
r/Gedichte

Aufgehoben
In deine Arme möchte ich fallen.
Mich einwickeln lassen von deinem Körper.
Ich möchte an dir hängen.
Wie der Efeu am Baum.
Ich erzähle dir meine Sorgen.
Und du fängst sie auf, ganz sanft.
Und dann verwandelst du sie.
In Lösungen.
Ich erzähle dir meine Sorgen.
Und du betrachtest sie mit Humor.
Und dann verwandelst du sie.
In Lachen.
In deine Arme möchte ich fallen.
Du stehst da und fängst mich auf.
Mit deiner Wärme.
Und deiner Stärke.
Ich erzähle dir meine Träume.
Und du nimmst sie ernst.
Und dann verwandelst du sie.
In Realität.
Möchtest du auch in meine Arme fallen.
Und mir deine Sorgen erzählen.
Und deine Träume.
Und dann lachen wir zusammen.
Und lösen Dinge.
Und leben Realität.
Wie schön wäre das denn.
Am Boden
Ich liege am Boden
und stecke die Schläge nur noch ein.
Rechts
Links
In den Bauch
Auf den Kopf
Ich höre keine Geräusche,
die Welt um mich ist still.
Ich habe die SOS Fahne gehisst,
Aber man reißt sie mir aus der Hand.
Und schlägt weiter zu.
Rechts
Links
In den Bauch
Auf den Kopf
Ich meine, den Schmerz nicht aushalten zu können,
Aber der Mensch ist zäher, als man denkt.
Jeden Tag krieche ich wieder ein Stückchen vorwärts.
Ich bin hartnäckig.
Kann schlecht aufgeben.
Die Schläger kommen in großen Schritten hinterher.
Rechts
Links
In den Bauch
Auf den Kopf
Dann wird es noch stiller.
Ich sinke, sinke, sinke.
Falle, falle, falle…
Tiefer und tiefer.
Auf dem Grund ist Frieden.
Ich gebe auf
und verschwinde.
Das Nichts fängt mich auf.
nsfw Tropf
Tropf
Ich sehe herab
Tropf Tropf
Sehe den Cut
Tropf, Tropf
Ich Blicke auf
Tropf Tropf
Ich gebe nun auf
Tropf Tropf
Schneide tiefer rein
Tropf, Tropf Tropf
Werde nun bald frei sein
Tropf Tropf, Tropf Tropf
Im fluss heraus
Tropf Tropf Tropf Tropf
Weis, es ist bald aus
Tropf Tropf, Tropf
Die Kälte erfüllt mich
Tropf Tropf, Tropf
Das Blut tropft ganz scheußlich
Tropf Tropf Tropf
Es reicht nun völlig
Und schneide in den Arm ganz töricht
Es rinnt im schwall
Endet nun bald, meine Qual
In den Abfluss hinein
Ach könnte mein Ende nur schöner sein
In meiner Welt ist Gott nicht Tod
Nische Sagte: Gott ist tot,
In meiner Welt ist Gott nocht tot,
es hat ihn nie Gegeben.
Er war weder Bereicherung,
noch störte er mein Leben.
Ich hab dank ihm, zu keiner zeit verloren,
nichts gewonnen.
Manch Reise, leicht und Schwer,
hab ich allein auf mich genommen.
Er half und hinderte mich nie,
nach meinem Glück zu suchen.
Er war niemals ein Grund für mich,
mein Schicksal zu verfluchen.
Ich habs nicht so mit Göttlichkeit,
Weil, ich müsste mir erlauben,
an eine selbst erwünschte welt,
voll Magie zu glauben.
Dann dank ich, wenn der Tag gelingt,
Dem, der sonst nicht vermeidet,
dass unter seinem Auge,
Auch der unschuldigste Leidet.
Und ich habs nicht mit Göttlichkeit,
weil, dann müsste ich's ertragen,
Das unerklärliche, den Wiederspruch,
mystische Fragen,
müsste mir der Antwort sicher sein,
Wie es auch jene scheinen,
die an so manche Götter glauben,
nur halt nicht an meinen.
Drum will ich ihn nicht haben.
Kein Bedarf.
Und ist er doch wahr?
Ich hab noch nichts gesehen,
was mir zeigt wie er für uns da war
und dass er uns verdient,
all die Bewunderung und Ehre.
Und warum denn ein leben ohne ihn
nicht besser wäre.
Doch ich habe viel gestaunt,
über das was wir selbst ereichten
und ich sah Schrecken,
es müsste der Allmächtigste beichten,
dass er sie nicht verhindert hat,
Gebete ignorierte
und zusahr, als die Hölle hier auf Erden
So passierte.
Ich werde oft belehrt, das ich ihn brauch,
das Jesus mich liebt
und dass er mir,
auch das Teuflische textchen hier,
noch nachsieht.
Doch ich hab keine Hoffnung,
auf nen Himmel, oder Segen,
Bin nicht hier fürs "Danach",
sondern für dieses eine Leben.
Hätt er mich informiert,
er stirbt für mich und meine Sünde,
ich hätte Protestiert,
Weil jeder hatte gute Gründe,
Gut genug um sie mir gnädig
selber zu vergeben.
In meiner Welt ist Gott nicht tod,
Es musste ihn nie gegeben
- Kathrin Wirth