u/missmadame1

Ich frage mich, was eine Therapie mir bringen soll

Hallo,

Ich bräuchte mal einen Rat.

Ich war vor zweieinhalb Jahren in der Notaufnahme, da ich dachte, einen Herzinfarkt zu haben. Es stellte sich raus, dass es eine Panikattacke war.

Vorausgegangen ist eine enorme belastende Zeit über ca. 3 Jahre, in denen meine Eltern verstorben sind und ich sehr viele körperliche Symptome hatte. Ich dachte ständig krank zu sein. Mir ging es sehr schlecht.

Nachdem die Panikattacke war, habe ich eine Therapie begonnen (ambulant), in der Hypochondrie diagnostiziert wurde.

Nach einigen Sitzungen ging es mir viel besser und ich beendete die Therapie. Ich hatte ein gutes Gefühl und nicht das Bedürfnis mit ihr weiter zu sprechen.

In der Therapie wurde mir deutlich, dass ich viel zu viel grübel, Vermeidungsstrategien lassen muss und habe mich auch mit bestimmten Sätzen konfrontiert ("Ich sterbe"). Meine Therapeutin meinte auch, dass ich akzeptieren muss, immer mal wieder mit dem Thema konfrontiert zu werden.

Jetzt:

Ich bin im Krankenhaus gelandet mit Verdacht auf Schlaganfall. Meine linke Gesichtshälfte zuckte.

Nach sämtlichen Untersuchungen stellte sich heraus, dass alles in Ordnung ist.

Nach einem Gespräch zu meiner Vorgeschichte empfahl mir der Arzt dringend noch mal eine Therapie zu beginnen.

Ich war geschockt, denn ich dachte, ich bin über den Berg. Wenn ich aber ehrlich bin, habe ich die letzten Monate wieder einige körperliche Symptome gehabt, die ich oberflächlich akzeptierte ("Es ist nur stress"), habe aber teilweise wieder exzessiv nach Symptome und Krankheiten gegoogelt und auch oft geweint. Ich selber sagte aber "Nein, ich habe kein Stress".

Ich nehme den Rat des Arztes an und sehe auch definitiv, dass ich Hilfe brauche. Jetzt kommt das ABER:

Was würde ich in einer erneuten Therapie machen? Ich weiß ja, was ich nicht tun soll (googlen, akzeptieren irgendwann sterben zu müssen usw.). Ich fühle mich, als ob ich die Zeit eines Therapeuten klauen würde. Schließlich sind Plätze sehr rar. Ich meine, so schlimm ist es ja nicht. Ich habe keine Panikattacken mehr und lebe mein Leben gut, nur halt mit bestimmten Gedanken- manchmal mehr, manchmal weniger.

Was meint ihr?

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u/missmadame1 — 2 days ago