u/Vittmadei

Acht Fragen an Herrn Thamm für die Hauptversammlung

Aufgrund der aus meiner Sicht über Jahre hinweg unzureichenden Transparenz der Circus SE sind von dem bisherigen Management und Verwaltungsrat kaum über die bereits bekannten Aussagen hinausgehende Antworten zu erwarten. Daher möchte ich die folgenden Fragen direkt an Herrn Thamm richten – in der Hoffnung, dass mit seinem Eintritt in den Verwaltungsrat künftig eine neue, transparentere Qualität in die Unternehmens- und Kapitalmarktkommunikation der Circus SE Einzug hält.

Da ich selbst nicht an der Hauptversammlung teilnehmen kann, wäre es wünschenswert, wenn beispielsweise die SdK, DSW oder ein anderer Aktionär diese Fragen stellvertretend einbringen bzw. an Herrn Thamm weiterleiten könnte.

  1. Motivation und Verantwortung: Was hat Sie dazu bewogen, in den Verwaltungsrat der Circus SE einzutreten? Wie beurteilen Sie angesichts der aktuellen Situation des Unternehmens das damit verbundene persönliche Reputationsrisiko?
  2. Geschäftliche Beziehungen zu BlackMars: Bestehen zwischen Ihnen und BlackMars bzw. deren drei Gesellschaftern geschäftliche oder sonstige Verbindungen, die über Ihr Mandat im Verwaltungsrat der Circus SE hinausgehen oder in einem unmittelbaren Zusammenhang mit diesem Mandat stehen?
  3. Kapitalmarktkommunikation und Transparenz: Wie beurteilen Sie die bisherige Kapitalmarktkommunikation der Circus SE? Werden Sie sich dafür einsetzen, dass diese künftig transparenter, nachvollziehbarer und zeitnäher erfolgt, sodass die Aktionäre ein möglichst authentisches und aktuelles Bild der wirtschaftlichen Situation und Entwicklung des Unternehmens erhalten?
  4. Finanzierung und Liquiditätssituation: Können Sie den Aktionären eine belastbare und nachvollziehbare Finanzierungsstrategie darlegen, aus der hervorgeht, wie die Circus SE ihren Kapitalbedarf für die Jahre 2026 und 2027 decken will? Auf Grundlage des Jahresabschlusses 2025 und der EBITDA-Guidance für 2026 müssen Aktionäre derzeit davon ausgehen, dass die vorhandene Liquidität für den Geschäftsbetrieb lediglich bis Herbst 2026 ausreicht. Wie soll die Finanzierung darüber hinaus sichergestellt werden?
  5. Zusammensetzung der Geschäftsleitung: Halten Sie es für angemessen, dass die Circus SE als börsennotiertes Unternehmen derzeit lediglich über einen geschäftsführenden Direktor verfügt? Falls nein: Welche Maßnahmen halten Sie für erforderlich, um eine angemessene Besetzung und Kontrolle der Unternehmensleitung sicherzustellen?
  6. Wandlungsdarlehen über EUR 9 Mio.: Können Sie den Wandlungspreis sowie die wesentlichen weiteren Bedingungen des ausgegebenen Wandlungsdarlehens über EUR 9 Mio. offenlegen? Aus Sicht der Aktionäre ist es von erheblicher Bedeutung, nachvollziehen zu können, unter welchen Bedingungen eine Wandlung erfolgen kann und wie sich dadurch die künftige Anzahl der Aktien und damit die Beteiligungsquote der bestehenden Aktionäre verändern könnte.
  7. Persönliche Ziele und Herausforderungen: Welche persönlichen Ziele haben Sie sich für Ihre Tätigkeit als Verwaltungsrat der Circus SE gesetzt, und welche dringenden und kritischen Herausforderungen sehen Sie derzeit für die Circus SE, zu deren Lösung Sie konkret beitragen möchten?
  8. Erwartungen bis zur nächsten Hauptversammlung: Was können die Aktionäre von Ihnen bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2027 konkret erwarten? Welche Maßnahmen und Veränderungen möchten Sie bis dahin umgesetzt haben, und anhand welcher Ergebnisse sollen die Aktionäre Ihre Tätigkeit beurteilen können?
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u/Vittmadei — 8 days ago

Citadel hält eine Short-Position in Circus

Citadel Securities (Europe) Limited hat dem Bundesanzeiger gemeldet, zum 20.07.2026 eine Netto-Leerverkaufsposition in Höhe von 0,73 % des ausgegebenen Aktienkapitals gehalten zu haben. Aus den weiteren Veröffentlichungen bis zum 31.07.2026 geht hervor, dass diese Position schrittweise auf 0,47 % reduziert wurde.

Bemerkenswert ist, dass in einem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von lediglich rund 50 Mio. EUR überhaupt eine Short-Position aufgebaut wurde. Bei Micro Caps dieser Größenordnung sind Leerverkäufe aufgrund der häufig begrenzten Liquidität in der Regel mit deutlichen Risiken (Short Squeeze) verbunden.

Eine mögliche Erklärung könnte die vergleichsweise üppige Handelsliquidität sein, die nicht zur Unternehmensgröße der Circus Group passt. Vergleichbare Small oder Micro Caps weisen üblicherweise eine deutlich geringere Handelsliquidität auf, die lediglich zeitweise durch fundamentale Impulse ansteigt.

Dies könnte darauf hindeuten, dass im Hintergrund algorithmische oder automatisierte Handelsprogramme aktiv sind. Auffällig ist zudem, dass seit vielen Monaten nahezu kontinuierlich netto Aktien verkauft werden. Angesichts des anhaltend hohen Handelsvolumens erscheint es unwahrscheinlich, dass diese Verkäufe überwiegend von Kleinanlegern stammen. Die entscheidende Frage lautet daher, aus welchen Quellen diese Aktien stammen und auf welcher Informationsbasis die betreffenden Marktteilnehmer ihre Positionen über einen so langen Zeitraum kontinuierlich abbauen?

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u/Vittmadei — 17 days ago

Next Stop: Kapitalerhöhung zu EUR 1?

Seit der Vorlage des Jahresabschlusses 2025 und der Guidance-Anpassung für 2026 ist es offensichtlich: Circus steht vor der nächsten Kapitalerhöhung. Die intransparente Finanzmarktkommunikation führt zu diesem Rückschluss.

Der Cash-Bestand zum 31.12.2025 in Höhe von EUR 21,5 Mio. wird durch die ausbleibenden Umsätze sowie den laufend hohen Ausgaben allmählich aufgebraucht. Die EBITDA-Guidance für 2026 liegt bei EUR -17 Mio., die zugehörigen negativen Cash Flows sollten noch höher ausfallen!

Im Geschäftsjahr 2025 lagen die Cash Flows aus operativen Tätigkeiten bei EUR -24,4 Mio. sowie aus Investmenttätigkeiten bei EUR -2,6 Mio., d.h. in Summe bei ca. EUR -27 Mio.

Es ist nicht erkennbar, dass sich im Geschäftsgebaren der Circus Group etwas geändert hat. Eher im Gegenteil. Durch die verstärkten Roll-out-Versuche wurde wahrscheinlich noch mehr Cash in den letzten Monaten in die Hand genommen: Marketing, Working Capital-Aufbau, Kunden-“Baby-Sitting”, zudem Akquisitionskosten für Alberts und Intellectual Properties, Headquarter-Umzug, Management Abfindungs- sowie Rekrutierungspakete, etc. Und aktuell hat das Unternehmen keinen CFO bis Oktober, mit anschließender Einarbeitungsphase. Da Circus bislang bewusst keine Finanzinformationen zum ersten Halbjahr bereitstellt, muss man eher konservativere Annahmen für die Cash-Flow-Entwicklung treffen und die Risiken entsprechend einpreisen.

Die logische Konsequenz: Circus braucht eine nächste Kapitalerhöhung bis zum Jahresende? Wahrscheinlich wird diese bereits im Hintergrund vorbereitet. Für einen bestehenden oder interessierten Investor und sogar potentiellen Kunden überlagert die kurzfristige Finanzierungsreichweite alles andere.

Der Blick auf den Track Record der Circus Group in den letzten beiden Barkapitalerhöhungen lässt Aktionäre erschaudern. Während der Gespräche zur KE im Frühjahr 2025 lag der Aktienkurs über EUR 20 und man lockte Investoren zum Einstieg mit einem Fixpreis von EUR 16. Einige hatten daraufhin überzeichnet und mussten im Anschluss Anteile unter Ausgabepreis abstoßen. Während der initialen Gespräche zur KE im Spätherbst lag der Aktienkurs wieder bei ungefähr EUR 20 und man lockte Investoren mit der allseits bekannten und einkassierten aggressiven Guidance für 2026. Letztendlich wurde der Ausgabepreis bei EUR 12,20 festgelegt. Puuh. Wenn man dieses Muster für die anstehende Kapitalerhöhung anwendet, läuft man auf einen Ausgabepreis Richtung EUR 1 hinaus, zugegeben überspitzt formuliert.

Die unbekannten Variablen in dieser Gemengelage sind: Wieviel Fresh Money kann und muss Circus raisen, um sich zum nächsten Milestone für die folgende Finanzierung zu retten? Welche Investoren sind bereit, jetzt nochmal nachzufinanzieren und unter welchen Bedingungen?

Bei 26,6 Mio. ausstehenden Aktien ist eine Kapitalerhöhung zu EUR 1,xx eine sehr hohe Verwässerung, insbesondere da Circus wohl mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag einsammeln muss. Möglicherweise finden sich Investoren, die das Risiko unter Auflagen bewusst in Kauf nehmen würden und EUR 1,xx schmackhaft für einen Einstieg finden. Für Altaktionäre ist das jedoch verheerend. Daher muss man wohl auch davon ausgehen, dass Insider (Bullwinkel, BlackMars: Beckmann, Maag, Schweighöfer, etc.) eine große Rolle in der Ausgestaltung spielen werden. Es ist auch nicht auszuschließen, dass diese Parteien eine Fremdkapitalfinanzierung bereitstellen, ähnlich dem im Jahr 2023 bereits ausgegebenen Convertible Bond in Höhe von EUR 9 Mio. Kleine Anekdote: die Anleihegläubiger hatten im Jahr 2025 einer Rückzahlung des Wandeldarlehens durch Circus für EUR 30 Mio. zugestimmt. Da der Wandlungspreis des Convertibles nicht klar im Jahresabschluss formuliert ist - man spricht von “identischen Konditionen” -, muss man konservativ von einem Verhältnis von 1:1 Aktie vs Bond im Wert ausgehen, d.h. es läge schon eine erhebliche Verwässerung von weiteren 9 Mio. Aktien vor. Falls jemand genauere Infos dazu hat, würde ich mich über weitergehende Informationen freuen.

Am Ende des Tages bleibt festzuhalten, die Circus Group ist für potenzielle Minderheitsaktionäre in der derzeitigen Situation uninvestierbar. Keine ausreichende Transparenz, keine Glaubwürdigkeit des Managements, erster Markteintritt gescheitert, elementare Finanzierung für den Fortbestand ausstehend: Ausgang ungewiss. Es liegt an den Insidern, den Karren herausziehen!

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u/Vittmadei — 21 days ago

Desaströse Kommunikation, uninvestierbar, Bullwinkel sollte zurücktreten

Wenn Nikolas Bullwinkel noch etwas an der Zukunft der Circus Group und ihrer Glaubwürdigkeit am Kapitalmarkt liegt, sollte er anständigerweise den CEO-Posten räumen. Durch seine wiederholte und letztlich nicht eingehaltene Kommunikation gegenüber dem Kapitalmarkt hat er erheblich an Vertrauen verloren. Für viele institutionelle und seriöse Investoren dürfte seine Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigt sein.

Auf der anstehenden Hauptversammlung sollten die Aktionäre daher ernsthaft darüber nachdenken, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat die Entlastung für das vergangene Geschäftsjahr zu verweigern. Wenn Aufsichtsrat und – informell – Beirat tatsächlich im Interesse der Gesellschaft handeln, sollten sie einen Wechsel an der Unternehmensspitze prüfen. Nachdem Becker und Holst-Gydesen bereits gesichtswahrend aus dem operativen Rampenlicht zur Seite gestellt wurden, wäre dies der konsequente nächste Schritt.

Es ist ein kompletter Miss auf der operativen Seite, über Jahre einen Kochroboter zu entwickeln und die notwendige Lieferkette in der Bestückung nicht zugehörig einzuplanen. Für jemand, der bereits bei Flink für das vielzitierte “Blitz-Scaling” zuständig war sowie dem Betrieb einer Ghost Kitchen unter Circus Kitchen Erfahrungen gesammelt hat, hätte man erwarten dürfen, dass die Supply Chain verinnerlicht sei.

Besonders kritisch ist die Kapitalmarktkommunikation. Im Rahmen der Kapitalerhöhung über 16 Mio. Euro im April 2025 wurde ein Roll-out ab dem dritten Quartal 2025 angekündigt. Im Dezember 2025 folgte eine weitere Kapitalerhöhung über 30 Mio. Euro, verbunden mit einer Umsatz-Guidance für 2026 von 44 bis 55 Mio. Euro. Beide Ankündigungen haben sich in Luft aufgelöst.

Verzögerungen und Anpassungen gehören im Start-up-Umfeld grundsätzlich dazu. Jedoch die Art und Weise wie zunächst ambitionierte Erwartungen generiert wurden bevor man schließlich fast vollständig die Verfehlung einräumen musste, war absichtliches Vorgehen. Kein zwischenzeitlich am Kapitalmarkt übliches und transparentes Reporting zu den Zahlen (Q1 und Q2 2026?). Das Management lies mehrfach die Gelegenheit aus, das Narrativ frühzeitig konservativer zu formulieren. Und auch nun keine Reue und Demut. Aktionäre, die an das Unternehmen geglaubt hatten, verloren in Summe viele Millionen Euro.

Es erinnert leider an Pump & Dump-Methoden, für die Aktionäre in der Vergangenheit Bekanntheit erlangten. Hinzu kommt der Eindruck, dass regelmäßig Informationen aus dem Unternehmen vorzeitig nach außen leakten. Der stetig fallende Aktienkurs spricht eine eigene Sprache. Es wurden permanent Stücke in den Markt gestellt.

Nachdem in 2025 EUR 48,2 Mio. an frischen Geldern dem Unternehmen zugeflossen sind, lag gemäß dem heimlich am 30.06.2026 auf die Website gestellten Jahresabschluss 2025 ein Cash-Bestand von nur noch EUR 21,5 vor! Hatte nicht gerade erst im Dezember eine Kapitalerhöhung von EUR 30 Mio. stattgefunden? Wie kann das sein??? Die Rolle von Cantor Fitzgerald (der Firma von Howard Lutnick, dem amtierenden amerikanischen Handelsminister) in den zwei Kapitalerhöhungen 2025 ist ebenfalls fragwürdig. Warum arbeitet man als deutsches Unternehmen mit dieser amerikanischen Investmentbank zusammen?

Und nun soll man Bullwinkel Glauben schenken, dass mit erneuter Guidance-Anpassung und einem EBITDA-Forecast von EUR -17 Mio. für 2026 das Unternehmen für die Zukunft mit ausreichender Liquidität versorgt ist? Im Jahr 2025 betrug der negative Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Investitionstätigkeit EUR -27 Mio. bei einem EBITDA von -18,8 Mio. Und leider kann man c.p. nicht damit rechnen, dass ab Januar 2027 Circus auf wundersame Weise zu Breakeven mutiert, d.h. es wird aller Voraussicht nach noch weitere Liquidität abfließen. Ist es angemessen, dass ein Unternehmen mit geringen Umsätzen diese hohen Ausgaben tätigt?

Die Circus Group fährt mit Vollgas auf eine Restrukturierung der Aktionärsschaft zu. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, braucht das Unternehmen bald die nächste Kapitalerhöhung. Neue Kapitalgeber würden harte Konditionen fordern, um sich auf die erheblichen Risiken (Produkt-Market-Fit, Management) einzulassen und Altaktionäre erheblich verwässern. Fazit: Derzeit uninvestierbar.

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u/Vittmadei — 1 month ago