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Regressrisiken in der hausärztlichen Praxis – Erfahrungen und Tipps gesucht

Hallo zusammen,

ich arbeite seit Kurzem als angestellter Arzt in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin erstmals in einer klassischen hausärztlichen Einzelpraxis und damit unter einem Praxisinhaber, der – im Gegensatz zu einem MVZ – das wirtschaftliche Risiko möglicher Verordnungsregresse unmittelbar trägt.

Mein Chef ist diesbezüglich ausgesprochen vorsichtig, teilweise aus meiner Sicht schon fast paranoid. Konkret geht es unter anderem um:

  • Heilmittelverordnungen, insbesondere Physiotherapie und Ergotherapie
  • Arzneimittelverordnungen und mögliche Wirtschaftlichkeitsprüfungen, z. B.
    • bestimmte Medikamente wie Pregabalin/Lyrica, die aus seiner Sicht primär fachärztlich initiiert werden sollten
    • Entresto nur bei Möglichkeit einer echokardiographischen Verlaufskontrolle
    • SSRI, SNRI etc.
    • GLP-1-Rezeptoragonisten bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus Typ 2 trotz bestehender oraler antidiabetischer Therapie (z. B. Metformin, SGLT2-Hemmer, Sitagliptin)
    • Restex, Tamsulosin, topische 5-Fu Präparate etc. nur durch FÄ validierte Befunde und nie initial
  • Verordnungen von Krankenbeförderungen, z. B. bei Patienten aus der Kurzzeitpflege zur chirurgischen Nachkontrolle – hier beispielsweise die Frage, ob Hin- und Rückfahrt verordnet werden dürfen oder nur die Hinfahrt
  • Verbandmittel bei chronischen Wunden

Die grundsätzliche Vorsicht kann ich nachvollziehen. Gleichzeitig merke ich bei mir selbst, dass die Vielzahl an möglichen Regressrisiken, formalen Vorgaben und Einzelfallkonstellationen dazu führt, dass ich medizinisch sinnvolle Entscheidungen teilweise zurückhaltender treffe bzw. Verordnungen nicht in dem Umfang ausstelle, wie ich es allein aufgrund der medizinischen Indikation tun würde.

Daher meine Frage an die hausärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen:

- Welche Verordnungsbereiche sind aus eurer Erfahrung im Praxisalltag tatsächlich besonders regressgefährdet bzw. fehleranfällig?

- Habt ihr konkrete Erfahrungen mit Prüfungen, Beanstandungen oder Regressen durch die Prüfstelle bzw. KV?

- Welche Fälle oder Konstellationen sind euch dabei besonders im Gedächtnis geblieben?

- Gibt es bestimmte „Klassiker“, bei denen man als junger Hausarzt besonders aufpassen sollte?

- Gibt es empfehlenswerte Übersichten, Leitfäden, KV-Merkblätter oder andere Quellen, mit denen man sich diesbezüglich auf den aktuellen Stand bringen kann?

Über konkrete Erfahrungen aus der hausärztlichen Praxis und Tipps, welche Stolperfallen man sich als Berufsanfänger besser von Anfang an erspart, würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank!

 

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u/Wltrg — 3 days ago