
Pronatalismus, Gedburtenraten und unsere Perspektive auf das Thema
Hi,
Ich habe in der letzten Woche die News gelesen, dass die Geburtenrate in DE so niedrig ist, wie schon lange nicht mehr (seit dem 2.WWK) und dann bin ich noch auf Artikel von der ZEIT gestoßen, die das Thema behandelt haben. Ich las beide und noch während dem Lesen wurde ich immer wütender / ratloser. In den Texten wurde der Kinderwunsch entweder moralisch aufgeladen ("uns vergeht das Lachen als Gesellschaft ohne Kinder") oder nur anhand von wirtschaftlichen Faktoren besprochen (zB Rentenproblematik). Und ich dachte mir die ganze Zeit einfach nur: HÄ? Was ist mit den Frauen? Eine weibliche Perspektive auf das Thema kam fast gar nicht vor...Was erstaunlich ist, denn immerhin ist es in den allermeisten Fällen die Frau, die Care Arbeit macht, die einen Karriereknick hinnehmen muss, die beeinflusst ist von schlechter Kinder-Betreuung und die sich Sorgen um Rente machen muss. Mal abgesehen davon, dass man ja auch zuerst Mal eine*n Partner*in finden muss, mit dem oder der man sich vorstellen kann ein Kind zu haben. Da schweiften meine Gedanken dann wieder zu Gewalt in Partnerschaften und so weiter ab.
Und ich finde diese ganze "Diskussion" , ehrlicherweise nur erstaunlich (die ZEIT Artikel sind tatsächlich nur exemplarisch). Innerhalb von dreißig Sekunden fielen mir so viele Themen ein, die nicht einmal angerissen werden, wenn über die Geburtenraten in DE oder Europa berichtet wird. WTF?
Ich bin also in ein ziemliches Rabbithole gefallen, weil ich dann auch noch in den ganzen "Pronatalismus" Bereich recherchiert habe und ich das zT auch in den Texten der ZEIT wiedererkannt habe (uff sag ich da nur).
Meine Frage an euch ist: Was sind eure Gedanken dazu? Egal ob ihr Kinder wollt oder nicht, würde mich interessieren ob ihr Betreuuung/Karriere oder andere Faktoren in Betracht zieht, und wie ihr die mediale/öffentliche Unterhaltung zu dem Thema wahrnehmt.
Ich würde mich freuen, mit euch ein bisschen in den Austausch zu kommen! Und sorry, das ganze ist ziemlich aus einer cis weiblichen Perspektive verfasst, aber fühlt euch freu gerne noch queere Perspektiven auf die Thematik einzubringen !
weil gefragt wurde hier die links zu den erwähnten Artikeln:
https://www.zeit.de/2026/22/globale-geburtenrate-weltbevoelkerung-fertilitaetsrate-rueckgang
https://www.zeit.de/2026/20/geburtenrueckgang-deutschland-babys-kinder
LG
ps. Pronatalismus: eine Ideologie oder politische Haltung, die mehr Geburten will und Kinderkriegen als gesellschaftlich wünschenswert, notwendig oder sogar verpflichtend darstellt. Je nach Ausprägung reicht das von sozialpolitisch bis autoritär, von konservativ bis techno-elitär.