Warum lassen wir uns das eigentlich gefallen? – Deutsche Bahn / Deutschlandticket
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Nach meiner heutigen Odyssee frage ich mich ernsthaft: Warum akzeptieren wir Bahnreisenden eigentlich diese Leistung zu diesen Preisen?
Meine Fahrt heute: Verspätung → Anschluss verpasst → umgeplant → Zug ersatzlos ausgefallen → wieder umgeplant → Schienenersatzverkehr → nächsten Anschluss ebenfalls verpasst.
Insgesamt 3h Verspätung für eine Strecke, welcheit dem Auto max. 2,5h dauert.
Und dafür kostet das Deutschlandticket mittlerweile 63 € im Monat. Gleichzeitig sind die Fahrgastrechte beim Deutschlandticket so stark eingeschränkt, dass selbst bei einem komplett zerschossenen Reisetag kaum eine nennenswerte Entschädigung herauskommt.
Was mir zusätzlich auffällt: Gleichzeitig scheinen die Preise für Einzelfahrten in den letzten Jahren massiv gestiegen zu sein. Zumindest subjektiv sind viele einzelne Regionalfahrten inzwischen so teuer, dass sich das Deutschlandticket schon nach wenigen Fahrten rechnet.
Da drängt sich bei mir durchaus die provokante Frage auf: Werden Einzelfahrten bewusst immer unattraktiver gemacht, um möglichst viele Menschen ins Deutschlandticket zu bewegen – und damit gleichzeitig in einen Tarif, bei dem wesentliche Fahrgastrechte eingeschränkt sind? Oder täuscht dieser Eindruck und es gibt dafür eine andere Erklärung?
Was ich dabei nicht verstehe:
Bahnreisende sind keine kleine Randgruppe. Das sind Millionen Menschen. Pendler, Studenten, Arbeitnehmer, Menschen ohne Auto – eigentlich eine gewaltige Interessengruppe.
Warum entsteht daraus so wenig politischer Druck?
Bei anderen Themen reichen deutlich kleinere Interessengruppen, um politischen Druck aufzubauen. Bei der Bahn scheint dagegen seit Jahren ein erstaunliches Maß an Verspätungen, Ausfällen und kaputter Infrastruktur einfach als gegeben hingenommen zu werden.
Deshalb ernst gemeinte Frage:
Wie könnte man als Fahrgast tatsächlich politischen Druck aufbauen?
Fahrgastverbände? Petitionen? Abgeordnete anschreiben? Beschwerden bei Aufsichtsbehörden? Strategische Klagen? Eine organisierte Interessenvertretung speziell für Bahnpendler?
Mich interessieren weniger die üblichen „Die Bahn ist halt scheiße“-Kommentare, sondern Möglichkeiten, wie man die schiere Menge an betroffenen Fahrgästen tatsächlich in politischen Druck übersetzen könnte.