VSOP-Paket vor Start halbiert. Taktik oder Red Flag?
Hallo zusammen,
Ich brauche eure Einschätzung zu einem VSOP-Vorfall kurz vor meinem Einstieg bei einem deutschen Start-up (vor Series A).
Die Situation:
Im ersten Angebot wurden mir mündlich X Shares zu Strike Price Y zugesagt. Mit dem fully deluted share count sind sie erst nach mehrmaligem nachfragen rausgerückt. Dann wurde der Vertrag plötzlich storniert mit der Begründung "Rechenfehler". Das neue VSOP-Paket kam dann mit einer massiven Verschlechterung: Der Strike Price wurde verdoppelt, meine Anteilsanzahl gleichzeitig halbiert.
Das Handelsregister zeigt, dass vor ein paar Wochen eine Kapitalerhöhung eingetragen wurde. Der höhere Strike spiegelt vermutlich den neuen Firmenwert wider. Mir wurden vermutlich veraltete Zahlen genannt. Durch die jetzige Korrektur (Hürde verdoppelt, Stückzahl halbiert) wurde mein prozentualer Anteil am Erfolg mehr als halbiert (und sehr unter Marktwert für die Phase) und der wirtschaftliche Wert faktisch gevierteilt. Höheres Fixgehalt scheint keine Option.
Zudem gibt es eigentlich auch keine good leaver Regelung und Anteile verfallen bei Eigenkündigung innerhalb des Vestings.
Die Logik ,,Shares x Strike = Paketwert" ist bei Optionen ja völliger Unsinn, da der Strike eine reine Auszahlungshürde ist.
Meine Fragen:
Ist das eine bekannte Taktik oder der dreiste Versuch, mich billig abzuspeisen?
Würdet ihr hart auf eine Anpassung der Stückzahl pochen, um den Prozentwert zu halten?
Wenn ich das alles so schreibe, klingt es echt nicht fair. Wie würdet ihr vorgehen?
Danke für euer Feedback!