Mieter "nervt" Nachbarn - vermeintlich aus Einsamkeit
Moin zusammen,
kurz vorab: Ich bin Vermieter eines Mehrfamilienhauses mit acht Parteien. Gerade trudeln bei mir nahezu zeitgleich zwei E‑Mails von zwei Mietern ein, die sich über einen älteren Herrn (67) – ebenfalls einer meiner Mieter – beschweren.
Er soll an Wohnungstüren klopfen und klingeln und den Mietern mitteilen, dass das Rauchen im Treppenhaus verboten sei und zu unterlassen ist (soweit korrekt). Die beiden Mieter, bei denen er geklingelt hat, sind jedoch langjährige Bestandsmieter und rauchen nicht. Sie halten sich an die Hausordnung, und laut ihren E‑Mails riecht es im Treppenhaus auch nicht nach Rauch. Beide können sein Verhalten nicht nachvollziehen.
Eine Mieterin hat ihm erklärt, dass sie nicht raucht, kaum Besuch bekommt und daher nicht die Verursacherin sein kann. Der betreffende Mieter soll daraufhin ein Gespräch „aufgedrängt“ haben und erklärt haben, wie gut es sei, nicht zu rauhcen und wie schlecht Rauchen generell wäre. (Ja, mit solchen Themen muss man sich leider auch beschäftigen.)
Der Mieter ist mir bereits bekannt. Er stört niemanden wirklich, ist nicht laut und fällt sonst nicht negativ auf. Alle paar Monate sucht er den Kontakt zu anderen Mietern wegen irgendeiner Kleinigkeit – wie jetzt das Thema Rauchen im Treppenhaus.
Wir hatten damals schon den Eindruck, dass er möglicherweise allein ist und einfach jemanden zum Reden braucht. Meine Frau hat ihn daraufhin öfter mal zum Einkaufen mitgenommen und macht das auch heute noch gelegentlich (er hat keinen Führerschein und bekommt so etwas Ansprache). Uns gegenüber beschwert er sich nie, und seine Anliegen, die er an andere richtet, sind meist eher harmloser Natur.
Ich habe nur etwas Sorge, dass es irgendwann überhandnimmt und ich ihn tatsächlich einmal abmahnen müsste – was ich unbedingt vermeiden möchte.
Mein aktueller Plan ist, die noch warme Jahreszeit zu nutzen und ein relativ spontanes Grillfest mit ausreichend Vorlaufzeit anzukündigen, das im Gemeinschaftsgarten des Hauses stattfinden soll. Ich würde auch gerne die gesamten Kosten übernehmen. Mir geht es einzig darum, dass die Nachbarn mehr Nähe zueinander aufbauen und vielleicht Kontakt zu Menschen finden, mit denen sie vorher kaum oder nie gesprochen haben.
Gerne würde ich den betreffenden Mieter später auch darauf ansprechen, ob er vielleicht den Gemeinschaftsgarten pflegen möchte und ich ihm dafür einen Teil der Miete erlasse. Allerdings habe ich etwas Sorge, dass er sich dann zu sehr als „Sheriff“ aufspielt.
Habt ihr vielleicht weitere Ideen? Für mich steht ganz klar der menschliche Faktor im Vordergrund. Ich möchte diesen Menschen aktuell auf keinen Fall bestrafen oder in eine Situation bringen, in der er sich unwohl oder missverstanden fühlt. Die Stimmung im Haus ist derzeit noch so, dass alle füreinander aktiv werden, und ich habe großes Interesse daran, dass das so bleibt.
Habt ihr hierzu Vorschläge?