Brief von Krankenkasse, ich soll Reha beantragen. Was tun?
EDIT: Ich habe heute (Montag) mit der Krankenkasse telefoniert. Man sagte mir, der Antrag sei u.a. geschickt worden, weil meine Ärztin vor einigen Monaten eine Anmerkung in meine Akte geschrieben habe, dass eine Reha sinnvoll sein könnte. Das ist gut möglich, denn ich habe ja erst seit kurzem ME/CFS - Mitte/Ende Februar sah es noch so aus, als müsste ich mich von einer langen Kette von Infekten erholen.
Die Mitarbeiterin der TK hat einen Vermerk in meine Akte gemacht, dass meine Ärztin erst Anfang August wieder da ist. Sie sagte auch, dass dieser Brief nur eine Aufforderung sei, aber noch nicht mit der Androhung von Konsequenzen verbunden; und dass meine Ärztin einfach schreiben könne, eine Reha sei kontraindiziert, dann sei das Thema fürs erste vom Tisch. Ich habe jetzt also erst einmal Zeit, bis meine Hausärztin Anfang August wieder da ist.
Vielen Dank an alle, die geantwortet und mir Mut gemacht haben, sowie für die vielen tollen Links. Das war für mich eine unschätzbare Hilfe. Ihr habt mich beruhigt und mir so geholfen, das Wochenende heil zu überstehen, und ihr habt mir viele wichtige Informationen dagelassen, die ich sicherlich brauchen kann (nicht zuletzt den Namen einer tatsächlich brauchbaren Klinik für eine ME/CFS-Reha - ich habe derzeit noch Hoffnung, dass sich mein Zustand soweit bessert, dass ich tatsächlich am Schluss noch eine Reha machen kann).
Ich habe seit Ende Februar ME/CFS nach einer Kette von Atemwegsinfekten im Januar/Februar. Im April hatte ich 2 1/2 Wochen mit 4/4/3 wichtigen Terminen pro Woche (meist Arzttermine). Danach folgte ein massiver Crash. Zum Glück wurde es langsam wieder besser und ich bin jetzt etwa auf dem Stand von Anfang April.
Heute lag ein Brief von der TK im Briefkasten, ich sollte/könnte doch eine Reha beantragen. Nach meinem Crash im April habe ich Angst, dass eine Reha bloß wieder zum nächsten Crash führt - allein schon die Anreise macht mir Sorgen, danach müsste ich wahrscheinlich erstmal 2 Tage liegen/schlafen. Zusätzlich habe ich mehrere Nahrungsmittelunverträglichkeiten/Allergien, was jede Art von Klinikaufenthalt bisher massiv erschwert hat. Außerdem fürchte ich, dass die Maßnahmen bei der Reha mich einfach nur in den nächsten Crash treiben könnten. Schon allein der psychische Stress von all diesen Befürchtungen ist ein ziemlicher Schlag für meinen Zustand.
Mein derzeitiger Zustand mit ME/CFS sieht so aus. 20 Minuten rumlaufen draußen geht (oder 2x 15 Minuten), Kaffeetrinken im Cafe gegenüber, einkaufen im Supermarkt um die Ecke, ein Abstecher in den Wollladen auf dem Rückweg vom Arzt. Was nicht geht: Z.B. ein Arzttermin am Tag über ein bis 2 Wochen; mit vielen Leuten zusammensitzen; oder überhaupt Dinge, die Spaß machen, aber mit mehreren Leuten zu tun haben und daher etwas anstrengender sind. Letztens bin ich mit dem eigenen Auto 20 Minuten zu einem 80ten Geburtstag gefahren. Die Leute waren sehr nett, trotzdem war ich nach 30 Minuten fix und alle. Zuhause bin ich auf dem Sofa sofort eingeschlafen (in der Kleidung vom Geburtstag) und nach 13 Stunden wieder aufgewacht. Mein Leistungsniveau ist also nicht besonders hoch und ein Crash nicht unrealistisch.
Was sind die Erfahrungen? Macht die TK Ärger, wenn man keine Reha anmeldet? Lassen die mit sich reden? Falls ich nicht drum herum komme - habt ihr Erfahrungen und Tipps für Reha-Kliniken, wo man sich mit ME/CFS auskennt und die Patienten nicht aktiv in die Verschlimmerung treibt? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.