Ich habe mittlerweile 80% meiner operativen Arbeit mit KI automatisiert. Jetzt habe ich Angst, das Denken zu verlernen.
Ich arbeite im Projektmanagement / Consulting und habe mir in den letzten Monaten mit Claude, Claude Cowork, ChatGPT und n8n-Automationen ziemlich viel von meinem Arbeitsalltag wegautomatisiert.
Mittlerweile würde ich sagen: circa 80% meiner operativen Arbeit habe ich wegautomatisiert.
Konkret heißt das:
KI schreibt für mich Tickets, Konzepte, Mails, Präsentationen, Zusammenfassungen, Projektkommunikation, Dokumentationen und mittlerweile sogar Meeting-Vorbereitungen. Ich buche nicht mal mehr selbst meine Zeiten, sondern lasse KI meinen Kalender prüfen und daraus direkt die Zeitbuchungen erstellen.
In Kombination mit Full Remote ist das ehrlich gesagt extrem wild.
Auf der einen Seite ist es überragend. Ich bin schneller, strukturierter, produktiver und kann in kürzerer Zeit deutlich mehr Output liefern. Viele Aufgaben, die früher einfach nervig waren, sind jetzt fast komplett automatisiert oder zumindest stark beschleunigt.
Auf der anderen Seite fühlt es sich aber auch scary an.
Ich merke, dass ich bei manchen Aufgaben nicht mehr bei null anfange, sondern direkt die KI frage. Früher hätte ich erstmal selbst nachgedacht, eine Struktur gebaut, eine Argumentation entwickelt, Formulierungen gesucht. Heute kommt direkt ein guter erster Vorschlag und ich optimiere nur noch.
Und genau da frage ich mich:
Verlernt man dadurch langfristig das Denken?
Nicht im Sinne von „KI macht mich dumm“, sondern eher: Verliert man irgendwann die Fähigkeit, Dinge wirklich selbst zu durchdringen, wenn man zu oft nur noch kuratiert, bewertet und verbessert?
Ich glaube, der Unterschied liegt irgendwo zwischen:
„KI, mach das für mich“ und „KI, challenge meine Gedanken, zeig mir Optionen, Gegenargumente, Risiken und bessere Strukturen.“
Das eine macht einen wahrscheinlich irgendwann passiv. Das andere kann einen auf ein höheres Level bringen.
Aber ich finde die Grenze gar nicht so leicht zu ziehen.
Gerade im White-Collar-Umfeld ist das schon ein massiver Shift. Wenn KI 80% der operativen Arbeit übernimmt, besteht der eigentliche Wert plötzlich nicht mehr darin, Dinge selbst zu schreiben oder auszuarbeiten, sondern darin, die richtigen Fragen zu stellen, Ergebnisse kritisch zu bewerten und gute Entscheidungen zu treffen.
Trotzdem bleibt das Gefühl:
Was passiert, wenn man sich zu sehr daran gewöhnt, dass immer sofort ein guter Vorschlag kommt?
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Nutzt ihr KI auch so stark im Job? Und wie stellt ihr sicher, dass ihr nicht nur noch Output abnickt, sondern wirklich weiter selbst denkt?
Edit: Learning: PMs haben ein Lobby-Problem und die meisten können „80% der operativen Arbeit“ nicht von „100% meines Jobs“ unterscheiden.