u/triptophan4

Chancen Studienplatzbewerbung im 5. Jahr

Moin! Ich würde mich fürs 5. Jahr gerne an ein paar Unis bewerben, da ich nochmal ne neue Stadt sehen will und ehrlicherweise auch einfach keine Lust mehr auf den Rechtsruck hier habe. Hat jemand vielleicht Erfahrungen damit, wie wahrscheinlich es ist im 5. Jahr bzw. Fortgeschrittenem Studium über eine Studienplatzbewerbung einen Platz zu kriegen?

Interessant wäre für mich vor allem (aber nicht nur) alles in BaWü, Würzburg, München, Homburg, Bonn, Leipzig :) bzw. auch gerne Tipps, wenn jemand weiß wo man gute Chancen hat, bin eigentlich ziemlich flexibel.

Studienplatztausch eher schwierig da ich an einer sehr unbeliebten Uni bin.

Freue mich über jeden Erfahrungsbericht!!!

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u/triptophan4 — 2 days ago

Zwischen Frau-Sein, sozialen Rollen und Rückweg-Gedanken

Hey, ich hätte mal ne richtig Doofe Frage.

Sorry vorab wenn ich irgendwo veraltete Begriffe nutzen sollte, ich habe seit Jahren gar keine Berührungspunkte mehr mit dem Thema der anderen Betroffenen. Das Ganze wird glaube ich mehr ein Besinnungsaufsatz, und ich freue mich einfach mal andere Meinungen dazu zu bekommen als die von ChatGPT.

Ich bin jetzt 30 Jahre alt, und lebe ungefähr seitdem ich volljährig bin als (Trans-)Frau (AMAB). Mit 22/23 hatte ich dann GaOP + Brustaufbau. Auf die GaOP habe ich mich riesig gefreut, und auch keine einzige Sekunde bereut. Meine Brüste mag ich auch, bin aber einfach kein Fan von den Implantaten. Meine Familie hat den ganzen Weg bis heute großenteils nicht akzeptiert, insbesondere mütterlicherweits werde ich durchweg als Mann wahrgenommen und angesprochen.

Ein paar Jahre später habe ich dann angefangen Medizin zu studieren, und wurde irgendwie durch den Stress zunehmend androgyner und das Geschlecht zunehmend irrelevanter. Auch mein Passing usw. wurde mir immer egaler.

Während der Physikumszeit hatte ich dann die ein oder andere mentale Herausforderung (das ist in der Zeit aber recht normal leider, der Leistungsdruck zu der Zeit ist unfassbar hoch), und es kamen erstmals so Gedanken, dass ich den Gedanken, als "Mann" zu leben, gar nicht mehr so abwegig fände. Weil es vieles einfacher machen würde. Und sich Frau zu sein irgendwie ganz oft auch viel nach Rolle anfühlt. Die ich teilweise auch gar nicht erfüllen will.

Versteht mich nicht falsch. Ich bereue meine GaOP keine einzige Sekunde, Zum Glück. Oder die körperlichen Veränderungen allgemein. Selbst wenn ich jemals wieder als Mann leben wollen würde, würde ich nichts davon rückgängig machen wollen.

Aber bis heute gehe ich z. B. total ungerne auf Frauentoiletten, von Frauenumkleiden ganz zu schweigen. Ich habe eigentlich ein gutes Passing, und es wurde auch noch nie irgendwas gesagt oder so. Aber innerlich flippe ich jedes mal total aus, und z. B. die OP-Schleuse, wenn man dann mit Haube da steht und die Haare zusammengebunden hat, ist jedes mal der Horror. In meinem Kopf. Oder in der Gyn, wenn PatientInnen dann nicht möchten dass männliche Studierende dabei sind. Na klar checke ich, finde ich auch fair, aber wenn PatientInnen dass irgendwann während des Gesprächs sagen ("ich würde nur nicht wollen dass hier ein männlicher Student dabei wäre") fühlt sich das auch total bescheuert und unangenehm an. Dann aufspringen und raushüpfen wäre einfach auch weird. Ich will in dem Raum actually auch nicht sein, sondern muss da sein weil es ne Pflichtveranstaltung ist. Ich habe absolut kein Interesse an dem Fach.

Dazu kommt dann irgendwie auch, dass ich viele Frauen(-freundschaften) einfach unfassbar anstrengend finde, weil ganz viel indirekt passiert, interpretiert, wahrgenommen und unterstellt wird. Ich habe auch ein paar wenige sehr gute Freundinnen, die haben ansonsten aber auch einen überwiegend männlichen Freundeskreis. Ich habe manchmal auch das Gefühl, selber ganz viele männliche Züge zu haben, die mir so früher gar nicht bewusst waren. Ein Extrembeispiel dafür ist, dass ich z. B. in den chirurgischen Praktika gar kein Problem mit der teils doch vulgären und direkten Art der männlichen Chirurgen hatte, ganz im Gegenteil. Ich bin tief im inneren super sensibel und emotional. Aber offensichtlich, ich wurde männlich sozialisiert und das merke ich in letzter Zeit einfach sehr krass, auch dass man in Frauengruppen teilweise einfach gar nicht reinpasst und wie ein Fremdkörper ist. Auch so eine Erkenntnis, die ich jetzt rückblickend eigentlich für die ganzen letzten Jahre ziehen kann.

Dazu kommt, dass die sich verändernde politische Lage irgendwie auch was mit mir macht, unterbewusst. Dass man sich dann innerlich irgendwie doch sagt, ich will nicht trans sein.

Ich finde den Gedanken gar nicht mehr so abwegig, selber wieder als "Mann" zu leben, aber ohne mich wieder in diese Sterotypisch männliche-Rolle zwängen zu müssen. Ich finde hierzu z. B. dass viele Transmänner einen total tollen Vibe ausstrahlen. Ich denke seit 2 Jahren darüber nach mir morgen einfach die Haare kurz zu schneiden und es zu machen. Weswegen ich mir die Haare immer wieder auf ein gutes Stück abeschnitten habe, aber die kürzer als Kinnlang. Tatsächlich habe ich deswegen aber seit einigen Monaten einen Pony, das sieht mit offenen Haaren super cute aus. Aber wenn die zusammengebunden sind und der Pony aus dem Gesicht gestreift ist sieht das so aus, als hätte ich nen feschen Kurzhaarschnitt. Und irgendwie mag ich das ehrlicherweise irgendwie schon sehr. Gleichzeitig merkt ihr aber vermutlich selbst, dass ich mich dann mit offenen Haaren, Pony, süßem Top oder so und leicht geschminkt selber auch als Frau manchmal mag. Gerade im Umgang mit Männern, aber auch für mich selbst.

Ich hatte letztens die Situation in der Uni, da haben wir Fälle präsentiert, ich hatte einen meiner feminineren Tage, und ich hab mir da tatsächlich mal echt Mühe gegeben. Und hab das dann n bisschen schüchtern, aber gut präsentiert. Und das hat sich insgesamt total stimmig angefühlt. Das klingt so bescheuert das zu sagen, weil das ja gar nichts mit dem Geschlecht zutun hatte. Aber irgendwie halt schon, die soziale Rolle, Wahrnehmung von außen usw. Ich merke aber selber, wie bescheuert das alles klingen muss!!!

Ich versuch das mal ganz doof zusammenzufassen: Ich wäre gerne eine Frau, aber irgendwie bin ich in meinen Augen einfach keine richtige Frau. Während ich andere Transfrauen ohne Probleme als Frauen wahrnehme, bitte nicht falsch verstehen. Ich bin super gerne feminin, aber traue mich nur selten das zuzulassen. Ich mag meinen Körper wirklich sehr und ich mags idR auch mich feminin zu kleiden, aber laufe ganz oft einfach in weiter Jeans, Sneakern und T-Shirt/Pulli rum. Ich finde die soziale Rolle eines Mannes einfacher und fast natürlicher, weil viel weniger Erwartungen gestellt werden, und weil es auf emotionaler Ebene einfach viel weniger Komplex und weniger Arbeit ist. Und man sich einfach auch nicht verstellt. Ich fühle mich mit einigen wenigen Frauen sehr wohl, mit Männern kann ich idR immer gut, mit dem Großteil der Frauen irgendwie gar nicht. Ich vermisse die ein oder andere einfach "hohle" Männerfreundschaft, weil das als Frau irgendwie einfach nicht funktioniert.

Ich weiß nicht so recht, was ich machen soll oder wie das weitergehen soll. Vielleicht kenn das jemand? Vielleicht ist das normal? Ich habe keine Ahnung, ich habe seit ungefähr 8 Jahren mit keiner Transperson mehr gesprochen. 🙆🏻‍♀️

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u/triptophan4 — 15 days ago