u/Left_Medicine1910

Ich hatte eine gute Kindheit. Sicher haben meine Eltern nicht alles richtig gemacht und ich kann ihnen auch einiges vorwerfen (z.B. dass ich öfter Ohrfeigen bekam oder einmal so geschlagen wurde, dass ich rückwärts die Treppe runtergefallen bin), aber insgesamt haben sie sich Mühe gegeben.

Bei Streits wird meine schöne Kindheit betont und dass ich mich nie bedankt hätte dafür, dass ich meine Geburtstage feiern, Hobbys ausprobieren und Nachhilfe haben durfte. Durch dieses "Wir haben doch sooo viel für dich gemacht und jetzt wirfst du uns xy vor" geht jede Diskussion auf Augenhöhe verloren. Ich bin immer diejenige, die sich bedanken muss, sie sind die Gönner, die für das Kind alles gegeben haben. Weil in meiner grundsätzlich schönen und gut gemeinten Kindheit wie erwähnt, nicht alles so gut lief, habe ich auch Schwierigkeiten damit, mich zu bedanken.

Jetzt habe ich selbst Kinder und ich frage wirklich so gut wie nie um Hilfe, weil ich dieses "Wir kümmern uns um deine Kinder und helfen dir so viel - wo ist die Dankbarkeit?" vermeiden will. Vor zwei Wochen ging es leider nicht anders. Es gab einen Notfall und ich habe meine Eltern gebeten, spontan zu unterstützen. Jetzt wurde das noch mal betont, wie viel ich von ihnen in der Situation vor zwei Wochen verlangt hätte.

Seit Jahren mache ich es eigentlich so, dass sie die Kinder gerne abholen dürfen, aber nur, wenn sie das möchten. Nicht als Unterstützung. Nur in dem erwähnten Notfall musste ich eine Ausnahme machen.

Zweimal hatten wir die Situation, dass meine Kinder bei meinen Eltern versehentlich was heruntergeschmissen haben. Ich musste den Wert direkt entschädigen, obwohl es ganz normale Schüsseln waren. Nix Antikes, oder so.

Wie macht ihr das? Zeigt ihr von euch aus ständige Dankbarkeit? Muss man das als Kind überhaupt?

Was schulden wir unseren Eltern?

Danke

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u/Left_Medicine1910 — 21 days ago