u/Suspicious-Hawk3359

Ich mache soziale Events nur aus Liebe zu meiner Freundin mit, um nicht als weirdo dazustehen

.. und ich hasse jede Sekunde davon. Ich hab ne soziale Phobie (diagnostiziert), welche zwar über die letzten zehn Jahre besser geworden ist, mich aber dennoch extrem einschränkt.
Die einfachsten Dinge, wie mit Freunden zum Essen verabreden, sind für mich richtige Herausforderungen, denen ich mich aber absichtlich immer stelle.
Zum Zeitpunkt, an dem Treffen vereinbart werden, habe ich auch total Bock.
Mit jedem Tag, der dem Treffen näher rückt, wächst meine Abneigung und mein Fluchtinstinkt.
Bei diesen Treffen selber dann habe ich auch kurze Zeit echt Spaß und genieße es, bis dann der Hammer kommt und ich von jetzt auf gleich keinen Gesprächen mehr folgen kann und nur nachhause will.

Übernächste Woche sind wir zu einer Hochzeit eingeladen. Seit dem Wochenende kann ich an nichts anderes denken. Parkplatzsuche dort, fremde Menschen, Begrüßungen, soziale Konstrukte welche ich nicht so ganz verstehe, Smalltalk, erzwungene Gespräche weil man gerade zusammen am Tisch sitzt, teilweise sicher auch alleine sein weil meine Freundin eher ein golden Retriever ist (was ich auch gut finde), Menschen die tanzen während ich mich absondere, im schlimmsten Fall irgendwelche Spiele und dann der Moment, an dem man sich beim Brautpaar verabschieden muss.
Alles daran ist für mich einfach nur anstrengend und eine Nachricht, dass es ausfällt würde mir gerade die absoluten Glücksgefühle bescheren.

Würde meine Freundin nicht so ein soziales Wesen sein und mir wäre es nicht so wichtig nicht der Weirdo zu sein, der nirgendwo dabei ist, würd ich das alles einfach gar nicht tun...
Meine Freundin weiß von meiner Diagnose, respektiert es auch, aber ich kann und werde nicht von ihr verlangen, dass Sie versteht, wie sich das anfühlt. Aber so gut wie jedes Treffen mit Freunden von ihr, Familie oder soziale Events sind für mich eine wochenlange Belastung und am liebsten würde ich alles immer vorher absagen...

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u/Suspicious-Hawk3359 — 1 day ago
▲ 92 r/Rennrad

Irgendwie hats mich voll gepackt...

Angefangen hats mit irgendwelchen Reels auf Insta.
Ja, ich habe mich absolut beeinflussen lassen.
Das sah alles so gut aus, dass ich mir dachte, ich kaufe mir mal ein Gravelbike.
Enge Fahrradkleidung, oder diese komischen Klickschuhe und Radcomputer? Haha, niemals!
Also Kleinanzeigen durchforstet und auf ein Cube Nuroad EX aus 2022 in der passenden Rahmengröße gefunden. Hingefahren, getestet, mitgenommen.

Die ersten 5 Km kam dann die absolute Ernüchterung.
Nichts mit 25 km/h locker auf 20-30 km, mit nem normalen Puls. Stattdessen 160+ Puls bei 18 km/h. Dazu am nächsten Tag so ein latentes Muskelkatergefühl in den Beinen.
Ich muss dazu sagen, dass ich aus dem Bodybuilding komme. 176 cm + 87 KG, Cardio war für mich immer blödsinn.
Aber irgendwas hat das in mir geweckt. Irgendwie war ich komplett angefixt.
Das ist jetzt 4 Wochen her und ratet mal, wer zwei Daumen hat und nun mit enger Fahrradkleidung und Klickies und Wahoo Elmnt unterwegs ist? Na klaar, dieser Typ hier.
Es sind auch jetzt 40 km mit einem 21er Schnitt. Auch, wenn der Puls dabei noch Achterbahn fährt.

Jedenfalls ist es dazu gekommen, dass sich mein Hauptaugenmerk immer mehr vom Gym hin zum Fahrrad bewegt. Geplant wär ggf. nächstes Jahr auch ein eigenständiges Rennrad.

Nun zu meiner Frage:

Ich habe tatsächlich vor das ganze tatsächlich ernsthaft und strukturiert anzugehen.
Gibt es eine Art Trainingsplan für Anfänger, oder heißt es einfach Strampeln, Strampeln, Strampeln?
Ich hatte sogar die Überlegung in einen örtlichen Radsportverein zu gehen, aber ich denke das wäre derzeit noch eine absolute Blamage da wie ein Stein hintendran zu hängen...

Edit: Damit das alles nicht ohne Ergebnis bleibt:
Danke für die vielen Antworten. Ich habe mich dadurch dazu entschieden einfach zu fahren, wie ich lustig bin.
ihr habt wohl recht, dass es hier auch ähnlich ist, wie im Gym. Anfangs kann man fast machen was man will und wird besser.
Auch habe ich für mich selber entschieden, dass es auf kurz oder lang wohl auf ein reines Rennrad hinauslaufen wird. Mein Strava zeigt mir ganz klar, dass ich zu 95% auf der Straße unterwegs bin, da ich einfach gerne schnell fahre und das absolut genieße (auch mit 170er Puls 😄 )

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u/Suspicious-Hawk3359 — 23 days ago

ich würde gern ein völlig anderes Leben leben

ich (m 33) beichte, dass ich gerne ein anderes Leben führen würde. Genau das Leben, worüber man sich in meinen Kreisen "lustig macht".
Ich komme aus eher konservativen Kreisen, in denen es eher hart zugeht.
Bspw. Ecken wie Berlin Kreuzberg, Köln-Kalk, etc.
Heißt Status läuft über Lautstärke, Härte, Besitz, Extraverbale und in letzter Instanz über Körperlichkeit, etc.
Entsprechend sehe ich auch aus. Muskeln, Tattoos, grimmiger Blick, kurze Haare, Vollbart.
Ich erfülle einen gewissen Stereotyp.

Wenn ich dann in der Innenstadt unterwegs bin, sehe ich genau die Leute, über die man sich in unseren Kreisen eher lustig macht.
Eher hagere Männer, unauffällige Kleidung oder Marken, die nachhaltig sind, Birkenstock, die Frisuren sind andere, keine Seiten auf 0, Vollbärte sind sehr selten. Ihre Art ist für "uns" eher Soft. Es wird viel philosophiert, oft sind sie vegetarisch oder vegan.
Ich denke auch diesen Stereotyp muss ich nicht weiter ausführen.
"Das sind P*ssies", "das sind keine echten Männer", "da stehen die Frauen ja sowieso nicht drauf", etc. - das sind die Gedanken und Worte, die man bei uns für diesen Schlag Mann übrig hat.
Ich denke, ich muss auch das nicht weiter ausführen.

Natürlich gibt es bei beiden Welten keine wahren Berührungspunkte.

Ich beginne nur mir selber einzugestehen, dass ich, sehr wahrscheinlich, genau dieses Leben fast schon beneide, welches ich und meine Konsorten immer verteufeln.
Ich sehe immer mehr, dass in meiner aktuellen Welt sehr viel kompensiert wird.
Das Männerbild ist veraltet, die Gespräche sind oberflächlich, die Freundschaften sind keine echten Freundschaften. Fortschritt macht niemand so wirklich.
Mir fällt parallel dazu immer mehr auf, dass dafür, dass "die Frauen da ja eh nicht drauf stehen", dieser belächelte Schlag Mann auffällig oft in Begleitung von Frauen ist, oder mit dem eigenen Kind unterwegs ist. Ich habe auch keine Lust mehr, krampfhaft ein Männlichkeitsbild aufrechterhalten zu müssen, welches ich nicht mehr verkörpere.
Mir ist klar geworden, dass man nicht weniger Mann ist, wenn man mal nett ist, oder zugeben kann, dass man auch mal Schwächen hat. Dass Evidenz klar besagt, dass harter Fleischkonsum für Klima und Körper Mist ist und, dass ich mittlerweile einfach in den meisten Dingen völlig anderer, progressiverer Meinung bin.

Die ganzen Gedanken begannen mit Beginn des berufsbegleitenden Studiums und wurden seitdem immer häufiger und immer klarer.

Nun sitze ich jedes Wochenende mit Menschen, mit denen ich nichts mehr gemein habe und führe Gespräche, die mich langweilen, um nicht alleine zu sein und da ich mit der Welt, die ich mittlerweile mag, keinerlei Berührungspunkte habe.

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u/Suspicious-Hawk3359 — 2 months ago

Auf Arbeitsschutz wird einfach viel zu oft geschissen

komme gerade aus einem Betrieb, bei dem ein bekannter arbeitet.

Es herrschen überall Hitzewarnungen. Dort vorgefunden habe ich eine Halle voller Monteure, die an schweren mobilen Maschinen arbeiten. Eine Maschine nach der anderen wird reingeschleppt, repariert, rausgeschleppt. Mitunter kurzzeitig Arbeiten in der prallen Sonne.

Die Halle ist riesig, beide Tore offen, lt. Thermostat dort 39,7 Grad.
Es wurden keine besonderen Schutzmaßnahmen getroffen. Natürlich keine Klima, keine Ventilatoren. Keine Extra Cool Down Pausen. Lediglich 4 Kästen Wasser standen da in der Ecke.

Im Büro das gleiche Spiel. Trotz, offensichtlich schlecht oder gar nicht gewarteter Klimaanlage und Jalousien waren es dort 29 Grad.

Dort angestellt sind hauptsächlich ausländische Kräfte, mit entsprechend sprachlichen Schwierigkeiten. 2 Deutsche Gesellen, 1 Meister. Rest Büro.

Als ich den Meister drauf ansprach und ihm sagte, dass bei über 35 Grad Getränke nicht ausreichend seien und er bei Überschreitung dieser Schwellenwerte, wie auch 26 Grad in einem Büro, er bzw die GF Maßnahmen zu treffen habe um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten:
"Ja was soll ich machen, überall Klimaanlagen installieren damit die es schön kühl haben oder was?
Dem entgegnete ich mit
"Ja, oder die Arbeit einstellen, weil sie bei diesen Gegebenheiten nicht zumutbar und sicher auszuführen ist. Hitzefrei eben, besonders bei den Ausnahmetemperaturen"

ZACK, hat er mich rausgeworfen. "Ja, du gehst jetzt besser. Und kommst auch nicht mehr hier hin".

Hab natürlich sofort bei der Arbeitsschutzverwaltung angerufen und auf die Mängel aufmerksam gemacht. Die Dame am Telefon sagte mir, dass sich das heute häufen würde.

Mich pissts irgendwie extrem an. Nur, weil die Jungs dort aufgrund fehlender Kenntnisse nichts davon wissen, wird es komplett von diesem Meister ausgenutzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht der einzige Betrieb ist, der unter solcher Tyrannei leidet.

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u/Suspicious-Hawk3359 — 2 months ago

Das einzig sinnvolle wären gesetzlich vorgeschriebene Gehaltserhöhungen

Weil unsere drecks Arbeitgeber sonst sowieso nicht auf die Idee kommen, es zu tun.

Alle Kosten steigen. Gefühlt sogar von Woche zu Woche.
Einkauf jede Woche teurer, die Unterhaltskosten für ein notwendiges Auto explodieren, Guthaben aus Nebenkostenabrechnungen werden immer schmaler (wenn überhaupt vorhanden), Urlaube/Übernachtungen sind unverschämt teuer, Zugtickets sind unverhältnismäßig teuer, etc. pp. - Ihr kennt das doch alle selber.

Und dann sieht man sich Arbeitgeber an. Die sitzen jeden Morgen (mal mehr, mal weniger) gut gelaunt im Betrieb, fahren die dicke Leasingkiste auf Firmenkosten, haben n abbezahltes Haus, die Firma wirft regelmäßig gewinne ab.
Und wer verantwortet das alles? Meistens die Mitarbeiter.
Arbeitsschutz, Disposition, Auswertung der Bilanzen und BWA sowie entsprechende Preisgestaltung zur Steuerung, etc.

Und wer hat am wenigsten Geld? Jauuu die Mitarbeiter!

Ich kanns nicht mehr ertragen. Dieses selbstverherrlichende getue von "Chefs". Ganz besonders, wenn Sie selber kaum Fachwissen besitzen.
Dann gehts seit Jahren überall durch die Medien, so dass selbst der betuchteste Mensch mitbekommen haben sollte, dass alles teuer geworden ist und immer teurer wird.

Und was macht dann ein Chef, der sowieso schon für sich und all seine Nachfahren ausgesorgt hat?
NICHTS!!! Oh doch, warte. Es gibt ab und an mal ne Laugenstange, oder ein Essen auf Kosten des Betriebs.
Und das beschissene Gehalt ist seit Jahren gleich. Es wird nicht mal um Traum dran gedacht das anzupassen. Und das erlebt man überall. Diese Gierigen Aasgeier fressen jedes Wochenende Steak auf Firmenkosten und denken nicht um Traum dran, den Angestellten, die dieses Steak erwirtschaften, wenigstens die Beilagen abzugeben.

Stattdessen muss man als Arbeitnehmer, der jeden Tag 9 Std. vor Ort und 10-11 Stunden von zuhause weg ist für diesen scheiß, wie ein Kind zu seinem Vater gehen und nach mehr Taschengeld bitten. Dann sieht man den erhobenen Zeigefinger: "na na na, ob du dir das wohl verdient hast, kleiner Lümmel du?" und mit einem tipps auf die Nasenspitze wird man dann aus dem Büro geworfen.
Immerhin hat man danach einen Rucksack voll toller aus der Luft gegriffener Gründe, wieso man Gehälter derzeit nicht erhöhen kann (WILLL!!!!!).

Drecks piss Arbeitswelt. Scheiß gierige Arbeitgeber. Ickt euch!
Leckt Eier, wie euer großes Vorbild!

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u/Suspicious-Hawk3359 — 2 months ago