Beziehung mit einem Rettungsdienstler. Ich (W22) weiß nicht mehr weiter
Hey zusammen,
ich muss mir gerade einfach mal Frust und Traurigkeit von der Seele schreiben und hoffe auf Rat von Gleichgesinnten.. besonders von Paaren, bei denen einer im Rettungsdienst oder Schichtdienst arbeitet.
Ich bin seit drei Monaten mit meinem Freund (M26) zusammen. Er arbeitet im Rettungsdienst und hat zusätzlich noch ein Ehrenamt. Ich stecke mitten in meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin. Wir wohnen nicht zusammen (etwa 30-40 Minuten Fahrtweg auseinander) und ich habe kein Auto, bin also auf Bus und Bahn angewiesen.
Mein Problem: Ich fühle mich in der Zukunfts- und Wochenplanung extrem hintenangestellt und komplett frustriert. Ich bin diejenige, die trotz Schule/Praktikum (oft um 5:30 Uhr aufstehen) nach Feierabend noch den Weg zu ihm auf sich nimmt. Von ihm kommt bei der Planung oft nur ein "Ich weiß noch nicht, wie die Nacht wird, das kann ich erst spontan sagen".
Aktuelles Beispiel: Wir wollten uns von Mittwoch auf Donnerstag sehen. Ich müsste Mittwochmorgen um 7 Uhr meine Tasche für die Übernachtung packen und mit zur Arbeit nehmen. Er kann mir aber erst Mittwochmorgen nach seiner Schicht sagen, ob es ihm passt oder er zu müde ist. Wenn ich frage, wie er sich das vorstellt, weiß er es nicht.
Ich habe das Gefühl, immer nur Abstriche machen zu müssen, während er an freien Tagen auch mal den kompletten Tag verschläft und "nichts auf die Reihe bekommt", statt trotz Müdigkeit Prioritäten für uns zu setzen.In der nächsten Zeit sieht sein Dienstplan auch nicht besser aus.. er hat zwar ein paar Tage mehr unter der Woche frei aber beispielsweise kein einziges Wochenende. Im Sommer stehen uns jetzt 5 Wochen getrennte Urlaube bevor und ich habe Angst, dass wir das so nicht schaffen.
Ich liebe ihn unheimlich und wir haben eigentlich die gleichen Werte (Familie, Zukunft), aber diese ständige Ungewissheit und das Gefühl, dass ich mich logistisch komplett verbiege und er im "Tunnelmodus" lebt, macht mich psychisch und körperlich gerade fertig.
Wie schafft man es, eine gesunde Beziehung mit jemandem im Rettungsdienst aufzubauen, ohne sich selbst zu verlieren? Wie regelt ihr die Planung? Gibt es hier Partner, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?
Danke fürs Zuhören.