Gruppentherapie in einer Fremdsprache – wie soll ich das schaffen?
Hallo zusammen,
bei mir hat eine sechswöchige Reha angefangen. Mit sehr viel Gruppentherapie.
Schon als ich noch gesund war, habe ich es gehasst, vor vielen Menschen zu sprechen. Und jetzt, wo ich mit Angst und psychischen Problemen zu kämpfen habe, ist es für mich noch viel schlimmer. Ich bekomme richtig Angst davor und fühle mich teilweise richtig schlecht.
Das Tüpfelchen auf dem i ist, dass mein Deutsch wahrscheinlich ungefähr auf B1-Niveau ist. Dazu kommen all diese psychologischen Fachbegriffe. Manche verstehe ich überhaupt nicht und muss mir aus dem Zusammenhang irgendwie zusammenreimen, worum es geht. Mein Kopf ist danach einfach total erschöpft.
Und dass ich dann auch noch vor der Gruppe sprechen soll, ist für mich ehrlich gesagt der reinste Horror. Vor allem, weil wir zwölf Personen sind und elf davon deutsche Muttersprachler sind. Ich bin die einzige Ausländerin.
Ich denke die ganze Zeit, dass die anderen mich bestimmt für dumm halten oder auf mich herabschauen. Alle anderen Gruppenmitglieder reden so unglaublich viel und wirken dabei total selbstsicher, als wäre das überhaupt kein Problem für sie.
Bin wirklich ich diejenige, die nicht ganz richtig im Kopf ist?
Ich habe gerade richtig Angst vor morgen.
Vielleicht noch als Ergänzung, damit es nicht falsch rüberkommt: Eigentlich habe ich im Alltag überhaupt keine großen Probleme mit der deutschen Sprache. Ich habe einen guten Arbeitsplatz und bin dort sogar Abteilungsleiterin. Ich habe bisher eigentlich alles selbstständig geregelt und organisiert. Ich habe auch österreichische Freunde und kann mich mit ihnen ganz normal unterhalten.
Aber diese Situation ist etwas völlig anderes. Psychologische Fachbegriffe, Gruppentherapie, schnell sprechen und dann auch noch vor zwölf Menschen über persönliche Dinge sprechen zu müssen – das überfordert mich gerade einfach total.