u/Substantial-Pitch572

Preise für Whitepaper erstellung?

Ich bin freiberuflicher Webdesigner in Deutschland. Meine üblichen

Kunden sind kleine Betriebe, mein Preisgefühl ist entsprechend darauf

geeicht. Das hier ist mein erster Konzernkunde und ich kann die Zahl

ehrlich nicht einschätzen.

Der Kunde ist ein Schweizer B2B-Tech-Unternehmen, ein paar hundert

Mitarbeiter, Teil einer deutlich größeren Gruppe. Ich bin über eine

Empfehlung von einer Führungskraft dort reingekommen, stehe also

nicht im Wettbewerb mit anderen Angeboten. Sie wollen mich parallel

als festen Lieferanten onboarden, es geht also um eine langfristige

Zusammenarbeit und nicht um einen Einmaljob.

DER AUFTRAG

Sie haben ein halbfertiges Whitepaper. Ihre Inhouse-Designerin hat die

Hülle gebaut: Cover, Rückseite, eine Beispiel-Inhaltsseite mit Grafik

und Typografie-Angaben, und die letzte Seite.

Das Inhaltsverzeichnis verspricht 8 Kapitel. Vier existieren. Zwei

Doppelseiten stehen noch auf Lorem ipsum, drei Kapitel gibt es

überhaupt nicht. Das Dokument wächst von 11 auf etwa 16 Seiten.

Ich liefere: 5 Kapitel auf Englisch schreiben (technisches B2B-Thema),

im vorhandenen Design layouten, Grafiken dazu bauen, Inhaltsverzeichnis

und Seitenzahlen richtigstellen, Absatzformate anlegen (die Datei hat

aktuell keine, es wurde alles per Hand formatiert). Rückgabe als

InDesign-Quelldatei plus Druck-PDF.

Danach warten noch etwa 20 weitere Whitepaper, die genauso überarbeitet

werden sollen.

MEINE SCHÄTZUNG

Rund 49 Stunden für dieses Dokument, davon etwa 12 einmalige

InDesign-Einarbeitung, weil ich aus dem Web komme und nicht aus dem

Print. Das Schreiben sind 12 Stunden, das reine Layout-Nachbauen nur

etwa 8. Ich rechne mit 8 Tagen inklusive zwei Korrekturschleifen.

HIER STECKE ICH FEST

Mein Kontakt im Unternehmen meint, ich soll mit Tagessatz arbeiten und

schlägt 400 bis 500 € vor, wegen der Empfehlung dann 300 €. Er meint

es gut und kennt das Budget dort, aber 300 € netto nach Steuer und

Krankenkasse sind bei mir noch etwa 22 € die Stunde. Das würde dann

auch für alle 20 Folgedokumente gelten.

Ich hatte selbst eher an 750 € normal und 600 € für diesen Kunden

gedacht, also 4.800 € für dieses Projekt.

MEINE FRAGEN

  1. Was ist als deutscher Solo-Freelancer bei einem Schweizer

    Konzernkunden ein realistischer Tagessatz? Mir ist klar, dass ich

    keine Agenturpreise aufrufen kann, aber 300 € kommen mir zu niedrig

    vor.

  2. Tagessatz nennen oder lieber nur einen Festpreis pro Dokument? Ich

    arbeite schnell, und bei einem Tagessatz bestrafe ich mich dafür.

  3. Erstes Projekt bewusst günstiger als Türöffner, oder versaue ich mir

    damit den Anker für die 20 Folgeaufträge?

Zur Einordnung: Agenturen dort rechnen mit 180 bis 250 CHF pro Stunde.

Ich weiß nicht, in welchem Verhältnis ich dazu stehen sollte.

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u/Substantial-Pitch572 — 5 days ago