Ab wann wird man eigentlich unfreiwillig zum Hausmeister des Büros?
Mir ist heute aufgefallen, dass ich offenbar eine Position in unserer Firma übernommen habe, für die ich mich nie beworben habe.
Ich bin der Typ, den alle fragen, wie Dinge im Büro funktionieren.
Nicht fachlich. Das wäre ja noch nachvollziehbar.
"Wo sind eigentlich neue Kaffeefilter?"
"Weißt du, warum der Drucker Papierstau sagt?"
"Wie bekommt man den Beamer auf HDMI 2?"
"Haben wir noch Batterien für die Maus?"
"Welche Nummer muss man wählen, wenn man aus dem Haus telefoniert?"
"Wann wird eigentlich Papiermüll abgeholt?"
Keine Ahnung, warum ich diese Sachen weiß. Ich arbeite weder in der IT noch im Facility Management und bin auch nicht Assistenz.
Ich bin vor drei Jahren einmal unter den Tisch gekrochen, um ein HDMI-Kabel wieder einzustecken. Das war vermutlich mein Fehler.
Seitdem funktioniert Büro-Wissen offenbar nach dem Prinzip: Wer ein Problem einmal löst, besitzt dieses Problem für immer.
Besonders faszinierend finde ich, dass neue Kollegen das innerhalb weniger Wochen lernen. Niemand sagt denen offiziell "frag ihn wegen der Kaffeemaschine". Diese Information verbreitet sich anscheinend über eine geheime mündliche Überlieferung.
Letzte Woche kam sogar ein Kollege aus einer anderen Abteilung zu mir, weil deren Besprechungsraum kein Bild auf dem Fernseher hatte.
Ich war noch nie in diesem Besprechungsraum.
Ich weiß inzwischen auch, welches Fenster man ein bisschen anheben muss, bevor man es schließen kann, welcher Bürostuhl langsam absinkt und dass die linke Spülmaschine nach Programm 3 manchmal nicht abpumpt.
Nichts davon gehört zu meinem Job.
Das Gefährliche ist: Wenn ich es einfach ignoriere, nervt mich das kaputte Zeug irgendwann selbst und dann repariere ich es doch.
Habt ihr bei euch auch so eine Person, die irgendwann versehentlich zum inoffiziellen Betriebssystem des Büros geworden ist?
Und falls ihr diese Person seid: Wie ist es dazu gekommen?