Vom Chef auf die Karriereleiter geschubst: Mehr Gehalt, aber die Erwartungen überfordern mich. Imposter Syndrom?
Hi zusammen,
Throwaway ac, weil ich mich gerade völlig überfordert fühle und wissen will, ob ich einfach komplett lost bin oder meine Gefühle valide sind.
Kurz zu mir: Ich bin 26, habe eine kaufmännische Ausbildung mit Zusatzqualifikation im Wirtschaftsmanagement gemacht, habe dann ein Jahr lang einen festen Job als Assistenz gehabt und hatte danach zwei recht kurze Stationen in der Personalsachbearbeitung (eine wegen Umzug, eine habe ich nach 2 Monaten direkt gekündigt, weil das Team/der Job absolut nicht passte). Seit gut einem Jahr bin ich jetzt in einem mittelständischen Unternehmen als Assistenz der Geschäftsführung tätig. Meine Probezeit wurde damals schon nach einem Monat aufgehoben weil's gut lief & meine Vorgesetzten zufrieden mit meiner Leistung waren.
Im letzten Jahr hat sich mein Job krass entwickelt: Weg von klassischer Assistenz, hin zu Projektmanagement, Prozessoptimierung im Einkauf, KPI-Reporting für die Chefs und Immobilienmanagement für deren GbR und lauter anderen Dingen, die ich vorher noch nie so wirklich gemacht habe. Aber ich habe mich da durchgeboxt und irgendwie wohl doch einen guten Job geleistet.
Heute hatte ich mein allererstes Gehaltsgespräch überhaupt - der Vorgesetzte mit dem ich am meisten zu tun habe hatte mich neulich von sich aus aufgefordert, eins einzustellen. Davor hatte ich tatsächlich noch nie ein richtiges Gehaltsgespräch da ich sonst immer einen Tarifvertrag hatte.
Das Ergebnis: Ich habe 15 % mehr Gehalt bekommen. Eigentlich ein Grund zur absoluten Freude.
Aber irgendwie rafft mein Kopf das nicht.
Seit dem Gespräch fahre ich völlig Achterbahn. Mein Chef hat direkt einen 3-Jahres-Plan aufgemacht. Er meinte, er sieht mich perspektivisch mal in einer Führungsposition (vllt. Teamlead), ich soll mir bis nächsten Juni Gedanken über meine Jobziele machen (fachlich, disziplinarisch, wo ich mich hinbewegen will, was meine Ziele sind,...) und ab jetzt jedes Jahr regelmäßig so ein Personalgespräch einfordern.
Ich fühle mich gerade so, als wäre das „Bad Money“. Ich habe das Gefühl, mit dem Geld tonnenweise Erwartungen eingekauft zu haben, denen ich mit meiner wenigen Berufserfahrung niemals gerecht werden kann. Ich habe panische Angst, dass jetzt auffliegt, dass ich das eigentlich alles gar nicht kann, was die in mir sehen und von mir erwarten. So oft denke ich mir einfach nur "??? Was macht ich hier eigentlich ???"
Kennt das jemand? Bin ich einfach lost & zu pessimistisch? Ist das Imposter Syndrom? Wie geht man mit diesem plötzlichen Druck um, wenn man eigentlich „nur“ einen guten Job machen wollte und plötzlich auf die Karriereleiter geschubst wird, ohne das man sich dort je gesehen hatte? Bin ich verrückt, dass ich mich über 15 % mehr Geld gerade gar nicht richtig freuen kann?
Bin gespannt ob das noch jemand so kennt...
Danke fürs Zuhören <3