Zwischen Geburt und Verstummen
Jeder Tag ist einer weniger.
Wir treiben stets mit dem Strom der Zeit,
niemals gegen ihn —
alles ist zu schnell,
um wirklich zu begreifen.
Gestern erst geboren,
vogelfrei und lebensfroh
heute schon alt,
gezeichnet von den Ketten
einer hierarchischen Gesellschaft,
vollständig ermüdet.
Der Tod Präsent.
Er kommt uns näher
wie ein Schatten,
der ewig folgt —
jede vergangene Sekunde
rückt er ein Stück heran.
Memento mori, heißt es.
Die Botschaft ist vollkommen,
gar eine Gewissheit:
Wir sollen den Tod
nicht verdrängen,
nicht fürchten.
Wir sollen ihn akzeptieren —
er vollendet das Schicksal
jedes Lebewesens.
Er verbindet uns,
und er trennt uns zugleich
von allem,
was wir sind.
Für immer —
vielleicht sogar darüber hinaus.