ADHS Diagnostik trotz "erfolgreicher" Laufbahn + Mutterschaft/Schwangerschaft?
Puuuuh ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll... ich bin nun vor einigen Wochen auf die "Idee" gekommen, dass meine bisherigen Probleme möglicherweise von ADHS verursacht sein könnten. Mein Vater und Bruder haben es schließlich auch und irgendwie bin ich durch Zufall darauf gestoßen, dass es sich bei Frauen total anders äußern kann als bei Jungs/Männern.
Ich bin seit geraumer Zeit auf der Suche nach einer Erklärung für meine wiederkehrenden Schwierigkeiten, da ich seit ich ca. 16 Jahre alt bin immer und immer wieder Depre** etc habe, sowieso starke emotionelle Schwierigkeiten usw usw und mich schon länger das Gefühl beschleicht, dass einfach irgendetwas nicht mit mir stimmt...
Nun lese ich natürlich seit Wochen (teils mit Unterbrechung) noch und nöcher sämtliche Webseiten zum Thema durch, Erfahrungsberichte, mache alle möglichen (seriösen) Tests die ich finden kann (z.B. auf adxs.org) usw - und es zeigen sich wohl durchaus Hinweise auf ADHS. Vor allem was Impulsivität (und vlt Hyperaktivität) angeht. Ich mache diese Tests immer und immer wieder, im Abstand von ein paar Tagen nachdem ich dann angefangen habe, auf mehr Signale zu achten - keine Ahnung, ob das Sinn der Sache ist :D
Beispielsweise habe ich anfangs bei motorischer Unruhe, wie z.B mit den Füßen wippen oder ähnliches, einfach "nein" angekreuzt, da ich das bei mir selbst nicht so wirklich warhnehme - aber nach Gespräch mit meinem Mann und ein wenig Selbstbeobachtung mache ich das scheinbar durchaus.
Naja, ich schweife schon wieder ab. Worauf ich eigentlich hinauswill: bei vielem was ich lese, vor allem für Frauen, erkenne ich mich sehr wieder und bei vielen wieder gar nicht. Ich habe beispielsweise eine weitestgehend normale und halbwegs gute Schullaufbahn hingelegt. In meinen Zeugnissen gibt es zwar leichte Hinweise - aber ich könnte Fragebögen über meine Kindheit absolut nicht ausfüllen. Meine Ausbildung habe ich mit bravur abgelegt - hat mich auch sehr interessiert. Meine anschließende Weiterbildung dagegen war furchtbar. Dann habe ich studiert - das habe ich eigentlich auch gar nicht so schlecht hinbekommen, wobei ich mich da zurückerinnern kann, dass ich in den Vorlesungen durchaus mit ungefähr allem außer zuhören beschäftigt war und vermutlich mich primär die Angst vor Konsequnzen und natürlich eingeprägte Muster wie "was man anfängt macht man fertig" und vermutlich auch mein stark ausgeprägter Ehrgeiz zum lernen und bestehen gebracht haben. Im Anschluss habe ich noch Psychologie studiert, weil ich merkte, dass dies eigentlich meinen wirklichen interessen entspricht - dieses habe ich deutlich besser als mein erstes Studium abgeschlossen, meinen Master sogar mit 1,2 - aber auch hier war zuhören in Meetings und Vorlseungen oft qualvoll. Nun bin ich in der Promotion und erziele glaube ich auch hier gar nicht so schlechte Leistungen. Allerdings denke ich einmal wöchtenlich darüber nach es hinzuwerfen, weil ich einfach so dauerhaft erschöpft bin.
Ich denke eigentlich auch, dass ich mein Leben bislang "zu gut" unter Kontrolle hatte - allerdings ist alles nur zig mal schlimmer geworden, als ich vor etwas zwei Jahren Mutter wurde. Ich bin nach wie vor recht überfordert damit, habe oft wenig Geduld, explodiere manchmal aus dem nichts obwohl ich das natürlich eigentlich nicht will - natürlich alles zusammenhängend mit Stress. Dabei habe ich oft genug die Möglichkeit mich "zu entspannen" aber es scheint nicht zu helfen. Nun bin ich wieder schwanger und es ist natürlich alles nur "noch schlimmer".
Es gibt natürlich noch viele weitere Symptome und Momente die ich anführen könnte aber ich schweife hier schon massiv ab... was ich eigentlich wissen wollte ist: war/ist vlt jemand in einer ähnlichen Situation? Kann mir sagen, ob das einfach alles wirklich nur Überlastung + Muttersein usw ist oder ob es jemandem ähnlich ging, dass es vlt erst in dieser Kombination so richtig rauskam/auffiel?
Ich bin seit der Geburt meines Sohnes auch deutlich verpeilter, vergesslicher, vergesse plötzlich Termine obwohl ich sie mir aufschreibe, vergesse Sachen überall usw was mir vorher nicht wirklich passiert ist. Ich dachte eigentlich die ganze Zeit, das liege halt an dieser krassen Änderung des Lebens/Muttertät ...aber irgendwie passiert das meinem Mann nicht, anderen Müttern auch nicht (habe ich zumindest den Eindruck) und vlt sollte es nach fast zwei Jahren zumindest ein wenig eingependelt sein?!
naja...sorry für den ausufernden Post...denkt ihr, Diagnostik könnte sinnvoll sein oder ich bilde mir alles einfach nur ein?