u/NFenja

Therapeutin ist der Meinung, dass ich 'kein Trans habe'

Ich (30, mtf) hatte heute meine vierte und letzte Therapiestunde bei (m)einer Therapeutin.

Sie hat schon die letzten Stunden und speziell die letzte vor heute immer wieder gemeint, dass sie nicht wirklich schlau wird aus mir und nicht wirklich Zeichen für's Trans-Sein bei mir sieht.

Zugestanden, ich konnte bei manchen Fragen keine wirklichen Antworten geben. Andererseits waren diese Fragen immer ziemlich offen (heute der Hammer: "Wie würden Sie Ihr Lebensbuch in Abschnitte unterteilen?").

Zu Beginn habe ich 2-3 Mal versucht, Antworten so zu formulieren, wie es vllt für andere trans zutrifft, sodass es mehr stereotypisch trans klingt. Hab mich dann aber teils auch sehr in den Erklärungen verloren, und das später auch in meinen richtigen Erklärungen.

Die Dame hat mehrere Vögel abgeschossen, aber der letzte heute, der war schon eher ein fliegender Wal...

- "Ich muss es der Krankenkasse gegenüber verantworten, dass sie wirklich trans sind. Nicht, dass Sie am Ende noch mehr Therapie brauchen, weil Hormone das falsche für Sie war"

-> generell ist die Aussage ja nicht ganz falsch, aber sie hat schon SEHR häufig betont, wie sie es der KK ggü. verantworten muss. Gut, dass sie sich mir ggü. nicht verantworten muss *trauriges Lachen*

-> Sie hat selbst keine Patienten gehabt, die Hormone oder OPs bereut haben, aber sie hat von welchen gehört. Really? Dafür hab ich keine Worte...

- "Ich könnte mir vorstellen, dass sie auf dem Spektrum liegen, und dass eine Ursachenverschiebung vorhanden ist. Das hieße, dass sie sich das Trans-sein einbilden und sie nur eine Erklärung für Ihre Probleme mit Ihren Gefühlen suchen."

-> Auf den Spektrum irgendwo? Bestimmt, mit meinem Adhs und leichtem OCD. Bilde ich mir ein, Trans zu sein? Go f*** yourself. Äh, ich meine, nein.

- "Ich sehe einfach nicht, dass Sie Trans haben"

-> das war heute das erste Mal, dass ich gemerkt habe, dass sie trans-sein als Krankheit sieht. Sie hat das 'trans haben' dann auch gleich mehrfach hintereinander gesagt...

Ich weiß ehrlich nicht mehr, was ich von der Frau halten soll.

Ich hab sie über eine von trans Personen gepflegte Liste gefunden, aber Holla die Waldfee...

Sie war mir als fast 2m große Transfrau gegenüber auf jeden Fall von Anfang an sehr kritisch eingestellt.

Das hat mir am Anfang schon gepasst, weil ich selbst sicher sein wollte, dass ich nichts überstürze, eben weil allein meine Körpergröße schon so ein großes Ding dabei ist. Aber nach 1,5 Dekaden des Wunschs, und 1,5 Jahren des eigtl sicher Seins, haben mir nur wenige Therapiestunden mit dieser Therapeutin gereicht, um jegliche Zweifel abzulegen. Immerhin das hat sie geschafft.

Jetzt hat sie mir schon letztes Mal gesagt, dass sie es der Krankenkasse ggü. definitiv nicht verantworten kann, mir ein Indikationsschreiben auszustellen, und hat als Begründung den Disconnect in der Kommunikation, die Gefahr, die Transition zu bereuen, eine Vermutung auf Autismus und ein unzureichendes soziales Outing genannt.

Heute hat sie das ganze nochmal wiedergekäut, - wie das Rindvieh, das sie ist - und immerhin versichert, dass sie keine Negativ-Indikation ausstellt.

Ich muss jetzt also nur innerhalb der nächsten 6 Monate eine neue Therapie-Person finden, die meine Therapie auf- und übernimmt. Gut, dass ich das letzte mal nur etwas über ein Jahr gesucht habe...

Ich bin mental einfach nur fertig, ohne heute auch nur ein einziges Gefühl zugelassen zu haben.

Immerhin hab ich noch mein Erfolgserlebnis von letzter Woche, wo ich nach viel hin und her offen als Frau auf'm Festival war.

Ich geh jetzt mal schauen, ob ich endlich weinen kann... Nia out.

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u/NFenja — 2 days ago

3te Therapiesitzung und ich laufe blank

Ich (30, mtf) muss das einfach mal loswerden, und vielleicht die ein oder andere Meinung einholen...

Ich habe seit der Pubertät (mehr nicht sexuelle als sexuelle) Fantasien von einer magischen nächtlichen Verwandlung, mit 22 hab ich das als doch wichtigen Teil für mich festgestellt aber wegen einer (kurz danach ehemaligen) Beziehung unterdrückt, und vor 1,5 Jahren hab ich mich mit einer Geschichte so gut identifizieren können, dass da die Eierschalen ganz abgefallen sind. Ich bin aber außer daheim (Wohnung mit Freundin) oder letztens bei hiesigen CSD stealth.

Soweit zu mir.

Ich hatte also eben meine 3te Therapiesitzung und wenn meine Therapeutin fragt, warum ich meine, dass ich als Frau leben möchte, wieso männlich nicht funktioniert, dann fallen mir außer körperliche Gründe einfach absolut nichts handfestes in der Stunde ein.

Ich druckse dann rum, und denke bis zur nächsten Sitzung drüber nach (teils vergeblich).

Aber mir fallen jetzt auch nach der Sitzung nicht wirklich viele Gründe ein, warum.

Ich bin doch eher introvertiert und gehe eher seltener aus dem Haus (Hobbies primär Lesen + Videospiele), und brauche das auch nicht zwingend.

Aber ich weiß, dass ich eine Frau sein will/bin, weil es mir einfach unglaublich viel gibt, von der Freundin oder den wenigen anderen Freunden so gesehen/angeredet zu werden, mich entsprechend zu kleiden und generell Schritte in die Richtung zu machen (und das generell nicht als sexuellen fetisch).

Ich weiß also, dass ich das will, und dass es mir gut tut, und ich teils (so wie z. B. jetzt gerade) ziemliche downs deswegen habe...

Kann das nicht der Therapeutin und erst recht der verdammten Krankenkasse genug sein?!

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u/NFenja — 2 months ago