Erfahrungen mit Tagesklinik und Autismusverdacht – fühle mich dort völlig überfordert
Hallo zusammen,
ich bin momentan in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Tagesklinik und suche gerade etwas Austausch mit Menschen, die vielleicht Ähnliches erlebt haben.
Ich bin selbst noch nicht diagnostiziert und möchte mich ausdrücklich nicht auf Autismus festlegen. Ich versuche momentan eher herauszufinden, was hinter meinen seit der Kindheit bestehenden Schwierigkeiten steckt. ADHS, Autismus, Borderline oder andere Erklärungen sind für mich grundsätzlich alle möglich.
Was mich momentan aber besonders beschäftigt: Ich fühle mich in der Tagesklinik extrem unwohl und überfordert. Ich bin jetzt seit einer Woche dort und habe bisher eher das Gefühl, dass mein Zustand schlechter statt besser wird. Die vielen Menschen, Gespräche, festen Abläufe und die ständige Selbstbeobachtung sind für mich unglaublich anstrengend und ich merke, dass ich dauerhaft sehr angespannt bin.
Auch einige der therapeutischen Methoden fallen mir schwer. Zum Beispiel soll ich regelmäßig meine Anspannung und Gefühle beobachten und einschätzen, aber ich merke oft erst mit zeitlichem Abstand, wie es mir eigentlich ging. Auch Entspannungsübungen funktionieren für mich bisher überhaupt nicht, weil ich dabei viel zu sehr mit meiner Umgebung und meinen Gedanken beschäftigt bin.
Deshalb würde mich besonders interessieren:
Kennt ihr das, dass eine Tagesklinik oder stationäre Behandlung euch eher zusätzlich überfordert hat?
Wie habt ihr Gruppentherapie, viele Menschen und die ständige soziale Interaktion erlebt?
Hattet ihr Schwierigkeiten mit Methoden, bei denen man seine Gefühle oder körperliche Anspannung direkt wahrnehmen soll?
Hat sich dieses Gefühl im Laufe der Behandlung noch verändert oder war das Setting für euch einfach nicht passend?
Dazu kommt eine diagnostische Situation, die mich gerade ziemlich beschäftigt. Ich habe seit meiner Kindheit soziale Schwierigkeiten, passe mich in sozialen Situationen sehr stark an und habe unter anderem sensorische und exekutive Schwierigkeiten. Deshalb bin ich irgendwann auf Autismus und ADHS gestoßen und erkenne mich in vielem wieder.
In einem Gespräch hier habe ich versucht, das anzusprechen, hatte aber leider das Gefühl, überhaupt nicht verstanden zu werden. Meine Aussagen wurden teilweise anders interpretiert, als ich sie gemeint hatte. Als ich schließlich Autismus angesprochen habe, wurde mir relativ schnell gesagt, dass das bei mir nicht gesehen werde – unter anderem, weil ich Blickkontakt halten könne und im Gespräch „präsent“ gewesen sei.
Ich möchte dabei keine Bestätigung dafür, dass ich autistisch bin. Mich interessieren einfach eure Erfahrungen:
Wurde euer Autismusverdacht in psychiatrischen Einrichtungen schon einmal nicht ernst genommen? Habt ihr erlebt, dass starkes Anpassen/Masking dabei übersehen wurde? Und wie seid ihr damit umgegangen, wenn ihr euch von Therapeut:innen nicht richtig verstanden gefühlt habt?
Ich würde mich wirklich freuen, von euren Erfahrungen zu hören. ❤️