„Fachkräfteengpässe (...) waren 2025 nicht mehr sichtbar“
Hier ein vielleicht für den ein oder anderen interessanter Auszug aus einem Bericht der Arbeitsagentur, der im August veröffentlicht wurde. Entsprechend sind die Daten natürlich vom letzten Jahr.
Überdurchschnittliche Gehälter
Sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigte IT-Kräfte erzielten 2025 im Mittel ein monatliches Bruttogehalt von 6114 Euro (West 6.190 Euro, Ost 5.691 Euro). Sie konnten sich damit über ein Einkommen freuen, das deutlich über dem Mittel aller Berufe^(3) rangiert (Deutschland 4.448 Euro, West 4.559 Euro, Ost 3.943 Euro). Mit der Komplexität der Anforderungen steigt das Gehalt. Für Tätigkeiten, die einen mindestens vierjährigen Hochschulabschluss oder vergleichbare Kompetenzen erfordern, weist die Entgeltstatistik monatlich 6.501 Euro aus (West 6.564 Euro, Ost 6.143 Euro). Bei mehr als jedem fünften hochqualifizierten IKT-Beschäftigten lag das Monatsgehalt sogar über der Beitragsbemessungsgrenze von 8.050 Euro.
Arbeitslosenquote merklich gestiegen
Vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung ist 2025 die Arbeitslosigkeit trotz des kräftigen Beschäftigungswachstums deutlich gestiegen. Rund 54.000 IKT-Fachleute waren im Jahresdurchschnitt 2025 arbeitslos gemeldet, 12.000 oder 27 Prozent mehr als im Vorjahr und gleichzeitig die höchste Zahl der letzten zehn Jahre.
Von den arbeitslosen IKT-Fachleuten verfügten 23.000 über einen akademischen Abschluss. Dies entspricht einem Anteil von 42 Prozent. Im Vergleich zu ihrem Anteil an den IKT-Beschäftigten (52 Prozent) sind Hochqualifizierte damit unterdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen.
Die Arbeitslosenquote in IKT-Berufen ist 2025 insgesamt um 0,8 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent gestiegen. Bei IKT-Expertinnen und -Experten, die in der Regel über einen Hochschulabschluss oder vergleichbare Kompetenzen verfügen, belief sie sich auf vergleichsweise geringe 3,5 Prozent. Hier ist ein Anstieg von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
Zahl der gemeldeten offenen Stellen stark gesunken
Jahresdurchschnittlich hatte die Bundesagentur für Arbeit 2025 rund 13.000 Jobangebote für IKT-Kräfte im Bestand. Das war ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig entspricht dies dem geringsten Stellenbestand seit 2015.
Die Neuzugänge gemeldeter Stellen, die mehr über die Dynamik der Nachfrage aussagen, beliefen sich 2025 auf rund 39.000 Arbeitsstellen, 11 Prozent weniger als im Vorjahr.
Engpässe aktuell rückläufig
Fachkräfteengpässe in der Softwareentwicklung, die in der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit in den letzten Jahren regelmäßig ausgewiesen wurden, waren 2025 nicht mehr sichtbar. Besetzungsprobleme zeigten sich aber nach Daten der Bundesagentur für Arbeit weiterhin bei einigen Spezialistenberufen.^(4) Einige weitere IT-Berufe gelten laut BA-Engpassanalyse als Berufe unter Beobachtung.
Arbeitsmarktforscherinnen und Arbeitsmarktforscher sehen in einer Projektion bis zum Jahr 2040 im Kontext der zunehmenden Digitalisierung einen stark wachsenden Bedarf an qualifizierten IKT-Kräften und warnen vor möglichen Fachkräfteengpässen.^(5)
Laut einer Umfrage des Branchenverbandes BITKOM unter IT-Unternehmen wird die Nachfrage nach IT-Kräften ohne KI-Kompetenzen stark zurückgehen, während der Bedarf an Fachkräften mit spezifischen IT-Kompetenzen hoch bleibt.^(6)