"Femizid" ist eine regressive Kampfvokabel für den karzinalen Feminismus und Linke sollten sie nicht verwenden
Das ist mir jetzt schon mehrfach in SM in Kommentaren aufgefallen, inzwischen liest man "Femizid" auch in TAZ und Co und eben auch in Aüßerungen von meinen PdL-Genoss*Innen. Ich empfinde den Begriff problematisch, da er traditionell-patriarchale Rollenbilder von der passiven Frau und dem aktiven Mann insofern bestärkt, als dass er ausschließlich weibliche Opfer anspricht, obwohl Beziehungstaten durchaus auch Männer und natürlich auch nonbinäre und intersexuelle Menschen treffen können, welche aktiv von "Femizid" ausgeschlossen werden. Und ich wüsste keine andere Rechtfertigung für die Umbenennung von Beziehungstaten, als die Forderung "Femizide" konsequent als Mord zu ahnden, wohingegen Beziehungstaten (bisher) oftmals als Totschläge bewertet werden. Damit wird er zum Kampfbegriff für karzeralen Pseudofeminismus, der immer überproportional marginalisierte Gruppen trifft und biedert sich dem gleichen autoritär-punitiven Rechtsverständnis an, welches jahrhunderte lang Frauen und LGBTQ+-Menschen unterdrückte. Statt Geld für härtere Strafen herauszuwerfen, wären Präventionsmaßnahmen und bessere psychol. Versorgung insbesondere für seelisch kranke Männer sehr viel sinnvoller.