Eigengeständnis
Ich muss mir einfach mal alles von der Seele reden. Da ich meine Frau nicht belasten möchte und keine engen Freunde habe, hoffe ich, es auf diesem Weg loszuwerden. Ich bin komplett ausgebrannt und mental am Ende. Ich hatte gerade 2,5 Wochen Urlaub und habe faktisch nichts getan – außer Videospiele zu spielen und Filme zu schauen, ab und zu ein bisschen rauszugehen mit meiner Frau, aber das war's. Die Videospiele waren dabei weniger Erholung, sondern eher ein Werkzeug zum Vergessen und Verdrängen. Jetzt holt mich die Realität mit dem Ende des Urlaubs wieder mit voller Wucht ein.
Ich weiß kaum, wo ich anfangen soll. Arbeitstechnisch bin ich an einem Punkt angelangt, an dem es für mich hier nicht mehr weitergeht. Ich habe versucht, meine Erfahrung einzubringen, und bin oft die extra Meile gegangen, ohne dass es jemand verlangt hätte. Das Ergebnis: Das Management fand es unnütz und ich habe dafür nur Kritik geerntet. Weil ich im Moment nicht mal mehr auf ein ehrliches „Wie geht's dir?“ antworten kann, habe ich es einfach stumm hingenommen.
Gleichzeitig habe ich sehr nette Kollegen, mit denen ich auch privat unterwegs war. Das macht den Jobwechsel, der wohl unumgänglich ist, extrem schwer. Ich habe in der Vergangenheit schon oft den Job gewechselt und kaum noch Kontakt zu Ex-Kollegen, weshalb ich befürchte, dass es hier genauso sein wird. Da ich ohnehin keine echten Freunde habe, wird das verdammt weh tun. Ich bin mir leider auch ziemlich sicher, dass das auf Gegenseitigkeit beruht und ich den anderen nicht wirklich fehlen werde.
Im Moment fühle ich mich ständig nervös, traurig und möchte einfach nur weinen. Aus Einsamkeit versuche ich verzweifelt, alte Bekannte und Freunde zu kontaktieren, aber das wird bisher ignoriert.