Passiert halt
Wer ich gestern war, rinnt mir heute durch die Finger.
Draußen leuchtet die Stadt, doch ich bleibe im Zimmer.
Das Display blitzt auf mit Herzen aus Blut
ein digitaler Puls, der mir draußen entgeht.
Ich scrolle durch Fratzen, die ich flüchtig erkenne,
während ich den Namen meiner Sehnsucht vergesse.
Ich greife nach mir, doch ich fasse ins Leere,
als ob ich nur Gast im fremden Körper wäre.
Bittere Kälte kriecht tief in die Brust,
aus dumpfer Betäubung wird quälende Lust.
Ein Funken aus Schmerz, den du mir jetzt schenkst,
damit das heiße Rot meine Gedanken ablenkt.
Ein weckender Schlag, um der Taubheit zu fliehen,
während Schatten der Angst durch die Venen ziehen.
Du tust mir nicht gut, doch ich lasse mich fallen,
im Wissen: Es wird mich kein Retter mehr fangen.
Ich suche erst gar nicht, ich werde nichts finden
der Drang zu verschwinden wird immer gewinnen.