen und schon früh das Gefühl, pressen zu müssen. Etwa ein bis zwei Stunden später war der Muttermund bereits acht Zentimeter offen.
Dann begann die Austreibungsphase. Sie dauerte relativ lange und war extrem intensiv. Durch die Beckenendlage war es besonders anstrengend und schmerzhaft, vor allem im Rücken. Ich war ziemlich erschöpft. Die Hebamme unterstützte mich unter anderem mit Wasseranwendungen im Rücken und gegen Ende wurde wohl auch etwas Oxytocin gegeben.
Als ich in eine Squat-Position ging, wurde das Pressen besser möglich. Ich verlor komplett das Zeitgefühl, und mein Partner unterstützte mich immer wieder dabei. Ich spürte, wie das Baby immer tiefer rutschte.
Dann war zuerst der Po draussen, danach der Oberkörper, die Ärmchen und schliesslich der Kopf, und unser Baby war da. Ich konnte sie sofort aufnehmen und war überwältigt.
Wir lagen danach zusammen auf der Liege und genossen diese ersten Momente. Etwa 45 Minuten später kam die Plazenta noch nicht von selbst, weshalb sie medizinisch entfernt werden musste.
Mein Partner blieb in dieser Zeit beim Baby, und im Aufwachraum kam sie dann wieder zu mir und wurde direkt angelegt. Sie kam also am 10.05. als perfektes Muttertagsgeschenk zur Welt.
Tl:dr: Spontane Geburt in Beckenendlage ohne PDA, nach Blasensprung und intensiver Wehenphase, am Ende natürliche Geburt unserer Tochter, danach manuelle Plazentageburt im Spital.