Saudi-Arabien will Öl über Shuttle-Transporte liefern und so die Straße von Hormus umgehen: Kreise

Saudi-Arabien will Öl über Shuttle-Transporte liefern und so die Straße von Hormus umgehen: Kreise

Die Gespräche liefen noch und müssten bis Jahresende abgeschlossen werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, wäre dies ein bedeutender Kurswechsel in Saudi-Arabiens Lieferstrategie. Rohöllieferungen im Rahmen langfristiger Verträge machen den Großteil des saudi-arabischen Lieferangebots aus.

Der Iran-Krieg befindet sich mittlerweile im achten Monat und hat die traditionellen Transportwege für Öl erheblich eingeschränkt, wobei die Straße von Hormus stark beeinträchtigt ist. Große Exporteure am Persischen Golf mussten ihre Abläufe anpassen, um ihre Kunden weiter beliefern zu können. Dabei haben sich Shuttle-Transporte durch die Meerenge — bei denen häufig der Verkäufer das Risiko der Passage übernimmt und die Ladung außerhalb der Wasserstraße auf andere Schiffe umgeladen wird — zu einem entscheidenden System entwickelt, um die Märkte zu versorgen, während der Wettbewerb um Käufer zunimmt.

Die staatliche Saudi Aramco erörtert zudem weitere Änderungen, darunter eine Auswahl verschiedener Preisbenchmarks und sogar die Lieferung von Ladungen bis zu Kunden in Asien, sagten die Personen, die anonym bleiben wollten, weil die Gespräche vertraulich sind. Endgültige Entscheidungen seien noch nicht getroffen worden, und Einzelheiten wie Preisgestaltung, Frachtkosten und die infrage kommenden Mengen würden weiterhin diskutiert, sagten sie.

Aramco und das saudische Energieministerium reagierten nicht auf Bitten um Stellungnahme zu den Gesprächen.

Vor dem Konflikt organisierten Aramcos wichtigste Kunden in Asien selbst Schiffe, um das von ihnen gekaufte Öl am Exportterminal Ras Tanura tief im Golf abzuholen. Das saudische Unternehmen war im Allgemeinen nicht an der Organisation des Transports beteiligt.

Seit Beginn des Iran-Kriegs zögern jedoch einige Reeder, in die Straße von Hormus einzufahren. Käufer haben deshalb Schwierigkeiten, Tanker zu vertretbaren Kosten zu sichern, selbst wenn Öl verfügbar ist. Daraus entstand das Shuttle-System für Hormus, das die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait und der Irak nutzen, um ihre Ladungen außerhalb der Wasserstraße per Schiff-zu-Schiff-Umladung zu liefern.

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u/Kroetenklaus — 7 days ago

Samsung bleibt trotz einem Rekordgewinn hinter den Erwartungen, die Aktie fällt

Der weltgrößte Hersteller von Speicherchips erzielte für das Quartal bis September einen vorläufigen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won (71,6 Milliarden Euro). Doch selbst dieses Rekordergebnis blieb hinter der durchschnittlichen Analystenprognose zurück. Der Umsatz belief sich auf 195 Billionen Won und lag ebenfalls unter den Erwartungen. Die Aktie gab ihre frühen Gewinne im Handel in Seoul am Donnerstag wieder ab und notierte am europäischen Vormittag 2,4% tiefer.

"Samsung hat einen Rekordgewinn erzielt und dennoch die Erwartungen verfehlt. Das zeigt, wie anspruchsvoll das KI-Geschäft geworden ist", sagte Josh Gilbert, leitender Analyst für den asiatisch-pazifischen Raum bei eToro.

Technologieanbieter versuchen, sich die für KI-Dienste benötigten Speicherchips zu sichern. Speicherchips mit hoher Bandbreite (HBM) ziehen massive Investitionen an, wobei auch Flash-Speicher und Chips mit geringem Stromverbrauch stark nachgefragt sind. Die Rekordzahlen und hohen Erwartungen verdeutlichen dabei, wie stark sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des KI-Booms zugunsten von Samsung, SK Hynix und Micron Technology verschoben haben.

Counterpoint Research erhöhte seine Prognose für die DRAM-Preise im dritten Quartal auf einen sequenziellen Anstieg von 10% bis 20%, nachdem zuvor 5% bis 10% erwartet worden waren. Zur Begründung erklärte das Unternehmen, Kunden würden Bestellungen vorziehen.

"Samsung ist derzeit ziemlich unterbewertet", sagte Neil Shah, Vice President of Research bei Counterpoint. "Sie haben für das kommende Jahr bei HBM noch einiges in der Hinterhand, vor allem weil die volle Wirkung noch nicht einmal eingetreten ist."

Die Citigroup-Analysten Peter Lee und Jayden Oh teilten diesen Optimismus. Sie erwarten, dass die Preise für 12-Layer-HBM4 im kommenden Jahr um 100% bis 150% steigen könnten. Das würde Samsungs durchschnittliche Verkaufspreise und Gewinnmargen deutlich erhöhen. Wegen des stärkeren koreanischen Won hat das Brokerhaus allerdings seine Gewinnprognose für Samsung für das Gesamtjahr gesenkt.

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u/Kroetenklaus — 7 days ago

BASF-Interesse an Evonik: SPD schlägt Landesbeteiligung vor

Düsseldorf/Essen (dpa) - In der Debatte um den Umgang mit den BASF-Übernahmeplänen für den Chemiekonzern Evonik hat die oppositionelle SPD eine Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen. Die Landesregierung solle prüfen, ob das Land selbst als Gesellschafterin bei der Evonik aktiv werde, «und somit RAG-Stiftung und Land NRW über 50 Prozent plus X am Konzern verfügen», heißt es in einem Antrag der SPD-Landtagsfraktion.

Laut SPD wird darüber kommende Woche im Plenum beraten. Zuvor hatte das «Manager Magazin» über den Vorschlag berichtet. «Das Land würde damit die Bedeutung des Unternehmens für das Ruhrgebiet nicht nur untermauern, sondern auch ein eigener Stabilitätsanker werden», sagte SPD-Fraktionschef Jochen Ott dem Magazin. Derzeit hält die RAG-Stiftung, die die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus finanziert, laut Evonik rund 43 Prozent der Evonik-Aktien.

Die Fraktion fordert in den Antrag den Erhalt der Eigenständigkeit von Evonik. Das industriepolitische Interesse der Landesregierung müsse darauf
gerichtet sein, «Evonik als starken und eigenständigen Konzern mit Unternehmenszentrale, Beschäftigung und wesentlichen Entscheidungsfunktionen in Nordrhein-Westfalen zu erhalten
und weiterzuentwickeln», heißt es wörtlich.

SPD: Übernahme nicht auf Kosten der Beschäftigten

Dies müsse mit Investitionen, sicheren Arbeitsplätzen und langfristigen Perspektiven für die Standorte verbunden sein. Sollte dennoch eine Veräußerung oder Übernahme verfolgt werden, müsse die Landesregierung darauf hinwirken, dass verbindliche Vereinbarungen zum Schutz von Beschäftigung, Standorten und Investitionen getroffen würden. «Betriebsbedingte Kündigungen, der Abbau von Arbeitsplätzen sowie die Schließung oder Verlagerung wesentlicher Unternehmensbereiche sollen für einen belastbaren Zeitraum ausgeschlossen werden», fordert die SPD.

Das Wirtschaftsministerium äußerte sich nicht direkt zu dem Vorstoß. «Evonik ist ein wichtiger Arbeitgeber in unserem Land und wesentlicher Bestandteil unserer industriellen Basis», erklärte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) auf Anfrage. Für die Beschäftigten und ihre Familien gehe es um ihr Einkommen, um Sicherheit, um ihre Pläne für die Zukunft. Man sei mit dem Unternehmen im engen Austausch. Alle Beteiligten müssten die langfristigen Folgen für den Standort im Blick behalten. «Jede Lösung muss sich daran messen lassen, ob sie den Investitionen an den Standorten in Nordrhein-Westfalen und den Menschen, die dort arbeiten, eine Zukunft gäbe.»

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u/Kroetenklaus — 8 days ago

Bund untersagt Verkauf von Logistikfirma an China-Reederei

Berlin/Hamburg (dpa) - Nach dem umstrittenen Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco an einem Terminal im Hamburger Hafen hat die Bundesregierung eine weitere Beteiligung in Deutschland untersagt. Die Großreederei darf das Hamburger Logistikunternehmen Zippel-Gruppe nicht übernehmen, wie die Bundesregierung am Mittwochmorgen entschieden hat.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit: «Grund für die Untersagung sind Sicherheitsbedenken.» Nach Einschätzung der Bundesregierung hätte der Verkauf Zippels an Cosco Abhängigkeiten vertieft und die Stabilität der Lieferketten Deutschlands und der Europäischen Union gefährdet.

Deutschland heiße als größte Volkswirtschaft Europas ausländische Investitionen zwar willkommen, hieß es vom Ministerium. «Gleichzeitig kann es Investitionen geben, die die Sicherheit des Landes gefährden.» Die Behörde kündigte an, einen sogenannten Untersagungsbescheid zu erlassen.

Transporte wichtig für Ostdeutschland

Zippel transportiert unter anderem Container und sogenanntes Stückgut - das sind beispielsweise Paletten, Maschinen und Möbel - von den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven zu Industrie- und Handelszentren in Ostdeutschland und ins europäische Ausland. Hamburg und Bremerhaven sind gemessen am Umschlag Deutschlands wichtigste Seehäfen. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 350 Mitarbeiter.

Nach einem Bericht des «Handelsblatts» soll Zippel an Terminals in Berlin, Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Elsterwerda (Brandenburg) einen Umschlagsanteil zwischen 35 und 90 Prozent haben.

Geschäftsführer bedauert Entscheidung

Cosco beabsichtigte, 80 Prozent der Anteile des Logistikers zu kaufen. Zippel-Geschäftsführer Axel Plaß wollte nach eigener Aussage 20 Prozent der Anteile behalten und Geschäftsführer des Unternehmens bleiben.

Plaß sagte, er nehme den Beschluss der Regierung zur Kenntnis. «Wir hätten uns ein anderes Ergebnis gewünscht und halten unsere unternehmerische Entscheidung nach wie vor für richtig.» Das Tagesgeschäft laufe unverändert weiter. Für die Kunden und die Beschäftigten ändere sich nichts.

Terminalbeteiligung in Hamburg

Von der chinesischen Reederei Cosco lag zunächst keine Stellungnahme vor. Cosco gehört zu den größten Linienreedereien der Welt und läuft regelmäßig deutsche Häfen an. Gemessen an dem Transportvolumen liegt sie weltweit auf Rang vier - vor der größten deutschen Reederei Hapag-Lloyd.

Cosco ist bereits mit 24,99 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort beteiligt. In der Bundesregierung entbrannte 2022 ein heftiger Streit über die Frage, ob eine chinesische Beteiligung erlaubt werden soll. Ursprünglich wollte Cosco 35 Prozent der Anteile übernehmen.

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u/Kroetenklaus — 8 days ago

Haushaltslage in Frankreich und politische Unsicherheit setzen Euro unter Druck

Sorgen über die hohe Staatsverschuldung in Frankreich haben den Euro auf den tiefsten Stand seit fast anderthalb Jahren sinken lassen. Gegenüber dem Dollar fiel der Wert der Gemeinschaftswährung am Montag auf den niedrigsten Kurs seit Mai 2025. Ein geringerer Eurokurs verteuert Treibstoffimporte, da diese international vor allem in Dollar gehandelt werden - zugleich werden für die deutsche Exportwirtschaft die Bedingungen auf dem Weltmarkt dadurch günstiger.

Am Montag hatte der Euro insbesondere aufgrund der Haushaltslage in Frankreich weiter nachgegeben und wurde zwischenzeitlich für 1,1161 Dollar gehandelt. Zum Vergleich: Anfang des Jahres waren zeitweilig für einen Euro noch rund 1,20 Dollar nötig gewesen, der Euro war damals also deutlich stärker.

Beeinflusst wird die aktuelle Entwicklung durch Bedenken wegen der Haushaltslage in Frankreich, die auch die Rendite für französische Staatsanleihen in die Höhe treibt - also letztlich den Risikoaufschlag, den Investoren dafür verlangen, wenn sie dem Staat Geld leihen. Anfang Oktober hatte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen 4,8 Prozent erreicht, den höchsten Stand seit 2008. Hintergrund ist, dass die französische Staatsverschuldung im kommenden Jahr voraussichtlich auf fast 122 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigt - trotz geplanter Ausgabenkürzungen in Milliardenhöhe.

Hinzu kam am Montag die Ankündigung vorgezogener Neuwahlen in Spanien. Dies sorge für "zusätzliche Unsicherheit", erklärte Marktstratege Patrick Munnelly von der Tickmill Group. "Das politische Risiko in Europa belastet den Euro."

Am Dienstagmorgen zeichnete sich bei den Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen indes etwas Entspannung ab: Sie sanken auf 4,75 Prozent, wodurch sich auch der sogenannte Spread gegenüber deutschen Bundesanleihen (3,44 Prozent), die als europäischer Referenzwert gelten, wieder verringerte.

Die gute Nachricht sei, dass Frankreich am Montag bei der Auktion von Staatsanleihen 6,7 Milliarden Euro aufgenommen habe, erklärte Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Dennoch sei die "schwierige Lage im Vorfeld der Präsidentschaftswahl noch lange nicht ausgestanden", fügte sie hinzu und verwies darauf, dass zu den Spitzenkandidaten Vertreter der extremen Linken und der extremen Rechten zählten - und kein Lager scheine bereit, Haushaltsdisziplin zur Priorität zu machen. "Leider könnte der Markt sie dazu zwingen."

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u/Kroetenklaus — 9 days ago

Inflation in Italien steigt: September vier Komma zwei Prozent, höchster Wert seit drei Jahren

Die Inflation meldet sich mit Macht zurück. Es geht nicht nur um trockene Zahlen in einem Statistikbericht, sondern um jenes leise, beständige Gefühl des Verlusts, das jede Bürgerin und jeder Bürger spürt, wenn sie den Kassenzettel aus dem Supermarkt betrachten oder einen Blick in den Briefkasten werfen.

Nach vorläufigen Schätzungen des Istat verzeichnet der Landesindex der Verbraucherpreise für die gesamte Bevölkerung (NIC) im September einen Sprung von +0,7 % gegenüber dem Vormonat und eine Beschleunigung im Jahresvergleich. Die Teuerungsrate steigt auf +4,2 % (nach +3,3 % im August).

Ein höheres Inflationsniveau gab es zuletzt vor drei Jahren, im September 2023, als die Jahresrate 5,3 % erreichte.

Das „unsichtbare Monster": psychische und soziale Belastung

Ökonominnen und Ökonomen bezeichnen Inflation oft als die „ungerechteste Steuer", weil sie alle trifft und die Kaufkraft leise aushöhlt. In der kollektiven Erinnerung Italiens ruft die neue Inflationswelle alte, nie ganz verschwundene Gespenster wach.

Wer die Siebziger- und Achtzigerjahre erlebt hat, erinnert sich gut daran, wie es ist, mit einer zweistelligen Inflation zu leben – sie überstieg inmitten der Ölkrisen 1974 und 1980 sogar 20 %. Löhne und Preise jagten einander, und die Ersparnisse eines ganzen Lebens, oft in Postsparbüchern angelegt, verloren rapide an Wert.

Die aktuellen Werte liegen zum Glück weit unter diesen dramatischen Höchstständen. Doch psychologisch wirkt die Inflation ähnlich. Jede prozentuale Erhöhung, auf dem Papier noch begrenzt, zwingt Menschen im Alltag zu neuen Abwägungen: auf das Abendessen im Restaurant am Samstag verzichten, einen kleinen Einkauf für die Wohnung verschieben oder mit einem Anflug von Sorge auf das Display der Zapfsäule schauen, während der Zähler zu schnell hochläuft.

Der Verlust an Zuversicht in die eigene Zukunft ist der höchste Preis, den die Inflation den Familien abverlangt.

Energieschub treibt Preise: Folgen für Lebensmittel

Nach den Istat-Daten steht hinter dem neuen Preisschub fast ausschließlich der Energiesektor, der einen kräftigen Sprung verzeichnet: Die Kosten für energiebezogene Güter steigen insgesamt von +17,1 % auf +22,3 %.

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u/Kroetenklaus — 15 days ago

EU-Staaten gegen unbefristete Zulassung von Pestiziden

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten stellen sich gegen Pläne der EU-Kommission, die zeitlich unbefristete Zulassung vieler Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat zu ermöglichen. Nur für Wirkstoffe und Mittel mit geringem Risiko sollen die regelmäßigen Neuzulassungen für Wirkstoffe abgeschafft werden, wie die Staaten in ihrer gemeinsamen Position für die Verhandlungen mit dem Europaparlament festlegten. Mittel wie Glyphosat wären davon nicht betroffen - anders als beim Vorschlag der EU-Kommission.

Bislang wird die Zulassung eines aktiven Wirkstoffs in der EU nur für begrenzte Zeit erteilt und muss danach neu bewertet werden. Ohne erfolgreiche Erneuerung läuft die Zulassung aus. Die Brüsseler Behörde hatte im Dezember vorgeschlagen, dass künftig alle bis auf die gefährlichsten Substanzen unbefristet zugelassen werden könnten. Erneuerungen und gezielte Neubewertungen sollen nach dem Willen der Kommission dann durchgeführt werden, wenn es wissenschaftliche Gründe dafür gibt.

Staaten für längere Zulassung

Die Position der EU-Staaten ist hier strenger, aber sieht trotzdem eine längere Zulassung als bisher vor. Erstzulassungen normaler Wirkstoffe sollen künftig auf 15 Jahre befristet werden können (eine Verlängerung um fünf Jahre), bei folgenden Genehmigungen um zehn Jahre auf bis zu 25 Jahre. Um dies auszugleichen, soll die zuständige Behörde unter anderem regelmäßig prüfen, ob es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die für eine Neubewertung sorgen sollten.

Die Neuregelung soll Behörden entlasten, die Verfahren vereinfachen und beschleunigen und die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken. Irlands Landwirtschaftsminister Martin Heydon verwies auf weniger Belastungen für Landwirte und Planungssicherheit als Ziel. Gleichzeitig sollen demnach hohe Gesundheits- und Umweltstandards gewahrt werden, «die das Vertrauen unserer Bürgerinnen und Bürger begründen». Irland hat derzeit den rotierenden Vorsitz des Rats der EU inne, in dem die Minister der 27 EU-Staaten Beschlüsse fassen.

Bevor Änderungen in Kraft treten, müssen sowohl die EU-Staaten als auch das Europäische Parlament zustimmen. Die Staaten wollen mit den Abgeordneten verhandeln, sobald diese ihre Position verabschiedet haben, und noch in diesem Jahr eine vorläufige Einigung finden.

Pestizide sollen länger aufgebraucht werden dürfen

Die Staaten unterstützen unter anderem auch den Plan der EU-Kommission, dass Pestizid-Produkte, deren Zulassung endet, künftig für 3 Jahre verkauft und aufgebraucht werden dürften - bisher waren es 1,5 Jahre.

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u/Kroetenklaus — 15 days ago

Metro verliert Kontrolle über Russland-Geschäft nach Putin-Dekret

Der deutsche Großhändler und Lebensmittelhändler Metro AG hat am Montag die operative Kontrolle über seine russische Tochtergesellschaft verloren. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete ein Dekret, das das Geschäft vorübergehend unter staatliche Verwaltung stellt. Die russischen Metro-Cash-and-Carry-Aktivitäten stehen damit zeitweise unter der Aufsicht der Gesellschaft UK Torg RUS.

Die Anordnung, die am Montag auf einer Website der russischen Regierung veröffentlicht wurde, nennt keinen Grund für den Schritt. Sie folgt vergleichbaren Maßnahmen gegen die russischen Geschäfte von Nestlé und dem französischen Händler Auchan, gestützt auf ein Dekret aus dem Jahr 2023 gegen Unternehmen aus "unfreundlichen Staaten".

Durch die vorläufige Verwaltung haben zuletzt bereits lokale Eigentümer die russischen Geschäfte des französischen Molkereikonzerns Danone und des dänischen Brauers Carlsberg zu Schleuderpreisen übernommen.

Metro erklärte, der Konzern sei weiterhin formeller Eigentümer der russischen Tochter, habe aber keine operative Kontrolle mehr. Das Unternehmen prüft die Folgen des Dekrets. Zugleich teilte Metro mit, dass Torg RUS dem Metro-Russland-Chef Johannes Tholey gehört.

Metro betonte außerdem, die Verbindungen zum Russland-Geschäft seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 Schritt für Schritt zurückgefahren zu haben.

Metro ist seit 2001 auf dem russischen Markt aktiv. Der Konzern betrieb dort 91 Großmärkte und beschäftigte rund 9.000 Mitarbeiter.

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u/Kroetenklaus — 16 days ago

Italien verlängert Kraftstoffsteuer-Senkung bis 1. Mai: 25 Cent Rabatt pro Liter

Der Ministerrat hat dem neuen Treibstoff-Dekret zugestimmt, das die Senkung der Kraftstoffsteuern bis zum 1. Mai verlängert. Der italienische Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti hat dies am Freitagmorgen nach Ende der Kabinettssitzung bekanntgegeben.

Die erste Maßnahme vom 18. März wäre am 7. April ausgelaufen.

Bei der Pressekonferenz hat Giorgetti außerdem "einen gezielten Eingriff zugunsten der Landwirtschaftsbetriebe" angekündigt. Für sie wird der bereits für die Fischerei geltende Steuergutschrift von 20 Prozent ausgeweitet.

Neuerungen gibt es auch beim Export, insbesondere für Simest, das Unternehmen der CDP-Gruppe für die Internationalisierung italienischer Firmen.

"Die Belastung durch diese Maßnahme", so Giorgetti weiter, "liegt bei rund 500 Millionen Euro. Davon decken 200 Millionen sich selbst, weil die Mehrwertsteuereinnahmen gestiegen sind. Weitere 300 Millionen stammen im Wesentlichen aus ETS-CO2-Mitteln, die bisher nicht genutzt worden waren, wobei wir darauf geachtet haben, jene Mittel nicht anzutasten, die ursprünglich zur Entlastung der energieintensiven Unternehmen vorgesehen waren."

Mit Blick auf die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten sagte der Minister, sollte sich die Lage nicht ändern, werde eine EU-Ausnahme von den Haushaltsregeln und der Grenze von drei Prozent Defizit "unvermeidlich" sein. Italien war kurz davor, das Defizit wieder unter drei Prozent des BIP zu drücken und aus dem EU-Verfahren herauszukommen, was mehr Spielraum bei den Ausgaben gebracht hätte.

Treibstoff-Dekret: Das sieht die neue Regelung vor

Die am Freitag beschlossene Maßnahme verlängert den Preisnachlass an der Zapfsäule, den die Regierung am 18. März eingeführt hat. Die Italiener zahlen bereits 25 Cent pro Liter weniger für Diesel und Benzin, beim Autogas liegt der Rabatt bei 12 Cent je Liter für das Betanken mit Gpl. Die erste Phase hat rund 528 Millionen Euro gekostet.

Das Dekret enthält außerdem eine Steuergutschrift von 28 Prozent auf den Kauf von Dieselkraftstoff zugunsten der Transportunternehmen und der Fischer.

Seit Inkrafttreten der Maßnahme sind die Preise weiter gestiegen und folgen dem Aufwärtstrend beim Ölpreis. Gleichzeitig nehmen die Spannungen und Zusammenstöße im Nahen Osten zwischen den Vereinigten Staaten und Israel auf der einen Seite und Iran auf der anderen kein Ende. Auch die Lage an der strategisch wichtigen Straße von Hormus bleibt blockiert, über sie laufen rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports.

Nach Beobachtungen des Umweltministeriums haben die Durchschnittspreise in der vergangenen Woche bei Benzin 1,733 Euro pro Liter und bei Diesel 2,032 Euro erreicht. Im Vergleich zur Zeit vor dem Angriff der USA und Israels auf Iran sind das 6 Cent pro Liter mehr für Superbenzin und 31 zusätzliche Cent für Diesel.

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u/Kroetenklaus — 16 days ago

Frankreichs Staatsverschuldung steigt auf 119 Prozent des BIP

Die französische Staatsverschuldung ist im zweiten Quartal weiter gestiegen. Ende Juni erreichte sie mit 3.595,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand, wie das Statistikamt Insee am Dienstag, dem 29. September, mitteilte.

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung markiert die Schuldenquote ebenfalls einen Rekord: Sie liegt bei 119 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein ähnlich hoher Wert findet sich zuletzt 1946, als Frankreich noch die Wunden des Zweiten Weltkriegs versorgte.

Zwischen Ende des ersten und Ende des zweiten Quartals 2026 nahm die Verschuldung um 59,6 Milliarden Euro zu. Zuvor war sie bereits im ersten Quartal um 75,8 Milliarden Euro angewachsen und entsprach damals 117,5 Prozent des BIP.

Im Detail stiegen im zweiten Quartal die Schulden des Zentralstaats und der Sozialversicherung, während die Verbindlichkeiten der Gebietskörperschaften leicht zurückgingen.

Die Regierung rechnet damit, dass die Staatsverschuldung 2027 auf 121,7 Prozent des BIP klettert. Das wäre mehr als doppelt so viel wie die europäische Zielmarke von 60 Prozent und ein Niveau, das es seit Beginn der Insee-Zeitreihe 1978 noch nicht gegeben hat.

Schuldendienst steigt deutlich

Bei niedrigen oder sogar negativen Zinsen, wie während der Covid-19-Pandemie 2020 und 2021, wirkte neue Kreditaufnahme wie ein gutes Geschäft.

Inzwischen führen aufgeblähte Schulden und deutlich höhere Zinsen jedoch zu sehr konkreten Folgen: Frankreich muss Jahr für Jahr immer größere Beträge an seine Gläubiger überweisen. Für 2026 werden die Zinszahlungen auf rund 79 Milliarden Euro geschätzt.

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u/Kroetenklaus — 16 days ago

TotalEnergies erhöht Aktienrückkäufe und Dividende bei Ölpreis um 100 Dollar

TotalEnergies, der französische Öl- und Gaskonzern, will seinen Anlegern mehr Geld zurückgeben.

Bei der Vorstellung seiner Strategie in New York am Montag hat TotalEnergies mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat Aktienrückkäufe im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) für das letzte Quartal 2026 gebilligt hat. Für das erste Quartal 2027 sind Rückkäufe zwischen 2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) und 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) vorgesehen.

Zum Vergleich: Für das dritte Quartal dieses Jahres sind Rückkäufe von 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) genehmigt.

Am Sonntag hat das Gremium außerdem eine neue Dividendenpolitik beschlossen. Die Dividende soll in den Geschäftsjahren 2026 bis 2030 jährlich um mehr als fünf Prozent steigen. TotalEnergies bestätigt zudem das Ziel, mindestens 40 Prozent des Cashflows an die Aktionäre auszuschütten.

Die höheren Rückkäufe plant TotalEnergies, weil das Unternehmen mit einem weiteren Rückgang seiner Verschuldungsquote rechnet. Diese Kennzahl zeigt an, wie stark der Konzern über Schulden finanziert ist. Bis Jahresende soll sie von 13,1 Prozent Ende Juni auf unter zehn Prozent sinken.

Bis zum Montagnachmittag lag die Aktie von TotalEnergies nach der Ankündigung rund zwei Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

Hohe Ölpreise stützen Ölkonzerne

Die Ausschüttungen fallen in eine Phase hoher Rohölpreise, die die Gewinne der großen Ölkonzerne nach oben treiben.

Die Sorte Brent kostete im zweiten Quartal im Durchschnitt 103,8 Dollar je Barrel. In diesem Zeitraum erzielte TotalEnergies einen bereinigten Nettogewinn von 6 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro).

Der Konzern bestätigt außerdem das Ziel, seine Energieproduktion aus Öl, Gas und Strom bis 2030 jährlich um vier Prozent zu steigern. Die Förderung von Öl und Gas soll zwischen 2025 und 2030 im Schnitt um mehr als drei Prozent pro Jahr zulegen.

Für 2030 erwartet TotalEnergies einen freien Cashflow, der bei unveränderten Energiepreisen rund zehn Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) über dem Wert von 2025 liegen soll. Das entspräche einem Plus von mehr als vier Dollar je Aktie, so das Unternehmen.

TotalEnergies erklärte, dass das Projektportfolio in Namibia, Nigeria, Libyen, Malaysia, Mosambik und Papua-Neuguinea zusammen mit den bestehenden Reserven es dem Konzern erlauben dürfte, die Öl- und Gasproduktion bis 2035 bei rund drei Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag zu halten.

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u/Kroetenklaus — 17 days ago

Edeka darf 178 Tegut-Supermärkte übernehmen

Die Schweizer Genossenschaft Migros hatte im März angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Edeka wollte ursprünglich 202 der rund 300 Supermärkte der Kette erwerben und anschließend weiterbetreiben. Die Wettbewerbshüter äußerten jedoch Bedenken. Sie befürchteten, dass Edekas Marktanteil in einigen Regionen zu hoch sein und dadurch ein wirksamer Wettbewerb behindert werden könnte. Deshalb wurde eine Übernahme in der geplanten Form abgelehnt.

Edeka verpflichtete sich deshalb, 24 der vorgesehenen 202 Tegut-Standorte für einen Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben. «Damit verhindern wir, dass es in den betroffenen Regionen durch die Übernahme zu Verschlechterungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher kommt», sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Die Behörde veröffentlichte im Internet eine Liste der Filialen, die Edeka übernehmen darf. Die meisten befinden sich in Hessen, Bayern und Thüringen. Zum Edeka-Übernahmepaket gehören auch das Tegut-Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Bäckerei Herzberger sowie die 41 personallosen «Teo»-Minimärkte.

So reagierte Edeka auf die Entscheidung

Der Edeka-Verbund begrüßte die Freigabe der Übernahme durch das Kartellamt. «Das ist eine gute Nachricht für die Beschäftigten und die Menschen in den betroffenen Regionen.» Damit erhielten rund 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Zukunftsperspektive. Die übernommenen Filialen sollen schrittweise in den genossenschaftlichen Edeka-Verbund integriert werden. Ein Teil davon soll künftig von Netto Marken-Discount betrieben werden. Zugleich bedauerte das Unternehmen, auf eine erhebliche Zahl von Standorten verzichten zu müssen.

Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme seit März nach eigenen Angaben intensiv untersucht. Hintergrund sind die Wettbewerbsverhältnisse und eine zunehmende Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der Behörde zufolge vereinten Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) sowie Aldi (Nord und Süd) 2025 zusammen mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze auf sich.

Eine einzelmarktübergreifende kollektive Marktbeherrschung der führenden Lebensmitteleinzelhandels-Unternehmen habe sich jedoch nicht feststellen lassen, teilte das Kartellamt mit.

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u/Kroetenklaus — 17 days ago

Verkaufsversuch gescheitert: Biontech schließt drei Standorte in Deutschland

Das Biotechnologieunternehmen Biontech hat die Schließung drei seiner Standorte in Deutschland bestätigt. "Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten und eines breit angelegten Verkaufsprozesses ist es leider nicht gelungen, einen Kauf zu realisieren", erklärte der Konzern am Montag. Der Standort in Tübingen soll nach Unternehmensangaben zum Ende des Jahres 2027 schließen, jener in Marburg Anfang 2028 und der Standort in Idar-Oberstein Ende 2028.

"Gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat wurden sozialverträgliche Lösungen und ergänzende Abfindungskonditionen vereinbart, die die besonderen Herausforderungen einer Standortschließung anerkennen und die Mitarbeitenden in dieser Situation bestmöglich unterstützen sollen", erklärte Biontech weiter.

Das Biotechnologieunternehmen hatte Anfang Mai bekanntgegeben, die "Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von Curevac" schließen zu wollen, "wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten". Das Unternehmen erklärte damals, den Verkauf von Teilen oder der vollständigen Standorte auszuloten zu wollen.

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u/Kroetenklaus — 17 days ago

Mehr Proteine, mehr KI: Mit dieser Milliardeninvestition will McDonald's moderner werden

McDonald's kündigte am Mittwoch in Chicago ein milliardenschweres Modernisierungsprogramm an. Der Fast-Food-Konzern plant, innerhalb der kommenden zehn Jahre weltweit 8,5 Milliarden US-Dollar zu investieren – umgerechnet etwa 7,2 Milliarden Euro.

McDonald's modernisiert in drei Bereichen: effizientere Küchenabläufe, mehr Automatisierung und proteinreichere Speisen. Konkret plant das Unternehmen größere Spielbereiche in seinen Filialen, modernisierte Küchen und separate Abholzonen für Lieferbestellungen. Auch Kaffee bereitet der Konzern künftig sichtbarer für Kunden zu.

Künstliche Intelligenz übernimmt Schlüsselaufgaben

McDonald's setzt auch verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Die Technologie übernimmt künftig das Bestandsmanagement und optimiert die Personalplanung. Bereits heute nutzt der Konzern KI-Systeme an den Drive-In-Schaltern.

Diese Systeme nehmen Bestellungen mit einer Genauigkeit von 90 Prozent entgegen – sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch. Die Technologie soll Wartezeiten verkürzen und Fehler reduzieren.

Parallel zur technischen Modernisierung erweitert McDonald's sein Angebot. Das Unternehmen nimmt gegrillte Hähnchen-Sandwiches, Wraps, Ei-Häppchen und Bowls ins Menü auf. Handpaniertes Hähnchen plant McDonald's ebenfalls – in Asien verlief der Pilotversuch erfolgreich. Hintergrund der Neuausrichtung ist die wachsende Nachfrage nach proteinreichen und kleineren Mahlzeiten.

Börse reagiert verhalten auf Milliardeninvestition

Die McDonald's-Aktie fiel am Mittwoch zeitweise um knapp fünf Prozent. Anleger reagieren skeptisch, ob sich die Investition zeitnah auszahlt.

Der Konzern steht ohnehin unter Druck. Erst kürzlich tauschte das Unternehmen seinen US-Chef aus – Auslöser waren schwache Finanzergebnisse. Die Modernisierungsoffensive soll nun die Wende bringen.

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u/Kroetenklaus — 21 days ago

Illegale Zigarettenproduktion in Nordrhein-Westfalen: Wohl 28 Millionen Euro Schaden

Durch die illegale Produktion von gefälschten Markenzigaretten in Nordrhein-Westfalen ist mutmaßlich ein Steuerschaden in Höhe von etwa 28 Millionen Euro entstanden. Das teilten das Zollfahndungsamt Essen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Donnerstag mit - zwei Tage nach einer Razzia, bei der 21 Menschen festgenommen worden waren. Die Beschuldigten kamen in Untersuchungshaft.

Die Zollfahnder veröffentlichten nun erste Einzelheiten zu den Ermittlungen. Demnach bekamen sie im Mai die ersten Hinweise auf eine illegale Zigarettenfabrik im Kreis Mettmann. Es bestehe der Verdacht, dass seitdem mehr als 130 Millionen unversteuerte Zigaretten hergestellt worden seien.

Am Dienstag durchsuchten Ermittler drei Objekte, darunter auch die Fabrik. Dabei seien unter anderem mehr als elf Tonnen Tabakfeinschnitt und elf Millionen fertig produzierte Zigaretten verschiedener Marken beschlagnahmt worden. Die Halle sei "professionell und aufwändig" für die kriminellen Pläne der Gruppe umgebaut worden, erklärten Zollfahnder und Staatsanwaltschaft.

Sie fanden demnach eine komplette Produktionsstraße und große Mengen Vorprodukte für die Zigarettenherstellung wie tonnenweise Rohtabak, Filter- und Zigarettenpapier sowie gefälschte Umverpackungen. Außerdem wurde die Wohnung von zwei Hauptbeschuldigten im Großraum Wuppertal durchsucht. Dort seien digitale und analoge Beweismittel sowie Bargeld in Höhe von mehr als 50.000 Euro beschlagnahmt worden, am Niederrhein außerdem eine Zugmaschine.

Die beiden Hauptbeschuldigten wurden ebenso festgenommen wie 19 weitere Verdächtige, die in der Fabrikhalle entdeckt und überrascht worden waren. Ungefähr 350 Kräfte von Zollverwaltung, Bundespolizei und Technischem Hilfswerk waren den Angaben zufolge im Einsatz. Die 21 Beschuldigten sind demnach der bandenmäßigen Steuerhinterziehung in großem Ausmaß sowie der gewerbsmäßigen bandenmäßigen Steuerhehlerei verdächtig.

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u/Kroetenklaus — 21 days ago

Drohender Streik: Micron-Beschäftigte in Taiwan lehnen Bonus von 68 Monatsgehältern ab

Angesichts eines drohenden Streiks hat der US-Chiphersteller Micron Technology seinen Beschäftigten in Taiwan eine Bonuszahlung von 68 Monatsgehältern angeboten - der Belegschaft ist das aber nicht genug. Hunderte Beschäftigte folgten am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaften und versammelten sich zu einer Protestkundgebung am Micron-Werk in Taoyuan.

Ein Ingenieur, der nur seinen Nachnamen Tsai nannte, sagte, das Angebot bleibe angesichts der riesigen Gewinne des Unternehmens "hinter den Erwartungen zurück". Die Gewerkschaften sollten nun weiter für den Bonus kämpfen, "der uns zusteht". Auch die Produktionstechnikerin Lin sagte: "Ich finde, dass wir das verdienen, also müssen wir dafür eintreten – nicht nur für uns selbst, sondern für alle Arbeiter in Taiwan."

Micron Technology produziert 50 bis 60 Prozent seiner Mikrochips in Taiwan und beschäftigt dort rund 15.000 Menschen. Zwei Gewerkschaften, die rund 12.000 Micron-Beschäftigte in den Werken Taoyuan und Taichung vertreten, hatten mit Streik gedroht. Sie verlangten eine einmalige Bonuszahlung in Höhe von 83 Monatsgehältern sowie die Zusicherung, dass künftig 15 Prozent des Betriebsgewinns an die Beschäftigten gehen, ausbezahlt alle drei Monate.

Micron bot den Beschäftigten in Taiwan am Freitag vergangener Woche eine Zahlung in Höhe von 35 bis 68 Monatsgehältern für das Geschäftsjahr 2026 an, mindestens aber 1,7 Millionen Taiwan-Dollar (rund 46.200 Euro). Die Gewerkschaften lehnten das Angebot aber ab und drohten erneut mit Streik. Dafür hätten 80 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gestimmt.

Chiphersteller machen wegen der hohen Nachfrage für Künstliche Intelligenz (KI) aktuell riesige Gewinne. Micron etwa verdiente allein im zurückliegenden Quartal unter dem Strich 41,5 Milliarden Dollar (knapp 36 Milliarden Euro).

Bei Samsung in Südkorea hatten Gewerkschaften vor einigen Wochen erreicht, dass die Beschäftigten in der Chip-Sparte in den kommenden zehn Jahren jeweils bis zu 10,5 Prozent des Betriebsgewinns bekommen. Ausgezahlt werden soll die Leistung in Aktien, dazu sollen 1,5 Prozent in bar kommen.

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u/Kroetenklaus — 28 days ago

Nepal schätzt Kosten für Wiederaufbau nach Himalaya-Sturzflut auf gut vier Milliarden Euro

Die nepalesische Regierung schätzt die Kosten für den Wiederaufbau nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya auf umgerechnet 4,12 Milliarden Euro. Davon würden etwa umgerechnet knapp 50 Millionen Euro für den kurzfristigen Wiederaufbau in den kommenden sechs Monaten und mehr als vier Milliarden Euro für den längerfristigen Wiederaufbau benötigt, sagte ein nepalesischer Außenamtssprecher am Freitag.

Die nepalesische Regierung betont, dass der Himalaya-Staat langfristige internationale Unterstützung benötige, um sich an eine schnell verändernde Berglandschaft anzupassen. Regierungschef Balendra Shah hatte kürzlich erklärt, sein Land müsse die internationale Gemeinschaft deutlich darauf hinweisen, welche Katastrophen es als Folge des menschengemachten Klimawandels erleide.

Voraussichtlich wird Schahs erste Auslandsreise ihn diesen Monat zur UN-Generaldebatte in New York führen. Zu der folgenschweren Erderwärmung hat das ländlich geprägte Entwicklungsland mit seinen 30 Millionen Einwohnern nur in einem sehr geringen Maß beigetragen.

Ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal hatte nach Einschätzung von Fachleuten am 26. August die verheerende Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet in China ausgelöst. Die riesige Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.

Die Gesamtzahl der Todesopfer im Grenzgebiet zwischen Nepal und China liegt mittlerweile bei mehr als 1400. Rund 5600 Menschen wurden noch vermisst.

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u/Kroetenklaus — 1 month ago

Energiehilfen kosteten Staat mehr als 50 Milliarden Euro

Berlin (dpa) - Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 haben die Bundesregierung rund 50,4 Milliarden Euro gekostet. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltspolitikers Sebastian Schäfer hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet. Das Geld floss in die Entlastung von Verbrauchern und die Stabilisierung der Märkte.

«Brandmauer» gegen Preise und «Doppelwumms»

Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP reagierte damals auf die massiv gestiegenen Energiepreise. Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einer «Brandmauer gegen hohe Preissteigerungen», Kanzler Olaf Scholz (SPD) nannte das Paket mit Energiepreisbremsen sowie Unternehmenshilfen einen «Doppelwumms».

Moskau war lange ein wichtiger Gas- und Öllieferant für Europa gewesen, doch nach dem Überfall auf die Ukraine und der Unterstützung westlicher Politiker für das Land verschlechterten sich die Beziehungen. Russland drosselte die Gaslieferungen über den Sommer immer weiter, bis es im September 2022 zum Lieferstopp über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 kam.

Größter Posten Strompreisbremse

Den größten Posten machte der aktuellen Auskunft zufolge die Ende 2022 beschlossene Strompreisbremse mit 16,3 Milliarden Euro aus. Damit sicherte der Staat Haushalten und kleineren Unternehmen 80 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs zu einem garantierten Bruttopreis von 40 Cent pro Kilowattstunde.

Für Industriekunden lag die Grenze bei 13 Cent für 70 Prozent des bisherigen Verbrauchs. Die Strompreisbremse wurde durch eine Abschöpfung der Erlöse etwa von Ökostrom-Produzenten mitfinanziert, die stark von hohen Preisen profitiert hatten.

14,3 Milliarden Euro für die Gaspreisbremse

Für die Gaspreisbremse gab der Bund 14,3 Milliarden Euro aus. Damit garantierte der Staat Verbrauchern und Wirtschaft eine Preisobergrenze für große Teile ihres Gasverbrauchs. Haushalten sowie kleinen und mittleren Unternehmen wurde so für 80 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs ein Gas-Bruttopreis von 12 Cent pro Kilowattstunde zugesichert.

Für Wärmekunden betrug der Preis bis zur 80-Prozent-Grenze 9,5 Cent. Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs galt der ganz normale Vertragspreis - das sollte dafür sorgen, dass es weiter einen Anreiz zum Gassparen gab.

Die beiden Bremsen galten für das gesamte Jahr 2023. Der Bundestag verlängerte sie bis Ende März 2024. Doch schon wenige Tage später kassierte die Bundesregierung den Schritt wieder. Grund war ein weitreichendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem November 2023, das riesige Lücken in den Bundeshaushalt riss - die Regierung musste kurzfristig sparen.

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u/Kroetenklaus — 1 month ago

Rüstungsriese KNDS baut Standort in Polen weiter aus

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS baut seine industrielle Präsenz in Polen aus. KNDS ist in dieser Woche auf der Verteidigungsmesse MSPO im polnischen Kielce vertreten. Der Konzern will dort seine Systeme präsentieren und zugleich den Ausbau der Munitionsproduktion in Polen vorantreiben. Auch die Pläne für einen Börsengang in Frankfurt und Paris sind wieder aktuell.

Die Pläne für den Börsengang hatte KNDS bereits im Juni konkretisiert. KNDS hatte damals angekündigt, 20 Prozent der Aktien in Frankfurt und Paris zu platzieren. Frankreich und Deutschland sollten danach jeweils 40 Prozent an dem Unternehmen halten. Die Bewertung wurde auf bis zu 15 Milliarden Euro geschätzt. Mit dem Börsengang wollte KNDS Geld für den Ausbau der Produktion und neue Technologien einnehmen.

Auch Polen ist für den Hersteller des Leopard 2-Panzers ein zunehmend wichtiger Markt. Auf der MSPO, die vom 8. bis 11. September in Kielce stattfindet, präsentiert der Konzern unter anderem Artilleriesysteme, Munition und Lösungen zur Drohnenabwehr. KNDS bezeichnet Polen und die baltische Region dabei ausdrücklich als strategische Schwerpunktmärkte. Besonders relevant ist die geplante Produktion von 155-Millimeter-Artilleriemunition in Polen. Dafür arbeitet KNDS mit dem polnischen Unternehmen Niewiadów zusammen.

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Grundlage ist eine Vereinbarung über den Technologietransfer für die Herstellung der LU211-Artilleriegranate. KNDS will dabei Produktionswissen und Technologie bereitstellen und gemeinsam mit dem polnischen Partner lokale Fertigungskapazitäten aufbauen. Die Kooperation geht damit über den Verkauf fertiger Munition hinaus. Ziel ist es, einen Teil der industriellen Wertschöpfung nach Polen zu verlagern und dort langfristig Produktionskapazitäten aufzubauen.

Neuer Anlauf für den Börsengang

Während KNDS sein operatives Geschäft ausbaut, bleibt auch der geplante Börsengang auf der Agenda. Der Konzern hatte im Juni angekündigt, seine Aktien in Frankfurt und Paris notieren zu wollen. Der geplante IPO sollte dem Unternehmen zusätzlichen Zugang zum Kapitalmarkt verschaffen und damit Investitionen in industrielle Kapazitäten und neue Technologien unterstützen, wie das US-Medium Bloomberg berichtet.

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u/Kroetenklaus — 1 month ago

Streit um "Schattendatenbank" der Schufa geht wohl vor Gericht

Der Streit um die massenhafte Speicherung alter Verbraucherdaten bei der Auskunftei Schufa dürfte vor Gericht gehen: Die Schufa erklärte am Donnerstag, sie weise die Vorwürfe der europäischen Datenschutzorganisation Noyb "entschieden" zurück und weigere sich, bis zum 9. September geforderte Unterlassungserklärungen abzugeben. Noyb teilte daraufhin in Wien mit, eine Unterlassungsklage sei nun "sicher".

Die Auskunftei speichert langfristig Daten, von denen Verbraucher bisher annehmen konnten, dass sie längst gelöscht wurden, und verwertet sie. Dazu zählen mutmaßlich alte Kredite, Pfändungen, Privatinsolvenzen und Schulden, die die Betroffenen oft schon vor Jahren beglichen haben. Die Schufa berechnet aus diesen Daten unter anderem, wie gut neu entwickelte Scores funktionieren. Noyb hatte diese "Schattendatenbank der Schufa" einen "Musterfall für eine rechtswidrige Datenverarbeitung" genannt und die Auskunftei abgemahnt.

Die Schufa erklärte am Donnerstag, sie speichere historische Daten "gerade deshalb, um gesetzliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen". Sie habe keine geheime Schattendatenbank und speichere Daten "gemäß den gesetzlichen Vorgaben und der mit den Datenschutzbehörden vereinbarten Speicherfristen".

"Wer historische Daten löscht, macht Datenschutzkontrolle unmöglich. Denn weder Aufsichtsbehörden noch Gerichte können dann noch überprüfen, ob personenbezogene Daten rechtmäßig verarbeitet wurden", erklärte das Unternehmen. Die Daten dienten außerdem dazu, verlässliche Risikoprognosen zu erstellen. Die Forderung von Noyb, historische Daten zu löschen, weise die Schufa daher zurück.

Der Vorsitzende von Noyb, Max Schrems, nannte die Argumente der Schufa "völlig grotesk". Anscheinend glaube das Unternehmen, "eine Art halbgöttliche Institution zu sein, die über den europäischen Gesetzen steht". Er fuhr fort: "Wir freuen uns darauf, dem ein Ende zu setzen."

Die Schufa ist für viele Menschen so wichtig, weil sie die Kreditwürdigkeit einzelner Verbraucher anhand von gesammelten Daten bewertet. Auf dieser Grundlage können Unternehmen die Wahrscheinlichkeit einschätzen, ob jemand seine Rechnungen zahlt. Banken, Kreditvermittler, Onlinehändler oder beispielsweise auch Energieversorger nutzen die Schufa. Die Wirtschaftsauskunftei verfügt nach eigenen Angaben über Daten von mehr als 69 Millionen Menschen.

Noyb steht für None of your Business und wurde von Schrems gegründet. Er und seine Organisation sind vor allem wegen erfolgreicher Klagen gegen Abkommen der EU zum Datenaustausch mit den USA und weitere Prozesse gegen große US-Konzerne wie Meta bekannt.

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u/Kroetenklaus — 1 month ago