u/West_Technician8723

91-jährigem Opa im Telekom-Shop Internetvertrag verkauft

Hallo zusammen,

mein 91-jähriger Opa ist seit gefühlt über 50 Jahren Telekom-Kunde und nutzt zu Hause eigentlich nur sein Festnetztelefon. Internet hat und braucht er nicht.

Heute ist sein Haustelefon kaputtgegangen. Deshalb ist er alleine in einen Telekom-Shop gegangen, weil er dachte, dass man ihm dort als langjährigem Kunden mit einem neuen Telefon weiterhelfen könnte.

Stattdessen wurde ihm dort ein neuer Vertrag inklusive Internet verkauft.

Als Begründung wurde ihm wohl unter anderem gesagt, dass die Telefonie ohnehin bald auf Internettelefonie/digital umgestellt werde und er deshalb sowieso demnächst einen entsprechenden Anschluss bzw. Vertrag benötigen würde.

Mein Opa ist 91 Jahre alt. Die ganzen technischen und vertraglichen Informationen konnte er nach eigener Aussage überhaupt nicht richtig einordnen bzw. verarbeiten. Er hat dem Verkäufer vertraut, geglaubt, dass diese Umstellung ohnehin notwendig sei, und den Vertrag unterschrieben.

Nachdem ich davon erfahren habe, habe ich mich informiert. Nach meinem Verständnis gibt es keinen allgemeinen kurzfristigen Abschalttermin, durch den mein Opa jetzt gezwungen wäre, einen Internetvertrag abzuschließen. Laut Bundesnetzagentur erfolgen entsprechende Netzumstellungen nicht einfach von heute auf morgen; betroffene Kunden müssten entsprechend informiert werden.

Für mich sieht es daher so aus, als wäre einem 91-Jährigen mit einer zumindest irreführenden Aussage Angst gemacht bzw. der Eindruck vermittelt worden, er müsse sowieso bald wechseln – und auf dieser Grundlage wurde ihm ein Produkt verkauft, das er weder wollte noch benötigt.

Ich bin noch am selben Tag in den Telekom-Shop gegangen und wollte den Vertrag rückgängig machen lassen. Der Verkäufer hat zunächst abgeblockt und dann auf die Filialleiterin verwiesen. Diese war zwar offenbar noch im Laden, ließ aber ausrichten, sie hätte bereits Feierabend. Ich solle morgen um 10 Uhr wiederkommen, dann könne man gemeinsam schauen, „was man machen kann“.

Mir ist bewusst, dass bei einem im Laden abgeschlossenen Vertrag grundsätzlich kein normales 14-tägiges Widerrufsrecht wie bei einem Online-/Telefonvertrag besteht.

Meine Fragen wären deshalb:

  1. Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen hier trotzdem, den Vertrag rückgängig zu machen?
  2. Kommt wegen der Aussage zur angeblich ohnehin bevorstehenden Umstellung eine Anfechtung wegen Täuschung bzw. Irrtums in Betracht?
  3. Spielt das hohe Alter meines Opas und die konkrete Verkaufssituation rechtlich eine Rolle?
  4. Wie sollte ich morgen gegenüber der Filialleitung argumentieren?
  5. Sollte ich ausdrücklich verlangen, dass der Vertrag storniert/aufgehoben wird und mir das schriftlich bestätigen lassen?
  6. Sollte ich vorsorglich zusätzlich schriftlich gegenüber der Telekom widersprechen/anfechten?
  7. Ist es sinnvoll, direkt Verbraucherzentrale bzw. Bundesnetzagentur zu erwähnen oder sogar mit einem Anwalt zu drohen – oder ist das eher kontraproduktiv?

Mir geht es nicht darum, wegen jeder Kleinigkeit mit einem Anwalt zu kommen. Ich finde es aber ziemlich daneben, einem 91-Jährigen, der lediglich wegen eines kaputten Telefons in den Laden kommt, einen Internetvertrag zu verkaufen und dabei den Eindruck zu erwecken, dass er diesen aufgrund einer bevorstehenden Umstellung sowieso benötigt.

Übrigens wären seine monatlichen Kosten nun rund 30% höher.

Danke für eure Einschätzung!

reddit.com
u/West_Technician8723 — 2 days ago
▲ 186 r/DINgore

Hier brennt es nicht

Sitze gerade im Krankenhaus und schaue an die Decke auf Station im Patientenzimmer. Das kann doch nicht deren Ernst sein.

u/West_Technician8723 — 1 month ago