Arztpraxis hat meine Diagnose trotz widerrufener Schweigepflichtentbindung an meinen Vater weitergeg
Ich bin 24 und werde seit einigen Monaten wegen einer chronischen Erkrankung behandelt. Bei meinem ersten Termin hatte ich meinen Vater als Kontaktperson angegeben und eine Schweigepflichtentbindung unterschrieben, weil er mich damals bei den Untersuchungen unterstützt hat.
Im Mai habe ich diese Einwilligung schriftlich widerrufen. Die Praxis bestätigte mir per E-Mail, dass der Widerruf in meiner Akte vermerkt wurde. Letzte Woche rief mein Vater dort an und bekam trotzdem Auskunft über meine neue Diagnose, die geplante Behandlung und sogar darüber, welche Medikamente ich nehmen soll. Eine Mitarbeiterin hat mir später am Telefon bestätigt, dass sie ihm die Informationen weiter gegeben hat, weil er noch als Kontaktperson im System stand.
Mein Vater wusste vorher nichts davon und hat Details genannt, die er warscheinlich nur von der Praxis haben kann. Die Praxis möchte mir den Vorfall nicht schriftlich bestätigen und behauptet jetzt, es sei nur eine „allgemeine Auskunft“ gewesen. Für mich waren das aber eindeutig konkrete Gesundheitsdaten.
Sollte ich zuerst die Ärztekammer, den Datenschutzbeauftragten oder direkt einen Anwalt kontaktieren? Kann ich außerdem eine vollständige Auskunft verlangen, wer auf meine Patientenakte zugegriffen hat und welche Informationen dokumentiert wurden?