u/steppnw0lff

▲ 45 r/recht

Anwaltsberuf ohne Zukunft?

Hallo zusammen.

Ich bin seit knapp 1 1/2 Jahren Anwalt in einer GK, habe dort auch unmittelbar nach dem Referendariat das Berufsleben gestartet.

Der Beruf an sich macht mir schon Spaß, auch wenn ich mit den Arbeitszeiten immer noch nicht wirklich klarkomme.

Vor einigen Monaten gab es die Info, dass es aufgrund verschiedener Umstände (KI, Wirtschaft etc) auf absehbare Zeit keine Gehaltserhöhung geben wird. Die letzte Gehaltserhöhung gab es außerdem vor 5 Jahren.

Klar. Als GK-Anwalt will ich mich nicht über mein Gehalt beklagen. Aber ich finde es natürlich persönlich auch etwas demotivierend, bis zum Ende des Jahrzehnts für ein 2021er Gehalt zu arbeiten. Damit verbunden gibt es auch die Ankündigung, dass man künftig ja wegen KI viel weniger Anwälte brauche und die Aufstiegschancen immer schwerer würden. Man solle „froh sein, überhaupt einen Job zu haben.“ Ich sehe aber leider auch, dass es kaum noch Wechseloptionen gibt.

Ich frage mich deshalb, ob es Sinn macht, diesen Beruf aufzugeben, bevor ich noch weitere Jahre reinstecke. Als Volljuristen haben wir ja immer die Möglichkeit, andere Berufe auszuüben (bspw Justiz, Verwaltung). Letztlich würde die Verbeamtung einem ja bezüglich KI etwas Sicherheit geben, aber natürlich mit den damit verbundenen Nachteilen (Karriere, Gehalt, feste Bindung etc…).

Hat hier jemand in einer ähnlichen Position sich getraut, den Anwaltsberuf an den Nagel zu hängen und positive Erfahrungen gemacht? Und wie seht ihr das Thema?

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u/steppnw0lff — 4 days ago