u/Stalinnommnomm

Mal ein paar Wörter zum jährlich wiederholten Massenvergewaltigungsnarrativ. Der Erzählung vom barbarischen sowjetischen Soldaten aus der Steppe, der unser Land nicht befreit hätte, sondern nur zum Vergewaltigen deutscher Frauen. Ich zitiere aus dem guten Buch Jochen Hellbecks zum deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowejtunion.

>Kein zeitgenössischer Beobachter verglich damals die sowjetischen Übergriffe auf deutsche Zivilisten mit ähnlichen Übergriffen durch Soldaten der Westalliierten. In bayerischen und badischen Kirchenbüchern sind zahllose Fälle verzeichnet. Ebenso wie die Sowjets ergingen sich die westlichen Soldaten auf ihrem Vormarsch durch Europa nicht überall und gewissermaßen wahllos in Gewalttaten, Raub und Vergewaltigungen. Ihr Zorn richtete sich gegen Deutsche, die das verachtete NS-System verkörperten. Das Verlangen nach Vergeltung nahm bei den westlichen Soldaten deutlich zu, sobald sie mit nationalsozialistischen Gräueltaten konfrontiert wurden. Inmitten heftiger Kämpfe gegen Einheiten der WaffenSS befreiten amerikanische Soldaten am 29. April ein Kriegsgefangenenlager mit 40000 Insassen am Rande von Moosburg, nordöstlich von München. Durch die erbitterten Kämpfe und den Anblick der ausgemergelten Gefangenen in Rage versetzt, plünderten die Soldaten in der eingenommenen Stadt zahlreiche Gebäude und vergewaltigten die weiblichen Einwohner. In einigen Fällen führten befreite Zwangsarbeiter die GIs zu den Häusern ihrer Peiniger und baten die Soldaten, für sie Rache zu nehmen. Wenn die sowjetischen Gewalttaten gegen die deutsche Zivilbevölkerung die Übergriffe anderer alliierter Soldaten in den Schatten stellten, so war das in erster Linie auf das unvergleichlich größere Leid der sowjetischen Bevölkerung zurückzuführen. Auf ihrem Vormarsch nach Deutschland waren die US-Truppen nicht durch die Ruinen amerikanischer Dörfer und Städte gezogen. Amerikanische GIs hatten nicht aus Briefen von Angehörigen erfahren müssen, dass die Deutschen Familienmitglieder getötet oder ihre Heimatorte ausgelöscht hatten. Den befreiten amerikanischen und britischen Kriegsgefangenen ging es körperlich deutlich besser als den überlebenden sowjetischen Gefangenen, die oft so geschwächt waren, dass sie kaum gehen konnten. Und nicht zuletzt gab es auf Seiten der Westalliierten keinen Ehrenburg, der die Trauer seiner Leserschaft in lodernden Zorn verwandelte. Die sowjetische Gewaltexplosion in Deutschland entlud sich aus einer millionenfachen Erfahrung von unermesslichem Leid. Diese Erfahrung konnte freilich nicht das Leid rechtfertigen, das die Soldaten der Roten Armee ihrerseits Hunderttausenden von deutschen Zivilisten zufügten. Ehrenburg appellierte fortwährend an seine soldatischen Leser, im Namen der Gerechtigkeit zu handeln und sich nicht von instinktiven Rachegefühlen leiten zu lassen. Bisweilen jedoch gewann auch bei ihm selbst die Wut über das grausame Vorgehen der Deutschen gegen die sowjetischen »Untermenschen« die Oberhand und entlud sich in hitzigen Appellen und Forderungen nach unerbittlicher Vergeltung. So wurde das von der sowjetischen Führung ausgegebene und auch von Ehrenburg propagierte Ziel, bei der Eroberung Berlins die gleiche Zurückhaltung an den Tag zu legen wie die Moskauer Bevölkerung beim Marsch der deutschen Kriegsgefangenen 1944, letztlich verfehlt. Und doch traten die schlimmsten Befürchtungen der Deutschen, was die sowjetische Eroberung betraf, nicht ein. Hitler hatte die massenhafte Vergewaltigung, Versklavung und Vernichtung seiner Landsleute durch die Rote Armee vorausgesagt. Goebbels hatte von der »Katynisierung« Deutschlands gesprochen – der Ermordung Tausender Deutscher per Genickschuss. Im Gegensatz zu diesen Prophezeiungen –  die nichts anderes waren als Projektionen der eigenen Vernichtungspolitik im Osten – nahm die Sowjetunion in der Stunde ihres Triumphes Anleihen bei der deutschen Kultur, die in der Sowjetunion seit Jahr und Tag höchstes Ansehen genoss.

Jochen Hellbeck, Ein Krieg wie kein anderer: Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, S. 714 ff

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u/Stalinnommnomm — 19 days ago

In den letzten Tagen sind zunehmend Äußerungen anderer linker Subreddits aufgekommen, welche uns direkt oder indirekt unterstellen, es gäbe User, welche systematisch Brigading auf unserem Subreddit organisieren würden, mit dem Zweck, die ideologische Ausrichtung anderer Subreddits zu ändern.

Wir möchten als Moderation klarstellen, dass wir keine User in der Moderation haben, welche Pläne verfolgen oder je verfolgten, andere Subreddits zu "unterwandern". Wir unterbinden Brigading immer so schnell wie irgendmöglich und untersagen jegliche Versuche dessen.

Von r/Kommunismus wird und wurde kein Brigading organisiert. Wir gestatten das ausdrücklich nicht.

Wir möchten diesen Umstand darüber hinaus auch mal politisch kommentieren:

  1. Wir halten die Idee, andere Subreddits zu kapern, für politisch falsch. r/Kommunismus ist keine Startplattform für Onlinekriege, sondern ein Ort für den ideologischen sowie organisatorischen Austausch unter Kommunisten und teilweise auch zur Diskussion mit Usern nichtkommunistischer Parteien und jenen, welche keiner Organisation angehören.
  2. Wer als Kommunist die Kapazitäten besitzt, unsinnige Kämpfe im Internet zu führen, macht etwas ganz entschieden falsch. Wenn ein Kommunist zu viel Zeit hat, hat er diese zu nutzen, zum Lesen, sich weiterbilden, Sport zu treiben, politische Arbeit oder gewerkschaftliche Arbeit zu treiben oder sonst etwas Sinnvolles. Wozu Kommunisten absolut keine Zeit aufzuwenden haben, ist es online Kämpfe um irgendwelche Subreddits zu führen.

Ich hoffe, unsere Haltung zu diesen Geschehnissen ist vollumfänglich klar geworden.

Den Mitgliedern von r/Kommunismus wollen wir zudem folgendes zukommen lassen:
Wenn ihr Screenshots anderer Subreddits auf r/Kommunismus posten wollt dürft ihr das. ABER achtet darauf das 1. Namen und Icon der User auf dem Screenshot zensiert sind und 2. Namen und Icon des Subreddits zensiert ist. Wird sich daran nicht gehalten, löschen wir euren Post.

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u/Stalinnommnomm — 23 days ago