MPU wegen Alkohol auf dem Fahrrad
Hallo zusammen,
ich würde gerne eure Erfahrungen bzw. Einschätzungen zu meinem Fall hören.
Ich wurde am 18.06. mit 2,01 ‰ auf einem Fahrrad angehalten. Es war eine einmalige Situation nach meiner Bachelorfeier, bei der ich deutlich mehr als normalerweise getrunken hatte. Gegen mich läuft entsprechend ein Strafverfahren.
Jetzt habe ich zusätzlich von der Fahrerlaubnisbehörde die Anordnung zur Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens bekommen. Das Gutachten muss bereits bis zum 10.11. vorliegen. Innerhalb von zwei Wochen muss ich außerdem mitteilen, bei welcher Begutachtungsstelle ich die MPU durchführen möchte.
Ich bin 25 Jahre alt und trinke normalerweise eher selten. Seit dem Vorfall habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Direkt nach dem Vorfall habe ich mich um einen Ersttermin bei einer Verkehrspsychologin gekümmert, meine Leberwerte testen lassen (soweit alles i.O.) und einen Auszug aus dem Register in Flensburg gezogen (keine Punkte). Diese Woche habe ich das Gespräch mit der Verkehrspsychologin, um zu klären, welche Strategie für mich sinnvoll ist.
Mein Problem ist vor allem der kurze Zeitraum: Zwischen dem Vorfall und der Frist für das Gutachten liegen nicht einmal fünf Monate. Falls mir 6 oder sogar 12 Monate Abstinenznachweis empfohlen werden, kann ich diese bis November offensichtlich gar nicht erbringen.
Grundsätzlich würde ich langfristig kontrolliertes Trinken gegenüber vollständiger Abstinenz bevorzugen, sofern das bei meiner Vorgeschichte fachlich vertretbar ist. Ich möchte den Vorfall ernsthaft aufarbeiten und Alkohol und Straßenverkehr künftig konsequent trennen, sehe mich aber nicht als jemanden, der dauerhaft komplett auf Alkohol verzichten möchte.
Daher meine Fragen an Leute mit MPU-Erfahrung:
Hat jemand eine Alkohol-MPU mit einem ähnlich hohen Wert auf dem Fahrrad mit kontrolliertem Trinken bestanden?
Sind knapp fünf Monate gelebte Verhaltensänderung für eine MPU grundsätzlich zu kurz, auch wenn kontrolliertes Trinken akzeptiert wird?
Hat jemand wegen einer notwendigen längeren Vorbereitung eine Verlängerung der von der Fahrerlaubnisbehörde gesetzten Frist bekommen?
Und würdet ihr bei 2,01 ‰ grundsätzlich eher mit 6/12 Monaten Abstinenznachweis rechnen oder kann kontrolliertes Trinken bei entsprechender Vorgeschichte realistisch sein?
Mir ist bewusst, dass jeder Fall individuell ist und Reddit weder Verkehrspsychologin noch Anwältin ersetzt. Mich interessieren vor allem eure persönlichen Erfahrungen mit vergleichbaren Fällen.
Danke euch!