Motorrad wieder verkaufen?
Ich brauche mal eure Einschätzung. Ich bin vor ein paar Monaten nach ca 18 Jahren Pause wieder eingestiegen ins Motorradfahren. Von der anfänglichen Begeisterung ist jetzt nach den ersten 1000 km eigentlich nichts mehr übrig und ich überlege das Motorrad wieder zu verkaufen und den finanziellen Verlust abzuhaken bevor es noch schlimmer wird. Teilt mal bitte eure Meinung, wird das noch besser? Soll ich mal etwas anderes ausprobieren? Hab ich einfach nur das falsche Motorrad?
Kurz zu mir. Ich habe mit 16 A1 gemacht, bin da dann viel 125er gefahren und hatte dann mit 18 A2 gemacht und bin da auch 2 oder 3 Jahre dann mit einer alten Yamaha gefahren. Musste dann umziehen, habe das Motorrad verkauft und das Thema ist sehr lange einfach in Vergessenheit geraten weil es auch finanziell einfach nicht drin war. Ich bin in der Zeit auch nie Auto gefahren weil ich das immer gehasst habe und tue es auch immer noch. Heißt ich fahre nur wenn es absolut nicht anders geht.
Vor ein paar Monaten habe ich aber wieder Lust auf Motorradfahren bekommen und bin dann (vermutlich überstürzt) wieder eingestiegen mit einer Yamaha XSR 900 GP. Das Motorrad selbst gefällt mir auch nach wie vor sehr gut (vor allem optisch) aber bei 80% bis 90% aller Touren komme ich mit absolut mieser Laune nach Hause und ich bin danach gestresster als davor und das kann ja nicht Sinn davon sein.
Mein Highlight bisher war ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC. Das war so ziemlich das einzige mal, dass ich wirklich Spaß am Fahren hatte. Sonst war es eigentlich immer nur negativ.
Ich wollte eigentlich primär kürzere Touren fahren von so 30 bis 45 Minuten, hab aber schnell gelernt, dass sich das eigentlich gar nicht lohnt, weil ich da kaum aus der Stadt rauskomme (ja, hätte man vorher wissen können, hab es aber nunmal nicht bedacht weil ich wie gesagt so gut wie nie fahre). Ich habe also nach und nach die Touren länger gemacht und bin inzwischen bei langen Touren von 1,5 bis 2 Stunden angekommen, was deutlich länger ist als ich eigentlich wollte und dafür sorgt, dass ich de facto eh nur am Wochenende fahren kann.
Aber auch das ist nur frustrierend. Ich lande ständig in Baustellen und Staus was alles nochmal verlängert und einmal als ich bei 37° auf der Autobahn feststeckte hat nicht viel gefehlt und ich wäre von der Hitze umgefallen.
Aber auch wenn kein Stau ist, gibt es ständig Probleme. Das ist jetzt ganz explizit kein Vorwurf an andere Verkehrsteilnehmer, sondern beschreibt nur was mich so frustriert. Wenn ich denn dann mal an den schönen Strecken angekommen bin hat man sehr oft Autos, Kleinlaster etc. vor sich die 10 - 15kmh unter dem Geschwindigkeitslimit fahren, aber überholen ist unmöglich weil ich bei maximal 10 bis 15 kmh Differenzgeschwindigkeit nicht rechtzeitig vorbei komme ohne einen der Sicherheitsabstände zu verletzen bis wieder eine Kurve oder ein anderes nicht einsehbares Hinderniss kommt. Oder Radfahrer (auch hier, kein Vorwurf), teils muss ich da 1 Minute oder länger hinterherfahren weil die Straßenbreite kein Überholen zulässt ohne den minimalen Seitenabstand zu unterschreiten.
Und ich frag mich halt da echt ob es das wert ist, zumal die sehr langsamen Geschwindigkeiten auch einfach von der Sitzhaltung nicht so angenehm sind. Inwischen denke ich mir, dass ich vielleicht eher so etwas wie eine der 350er Royal Enfields hätte nehmen sollen die einfach auch bei langsameren Geschwindigkeiten noch bequem sind. Eine andere Überlegung ist tatsächlich weiter auf Trainings fokusieren und dann eventuell ausschließlich ein paar Rennstreckentage pro Jahr zu fahren.
Was denkt ihr? Verkaufen? Behalten? Nur falsches Motorrad oder Motorradfahren einfach grundsätzlich nichts für mich?