Die nächste Runde
Moin miteinander!
Tldr: Meine Arbeit ist scheiße und legt mir überall Steine in den Weg.
Nachdem ich meine Sprechweise verändern sollte und man mir eine Kennzeichnung für meine Akustische Hypersensibilität geben wollte, geht der Spaß mit meinem Arbeitgeber in die nächste Runde.
Ich musste einen Korrekturbeleg für einen Arzt ausfüllen, mit Zettel vom Arzt, dass ich da war. Kein Problem. Denkste.
Bekomme eine Mail, dass ich den Korrekturbeleg und noch einen zusätzlich eingereichten Urlaubsantrag wieder abholen soll, damit ich den vom Ausbilder der Abteilung unterschreiben lassen kann.
Da wunderten sich meine Anwärter Kollegen aber und auch meine Ausbilderin. Weil den Urlaubsantrag zu unterschreiben ist möglich, wird aber nicht nachgefragt. Bislang konnte man immer ohne die Unterschrift abgeben. Und der Korrekturbeleg? Da ist die Unterschrift des Ausbilders ***nicht mal vorgesehen***. Ich musste extra nachfragen, wo meine Ausbilderin unterschreiben sollte. Die Ausbildungsleiterin sagte, im Feld für den Sichtvermerk der Ausbildungsleitung. Oh well.
Dann mal nachgefragt, warum das bei mir durchgesetzt wird und meinen Kollegen nicht. Keine Antwort bislang.
Dann habe ich einen Termin gemacht, um meine Personalakte zu sehen. Bekomme einen und ich erhalte die Weisung, dass ich keine Kopien und Fotos von **meiner** Personalakte machen darf. Nehm ich so hin, mache ich mir halt Notizen.
Hab später dann nachgelesen, dass man mir das nur unter "wichtigen dienstlichen Gründen" verbieten darf. Nachgefragt, was denn die Gründe wären. Keine Antwort bisher.
Und in meiner Personalakte finde ich zwei Schreiben. In dem ersten berichtet meine Geschäftsleitung über mich. Und sie bittet darum, mir die Kopfhörer (die ich brauche!) zu verbieten und auf herkömmliche, günstige Ohrstöpsel zu verweisen. Ich habe proaktiv beim obersten Dienstherren nachgefragt, ob er gerne ein Attest haben möchte, dass die herkömmlichen Stöpsel bei mir nicht in Frage kommen. Mal sehen, bislang keine Antwort.
Das zweite Schreiben drehte sich um das Zwischenzeugnis, welches voller Ableismus war. Man habe das Zeugnis "unter Berücksichtigung der Behinderung" geschrieben. Für Rücksprachen würde man mir einen Termin anbieten. Diesen Brief habe ich bislang nicht bekommen.
Also schreibe ich noch eine Mail und nehme den Termin dankend an. Nur, dass ich zusätzlich noch meine Fachberatung vom IFD und die Hauptschwerbehindertenvertretung mitbringen werde. Und da frage ich diese kleine B mal, warum zum Teufel sie mich schikaniert.
Ende August schreibe ich mein Examen. Ende Dezember die mündliche Prüfung. Und ich habe keine Ahnung, ob ich es bis dahin aushalte. Heute ist mein Widerstand temporär gebrochen. Ich kann nicht sprechen, mein Partner musste meine Arbeit und meinen Hausarzt für mich anrufen. Ich stimme mehr als gewöhnlich und habe fast ne halbe Stunde durchgeheult. Oh, es fängt schon wieder an.
Ich schwanke sehr zwischen "Durchhalten und dann habe ich zumindest eine abgeschlossene Ausbildung und habe höhere Chancen, in Zukunft Quereinsteiger machen zu können" und "Meine Psyche ist schon ziemlich im Arsch und ich sollte mich jetzt, besser gestern, zurückziehen".
Es wurde bereits eine weitere Nachuntersuchung beim Amtsarzt angeordnet, die ich nur abwenden konnte, weil ich gesagt habe, dass ich auf die Urkunde zur Beamtin auf Probe nach der Ausbildung verzichten würde. Was auch nur zustande kam, weil die Hauptschwerbehindertenvertretung das vorbrachte und mir angeraten hat.
Danke für's Lesen. Für Ratschläge bin ich offen.