[M32] Gefangen in der Warteschleife/Abhängigkeit mit meiner besten Freundin [F33]
*Throwaway, weil mein Hauptaccount zu sehr mit meinen sonstigen Online Nutzernamen verbunden ist*
Hallo zusammen,
ich muss mir das gerade mal von der Seele schreiben, weil ich an einem Punkt bin, an dem ich nicht mehr genau weiter weiß. (Oder ich weiß es eigentlich schon)
Ich kenne meine ehem. Arbeitskollegin (jetzt beste Freundin) seit ca. 2,5 Jahren. Wir haben eine extrem tiefe Verbindung: Wir haben einen Buchclub zu zweit, schreiben gemeinsam Gedichte auf Prompts, haben gemeinsame Tagesausflüge gemacht, waren lange in einem Büro. Seit sie Anfang des Jahres für einen neuen Job häufig ~5h entfernt ist, haben wir von Januar bis Mai insgesamt ca. 100 Stunden telefoniert. Wenn wir uns sehen, gibt es ab und an intensive körperliche Nähe (sie liegt auf meinem Schoß, wir sitzen eng verschlungen auf einer Parkbank, verbringen an einem Wochenende auch mal an 3 Tagen mehrere Stunden miteinander), aber wir haben uns nie geküsst oder ähnlicher. Wir verbringen einfach sehr viel Zeit zusammen, von außen betrachtet sagen mir alle Leute, dass es wie eine Beziehung aussieht, aber da ist ja nichts romantisches. Auf der Arbeit wurden wir damals glaube ich auch beide insgesamt super oft gefragt
Ich habe nach etwa 8-9 Monaten Gefühle für sie entwickelt. Sie weiß ansatzweise davon (es kam mal durch eine unglückliche Situation mit einem Date ans Licht, was ich kommunikativ damals völlig verpatzt habe). Das Hauptproblem ist aber: Sie hängt seit drei Jahren emotional an einem Typen fest, mit dem sie mittlerweile auch wieder eng zusammenarbeitet. Sie sagt, sie braucht einen "Blitzschlag", um sich zu verlieben. Das entspricht nicht meinem Model, ich brauche viel Zeit um das zu wissen,m so wie es nun mal bei ihr mittlerweile tue. Gleichzeitig kennen wir uns natürlich auch viel zu gut, als dass da noch irgendein Blitz einschlagen könnte.
Ich habe für mich das Bild gefunden, dass wir füreinander wie ein Nikotinpflaster auf einer offenen Wunde sind. Wir geben uns gegenseitig die emotionale Aufmerksamkeit und Nähe, die uns fehlt, um nicht einsam zu sein. Aber es heilt nichts. Ich bin ihr emotionaler Puffer für den Schmerz, den der andere Typ in ihr auslöst.
Durch diese "Beziehung ohne Konsequenz" bin ich seitdem eigentlich für keine andere Frau offen. Ich blockiere mein Leben mit 32 Jahren für etwas, was sich wie eine Beziehung anfühlt, aber keine ist.
Was ich mittlerweile dann auch mal verstanden habe: Ich will und muss es jetzt "real" machen. Ich möchte ihr in einem klärenden Gespräch alles sagen: Warum ich sie bewundere (intellektuell, menschlich, optisch), aber auch, dass ich dieses "Pflaster"-Dasein nicht mehr kann. Ich habe panische Angst, meine beste Freundin zu verlieren, aber ich habe das Gefühl, ich verliere sie sowieso, wenn ich so weitermache. Ich laufe gerade sehenden Auges in den Schmerz hinein. Natürlich fällt damit einmal komplett auch die tägliche Bestätigung weg, dass da jemand ist, dem man einfach mal alles auf WhatsApp z.b. schreiben kann, was man lustig findet oder was einen an den anderen erinnert. Zusammengefasst auf diese paar Zeilen klingt es natürlich alles sehr dramatisch, aber in mir ist schon viel Schmerz gerade weil es eigentlich keinen guten Ausweg gibt. Selbst wenn sie "ja" sagen würde könnte ich es nicht glauben.
Von daher wird es das Gespräch sicherlich geben müssen, solange es noch geht, aber ich bin mir gerade noch unsicher darüber, was ich wirklich sagen soll. Im Grunde weiß ich ja schon, dass es sehr weh tuen wird, daher glaube ich auch dieser Post um mir vielleicht noch irgendwas an Ratschlag mitnehmen zu können.