u/poor-and-weird

Gekifft, nach 15 Jahren straight edge

Ich bin seit Jahren straight edge. Kein Alk, keine Drogen, kein Fleisch. Alles bewusste Entscheidungen.

Bin seitdem ich 16 bin, Vegetarier, Mischkonsum habe ich bis Mitte 20 extensiv betrieben, war meist gut und hat in meinen Erlebnis orientierten Punkrock Lifestyle gepasst.

Irgendwann kamen immer tiefere emotionale downs, dazu noch eine Entwicklung hin zur regelmäßigen Arbeit und feste Beziehung und ich habe mein Leben reflektiert und hinterfragt und den Sinn des Lebens habe ich immer noch nicht gefunden aber nüchtern für immer geworden bin ich dabei. Teilweise wirklich schwer gewesen mit Sachen aufzuhören, Gras war das aller schlimmste, Alk war das einfachste.

Ich bin wirklich fein damit, fühle mich wohl und vermisse nichts.

Durch eine Verkettung von Zufällen (gibt's das überhaupt?) bin ich neulich an einen Beutel Gras gekommen, den ich einfach weg gepackt und vergessen hatte und ich hatte gestern einen Abend und eine Nacht komplett sturmfrei Zuhause.

Etwas, dass es noch nie gab.

Ich habe mir gestern Nachmittag Zigaretten, Longpapes und eine gottlose Menge fast food besorgt. Ich habe mir einen Joint gebaut, auch nach 15 Jahren konnte ich es anscheinend noch.

Ich saß im Gartenschuppen, habe 5 Züge von dem Teil geraucht und war für 6½h einfach high. Völlig hinüber. So wie früher, nur als Erwachsener. Völlig surreal und beängstigend und wunderbar.

Ich habe den erwarteten Fressflash genossen, einen Film geschaut an dessen Handlung ich mich absolut nicht mehr erinnern kann und habe heute morgen alles aufgeräumt. Sämtliche Spuren vernichtet.

Meine Familie kam zurück und ich bin wieder der Erwachsene, der ich sonst auch bin.

Ich freue mich, etwas außerhalb der Alltagsroutine gemacht zu haben, wovon nur ich weiß.

Ich werde es nie wieder tun, ich merkte, wie körperlich und mental anstrengend das ist, völlig breit herumzutapsen, nichts zu vergessen - ich habe dreimal etwas in der Küche stehen lassen und musste von der Couch zurück um meine Snacks zu holen - und ich habe komplett vergessen gehabt wie EKELHAFT UND WIDERLICH Rauchen sich im Mund anfühlt.

Ich bin da wohl rausgewachsen, etwas dass ich natürlich schon vorher gewusst habe, es jetzt aber zu erleben und in Echtzeit zu sehen, war schon eine Erfahrung.

Alles hat seine Zeit und ich vermute weiß, dass das mein letzter Joint für immer gewesen ist.

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u/poor-and-weird — 21 hours ago
▲ 227 r/erzieher

Kinder haben heute (ausversehen) Black Metal gefeiert

Jeden Tag vor unserem (meist ruhigem) Kreis kommt der Aufräumblitz. Wir lassen das Lied über Handy (Spotify/ Deezer privat Account) und Bluetooth Box laufen und die Kinder haben großen, lauten und bewegungsintensiven Spaß beim Aufräumen. Danach geht die Box aus, der Kreis beginnt mit all seinen Ritualen.

Heute bin ich kurz aus der Gruppe und wurde aufgehalten. War also nicht rechtzeitig zum Ende des Liedes in der Gruppe zurück.

Der Aufräumblitz war vorbei und als nächstes kam ein anderes Lied meiner Favoriten. Ich komme zurück und meine Kollegin stand völlig perplex da und sieht zu, wie 11 Kinder einen stabilen circle pit zu "midnight - eyes of satan" getanzt haben.

Ich habe den Song auch nur deshalb in den faves, weil es ein Cover der genialen 70s Punkband pagans ist.

Ich fand den Moment wunderbar.

u/poor-and-weird — 9 days ago

Beschwerdemanagement

Hallo miteinander,

die Kita in der ich arbeite, erstellt bzw. aktualisiert ihr Beschwerdemanagement. Konzeptionelle Arbeit hier ist mühsam aus mehreren Gründen aber wir kommen langsam voran.

Was uns noch fehlt ist der Bereich, in welcher Form sich Kolleg:innen über Kolleg:innen beschweren können.

Mein Problem ist, dass ich aber genau das mehrmals getan (oder zumindest versucht) habe. Ich habe 2 Kolleg:innen in verschiedenen Situationen auf offensichtliches Fehlverhalten angesprochen. Die betroffenen Personen haben es entweder nicht verstanden oder nicht verstehen wollen.

Jedes Mal habe ich danach ein Gespräch mit der Leitung geführt, diese hat meine Beobachtungen und mein weiteres Vorgehen protokolliert.

Heute kam sie mit der Idee eines Gesprächs, bei dem sie dabei sei, ich aber die beiden Kolleg:innen in ihrem Beisein bezüglich des ganz offensichtliches Fehlverhalten konfrontieren soll.

Mir scheint das eine ziemlich wilde Idee.

Ich habe keine Angst, sonst hätte ich die beiden nicht wiederholt in Situationen die ich mitbekommen habe, angesprochen.

Ich habe aber den Eindruck, dass meine Leitung zum einen planlos bezüglich weiteren Vorgehens ist und zweitens, die Verantwortung für das Handeln der beiden herzlosen Bastarde Kolleg:innen auf mich schiebt.

Wie läuft bei euch in der Einrichtung so eine Beschwerde ab? Und ich meine so etwas offizielles, verschriftlichtes.

Ich habe auch andere Menschen im Team, mit denen kann ich suboptimale Dinge einfach so klären, im Gespräch.

Die zwei hier haben bereits in der Vergangenheit mehr als fragwürdig gehandelt, wurden mehrfach dabei beobachtet (nicht nur von mir), Leitung wurde mehrfach darüber informiert und die beiden haben sich immer irgendwie rausreden können.

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u/poor-and-weird — 2 months ago