Ich mache soziale Events nur aus Liebe zu meiner Freundin mit, um nicht als weirdo dazustehen
.. und ich hasse jede Sekunde davon. Ich hab ne soziale Phobie (diagnostiziert), welche zwar über die letzten zehn Jahre besser geworden ist, mich aber dennoch extrem einschränkt.
Die einfachsten Dinge, wie mit Freunden zum Essen verabreden, sind für mich richtige Herausforderungen, denen ich mich aber absichtlich immer stelle.
Zum Zeitpunkt, an dem Treffen vereinbart werden, habe ich auch total Bock.
Mit jedem Tag, der dem Treffen näher rückt, wächst meine Abneigung und mein Fluchtinstinkt.
Bei diesen Treffen selber dann habe ich auch kurze Zeit echt Spaß und genieße es, bis dann der Hammer kommt und ich von jetzt auf gleich keinen Gesprächen mehr folgen kann und nur nachhause will.
Übernächste Woche sind wir zu einer Hochzeit eingeladen. Seit dem Wochenende kann ich an nichts anderes denken. Parkplatzsuche dort, fremde Menschen, Begrüßungen, soziale Konstrukte welche ich nicht so ganz verstehe, Smalltalk, erzwungene Gespräche weil man gerade zusammen am Tisch sitzt, teilweise sicher auch alleine sein weil meine Freundin eher ein golden Retriever ist (was ich auch gut finde), Menschen die tanzen während ich mich absondere, im schlimmsten Fall irgendwelche Spiele und dann der Moment, an dem man sich beim Brautpaar verabschieden muss.
Alles daran ist für mich einfach nur anstrengend und eine Nachricht, dass es ausfällt würde mir gerade die absoluten Glücksgefühle bescheren.
Würde meine Freundin nicht so ein soziales Wesen sein und mir wäre es nicht so wichtig nicht der Weirdo zu sein, der nirgendwo dabei ist, würd ich das alles einfach gar nicht tun...
Meine Freundin weiß von meiner Diagnose, respektiert es auch, aber ich kann und werde nicht von ihr verlangen, dass Sie versteht, wie sich das anfühlt. Aber so gut wie jedes Treffen mit Freunden von ihr, Familie oder soziale Events sind für mich eine wochenlange Belastung und am liebsten würde ich alles immer vorher absagen...