Ratschlag zur weiteren Karriere
Folgende Situation: Ich bin 35 Jahre alt und arbeite als Assistenzarzt im 5. Jahr in der Herzchirurgie. Es ist ein relativ kleines Haus (keine Uniklinik), obgleich unsere Abteilung recht groß für das Haus ist. Wir haben eine strikte Hierarchie: mehrere Oberärzte, darunter Fachärzte und Assistenten.
Die Gegend, in der ich wohne, gefällt mir sehr. Ich wohne in unmittelbarer Nähe zur Klinik und brauche mit dem Fahrrad nur 5 Minuten zur Arbeit. Auch das Fitnessstudio und Lebensmittelläden sind für mich bequem zu erreichen. Dank Hansefit habe ich zudem die Möglichkeit, hier schwimmen zu gehen, Kampfsport zu machen, Golf zu spielen etc.
Nächstes Jahr im Januar komme ich ins 6. Jahr, bin aber jetzt schon etwas verzweifelt. Mein Chef hatte mir bereits letzten Monat mitgeteilt, als ich um eine Verlängerung meines Arbeitsvertrages gebeten habe, dass ich aufgrund der Krankenhausreform mittelfristig keine Zukunft mehr bei ihm habe. Er könne mich noch bis zum Facharzt und für die Weiterbildung in der kardiovaskulären Intensivmedizin behalten. Danach wäre aber definitiv Schluss. Auch die Fachärzte bei uns bekommen keinen weiteren Vertrag mehr. Also würde ich definitiv maximal noch 3,5 Jahre dort bleiben können.
Jetzt überlege ich, wie es mit mir beruflich weitergeht. Ich hatte die Herzchirurgie gewählt, da ich mich für das Fach begeistert habe. Mir war damals klar, dass es quasi keine Niederlassungsmöglichkeiten gibt. Heute bereue ich es schon ein bisschen. Ich sehe mich mittlerweile auch nicht mehr in der Herzchirurgie und möchte gerne etwas anderes machen.
Ich stehe aktuell zumindest finanziell nicht schlecht da. Mein Aktiendepot liegt derzeit bei 500.000 Euro. Würde das Geld jedoch ungern anfassen, da es für meine Altersvorsorge und später auch für einen Immobilienkauf gedacht ist. Ich habe einen etwas ungeraden Lebenslauf: erst GuK gelernt, danach ein paar Jahre gearbeitet und das Abi nachgeholt. Dann habe ich in Osteuropa Medizin studiert; die Studienschulden sind bereits abgearbeitet.
Ich habe mir mehrere Möglichkeiten überlegt und wollte gerne eure Meinung hören:
- Das letzte Weiterbildungsjahr in einem anderen Fach machen, um mir das Jahr schon für einen zweiten Facharzt anrechnen zu lassen (am besten ein Fach mit guter Niederlassungsmöglichkeit, wie Derma oder Ähnliches).
- Den Facharzt in diesem Haus beenden und danach als Quereinsteiger in die Allgemeinmedizin wechseln.
- Einen MBA an der Uni Nürnberg machen, in Teilzeit irgendwo arbeiten und dann ins Consulting wechseln.
- Gleich wie Option 3, aber zusätzlich eine Promotion nachholen (ich habe keinen Dr.-Titel, da ich in Osteuropa studiert habe).
- Was völlig anderes machen: Weltreise für paar Monate und danach mir ein Job in einem Startup suchen